Bauarbeiten an der Osttangente
: Basel wird zum Nadelöhr

Die Sanierung der Basler Osttangente führt zu Sperrungen. Autofahrer müssen sich in Geduld üben.
Von
Michael Werndorff
Basel
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Die Basler Osttangente ist eine Dauerbaustelle.

Michael Werndorff

Basel bereitet sich auf den Superstau vor: Am kommenden Wochenende wird die Autobahn A2 in Richtung Deutschland zwischen der Schwarzwaldbrücke und der Anschlussstelle Wiese komplett gesperrt. Das Schweizer Bundesamt für Straßen (ASTRA) rechnet mit großen Verkehrsbehinderungen. Die Sperrung erfolgt von Samstag, 23 Uhr, bis Montag, 5 Uhr, in der Gegenrichtung steht in dieser Zeit nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Bei schlechtem Wetter werden die Bauarbeiten um eine Woche verschoben.

Zweite Bauphase wird vorbereitet

Die Sperrung sei notwendig, damit die Sicherheit des Baustellenpersonals während der Bauarbeiten gewährleistet werden könne, so das ASTRA. Grund für die Sperrung ist die Vorbereitung der zweiten Bauphase der Sanierung der Osttangente. Hierfür seien umfangreiche Belagsarbeiten notwendig. Zudem müssen Absperrungen umgestellt sowie Markierungen und die Beschilderung angepasst werden. Der Behörde zufolge können die Arbeiten nicht bei laufendem Verkehr unternommen werden. Der Verkehr Richtung Norden wird in diesem Zeitraum bei der Ausfahrt Basel-Wettstein zur Grenzacherstraße abgeleitet und über die Schwarzwaldstraße und die Schwarzwaldallee an der Baustelle vorbeigeführt. Ein Verkehrsdienst wird im Einsatz sein.

Seit 50 Jahren ist die Osttangente in Betrieb

Die Basler Osttangente der Autobahn A 2 ist seit gut einem halben Jahrhundert in Betrieb und sanierungsbedürftig. Die Instandsetzungsarbeiten laufen seit dem Jahr 2017. Ende März war Auftakt für die eigentlichen Sanierungsarbeiten im Abschnitt Schwarzwaldtunnel und Brücke Bäumlihof, die zwei Jahre dauern sollen und überwiegend tagsüber vonstattengehen. Unter anderem werden die Lärmschutzwände erneuert und verbessert, ein lärmmindernder Belag eingebaut sowie Schäden an der Brücke und am Tunnel saniert. Die Baustelle bringt auch eine Geschwindigkeitsreduzierung mit sich, derzeit gilt in dem Bereich Tempo 60.

Neuer Rheintunnel an der Urne versenkt

Ein großes Problem bei den Bauarbeiten ist, dass es an Platz fehlt, um die Sanierungen durchzuführen. Zudem bestehe auf dieser Strecke eine der größten Verkehrsbelastungen in der gesamten Schweiz, sagte Astra-Gesamtprojektleiter Götz Schackenberg an einer Medienkonferenz im Frühjahr. Die Verkehrsbelastung ist enorm: Der durchschnittliche Verkehr werktags liegt bei 116 000 bis 127 000 Fahrzeugen innerhalb von 24 Stunden. Mit jedem Jahr legen die Staustunden zu. Dementsprechend abgenutzt ist der Autobahnabschnitt.

Es ist überwiegend Transitverkehr, der für die starke Belastung verantwortlich ist. Mit einem neuen Rheintunnel im Rahmen der „Strategie Hochleistungsstraßen“ sollte unter anderem eine Entlastung erreicht werden.

Bei der Projektvorstellung vor rund zehn Jahren betonte Regierungsrat Hans Peter Wessels die Wichtigkeit des Vorhabens: „Für uns hat der Tunnel oberste Priorität, da er einen der gravierendsten Verkehrsengpässe der Schweiz wirksam entschärft und die Bevölkerung im Wettsteinquartier, in der Breite und dem Gellert von Verkehrsemissionen wirksam entlastet.“ Doch dazu sollte es nicht kommen – im November scheiterten Strategie und Tunnel an der Urne. Die Schweizer sprachen sich dagegen aus. Indes: Bundesbern hat jüngst signalisiert, das abgelehnte Tunnelprojekt noch einmal prüfen zu wollen. Denn Tunnel würden nicht nur Engpässe entschärfen, sondern auch die Resilienz bestehender Infrastruktur erhöhen, erklärte SVP-Bundesrat Albert Rösti.

Entlastung über A 98 in Rheinfelden möglich?

Nach dem Aus für den Rheintunnel in Basel nahm die Baselbieter SP die A 98 in den Fokus, um den Verkehr auf die deutsche Seite umzuleiten und Basels Hauptverkehrsachse zu entlasten. Das Ansinnen ist nicht neu, bereits kurz nach Fertigstellung der vierspurigen Autobahn diesseits der Grenze hatte der Touring Club Schweiz (TCS) im Jahr 2011 gefordert, mit der A 98 eine Umfahrung zu etablieren. Und ginge es nach dem Baselbieter SP-Politiker Jan Kirchmayr, müsste der Staatsvertrag zur A 98 mit Baden-Württemberg sogar neu verhandelt werden. Derweil erklärte die Regierung des Landkantons, dass es sich lohne, den Beitrag der A 98 für eine Verbesserung der Verkehrssituation anzuschauen. Denn: Derzeit dürfe die Schweiz bei Staus im Raum Basel den Transitverkehr aus dem Raum Zürich/Aargau (A3) oder Bern (A2) nicht auf die A 98 bei Rheinfelden und am Autobahndreieck Weil am Rhein umleiten, obwohl auf dieser Strecke keine Überlastung bestehe, moniert die Fraktion der SP.

Nicht als Ostumfahrung für Basel konzipiert

Allerdings wurde die Verbindung zwischen der A 98 und der Schweizer A 3 nicht für eine Nutzung als Ostumfahrung konzipiert. Voraussetzung für eine Umfahrung Basels wäre der Ausbau des Rheinfelder Autobahnzolls beidseits der Grenze, wie Christophe Haller, Vorstandspräsident der Basler TCS-Sektion, erklärte. Auch er befürwortete den Vorstoß der SP, allerdings nur in der Zeit der Sanierung der Basler Osttangente.