Baustelle auf der Hochrheinbahn
: Ersatzverkehr zieht Halbzeitbilanz

Die Hälfte des Schienensatzverkehrs ist geschafft.
Von
Rolf Reißmann
Rheinfelden
Jetzt in der App anhören

Fotos: Teamleiter Dimitrios Tsartas (links) und Betriebsleiter Uwe Mühl beobachten täglich die Abläufe des Ersatzverkehrs.

Reißmann

Da wurden Gleise erneuert, etliche Tiefbauarbeiten daneben und dazwischen erledigt. Trotz alledem läuft der Zugbetrieb zwischen Basel und Rheinfelden nahezu reibungslos. Zwei Zuggarnituren sind im Einsatz.

Planmäßig kreuzen sie sich bei Herten. Die Züge aus Basel wechseln ab der Einfahrweiche zum Bahnhof Rheinfelden nach links, denn an den beiden anderen wird gearbeitet. Für die Reisenden bringt das die feste Regelung, dass alle Züge am Gleis 3 ankommen und abfahren. Wer darauf angewiesen ist, stufenfrei auf den Bahnsteig zu gelangen, muss den Umweg über die Rampen von der Unterführung aus einkalkulieren.

Das Umsteigen von und zu den Bussen des Ersatzverkehrs funktioniert problemlos. Die Haltestelle dafür liegt direkt am Bahnhofsgebäude. Beschwerden über große Störungen trafen nicht ein. Die Südbadenbusgesellschaft hat insgesamt zwischen Rheinfelden und Waldshut 25 Busse im Einsatz.

Zusammen gezogen wurden sie vorwiegend aus dem Bereich des Betriebs Freiburg, auch der Betrieb Ulm unterstützt mit zehn Fahrzeugen. Das ist eine ausreichend Kapazität. Da gerade Schulferien sind, besteht eine gewisse Reserve für den Fahrzeugeinsatz, denn der Schülerverkehr entfalle in diesen Wochen.

Uwe Mühl, Betriebsleiter der SBG in Waldshut-Tiengen betonte in einer ersten Bilanz, dass es vielfach möglich war, kleinere Verzögerungen auf der 45 Kilometer langen Strecke wieder aufzuholen. Mühl sieht einen Grund für das gute Funktionieren in der langen und gewissenhaften Vorbereitung. Er habe schon sehr viele Ersatzverkehre in seiner Laufbahn bei der SBG organisiert, deshalb könne er eben umfangreiche Erfahrungen einbringen. So seien die Fahrzeiten angemessen kalkuliert worden.

Sollte nicht gerade ein länger andauernder Stau auf der Straße sein, kämen die Busse gut durch. Vor allem, so Mühl, sei das gute Funktionieren durch die stabile personelle Ausstattung gesichert. Dank eines fachkundigen Personalvermittlers konnten 28 ausgebildete Busfahrer aus Griechenland gewonnen werden. Auch sei es gelungen, für die Fahrer eine Unterkunft zu finden, die nahe an der Strecke liegt und neben der das Abstellen der Busse möglich ist.

Denn, da die Fahrer ohne Privatfahrzeuge anreisten, können sie von dort aus keinen Arbeitsweg zum Betrieb in Waldshut absolvieren. So fahren sie gleich nach ihren Ruhezeiten auf die Strecke. Dennoch, beschrieb Mühl, entstanden inzwischen auch Erfahrungen, auf, die es für die lange Periode des Ersatzverkehres während des Streckenausbaus zu berücksichtigen gilt. So sollte in Rheinfelden die Haltestelle des Ersatzverkehrs entflochten werden. Dies sei wichtig, weil die oftmals in großer Zahl innerhalb weniger Minuten eintreffenden SEV-Busse mit dem planmäßigen Linienverkehr zusammen treffen. Dann kommt es zu sehr hoher Fahrzeugdichte auf dem Areal. Mühl schlägt vor, dass eine Gattung, entweder die Expressbusse oder die Vollbediener auf der anderen Seite des Bahnhofes, also im Bereich Güterstraße ankommen und abfahren.

Dazu sollen mit der Stadtverwaltung Gespräche geführt werden. Auch sei es ratsam, die Fahrzeiten generell etwas zu verlegen, damit sich die Busse nicht mehr in der Innenstadt von Bad Säckingen begegnen, das führe derzeit dort gelegentlich zu hinderlicher Verkehrsdichte. Für die lange Sperrpause ab Frühjahr 2026 sei mit deutlich mehr Fahrgästen zurechnen, weil dann auch lange Perioden mit Schülerverkehr bedient werden müssen. Außerdem reicht dann die Ersatzstrecke bis Erzingen, also nochmals 21 Kilometer länger. Deshalb müssen ebenfalls mehr Fahrzeuge eingesetzt werden.

Beibehalten werden sollen die Berater an den beiden Endhaltestellen, um Reisenden wichtige Auskünfte und Lenkung zu den für sie richtigen Bussen zu geben. Und noch ein Problem sollte vorab bedacht werden. In den Bussen des Schienenersatzverkehrs gelten Bahnfahrkarten. Die gibt es aber nur an den Automaten der Stationen. Da jedoch etliche Ersatzhaltestellen etwas abseits der Bahnstationen liegen, sollten Reisende den vorherigen Fahrkartenkauf zeitlich besser miteinkalkulieren.