Basler Fasnacht: So war die Basler Kinderfasnacht

Der Fasnachtsdienstag gehörte den Kindern.
Michael WerndorffFasnacht feiern wie die Großen: Am Fasnachts-Zyschtig gehörte Basel ganz dem närrischen Nachwuchs. Der Kinderumzug am Nachmittag lockte Besucher aus nah und fern in die Basler Innenstadt. In der Greifengasse herrschte Druggede – ein Durchkommen war kaum mehr möglich. Gesäumt wurde der Umzug von Eltern und ihren Kindern, die dicht an dicht standen.
Da machte es der Stimmung auch keinen Abbruch, dass in diesem Jahr – zum Schutz der Kinder – erstmals motorisierte Waggis-Wagen verboten waren. Der Grund: Vergangenes Jahr habe die Polizei einen großen Wagen aus dem Verkehr ziehen müssen, dessen Traktor unverschalt gewesen sei, wie berichtet wurde. Der Andrang am Dienstag wachse von Jahr zu Jahr – anders als der Cortège am Montag und Mittwoch sei der Dienstag unorganisiert. Und es gäbe keinen klar erkennbaren und gesicherten Umzug. Darum seien Kinder in dieser Menge oder auf Wagen in zunehmendem Maße gefährdet, kommentierten die Behörden Anfang September das Verbot.
Das stellte aber kein Problem dar: So manch ein kleiner Waggis verteilte die heiß begehrten Süßigkeiten, Orangen und Räppliduschen von einem Holzwagen aus, den die Erwachsenen zogen. Fleißige Sammler hatten ihre Tüten schnell gefüllt.
In der großen Menschenmenge waren viele traditionelle Kostüme und Larven auszumachen – Waggis, Ueli, Alti Dante: Ganz wie die Großen feierten die Kleinsten die drey scheenschte Dääg. Der Nachwuchs präsentierte bei milden Temperaturen und Sonnenschein in zahlreichen Formationen sein Können im Trommeln und Pfeifen.
