Basel – Novartis unter Druck
: Donald Trump droht dem Schweizer Riesen

US-Präsident Trump setzt Novartis und anderen Pharmafirmen eine Frist zur Preissenkung. In einem Brief findet er deutliche Worte.
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awp/afp
Basel
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Novartis wurde zu sofortigen Maßnahmen zur Senkung der Arzneimittelpreise in den Vereinigten Staaten aufgefordert.

Werndorff

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben 17 große Pharmaunternehmen – darunter der Schweizer Riese Novartis – in Briefen zu sofortigen Maßnahmen zur Senkung der Arzneimittelpreise in den Vereinigten Staaten aufgefordert. Andernfalls drohten diesen Vergeltungsmaßnahmen.

Trump setzte den Unternehmen in den an die Firmenchefs persönlich adressierten Briefen eine Frist von 60 Tagen. „Er hat 17 Briefe an die Pharmakonzerne unterzeichnet“, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt vor der Presse am Donnerstag in Washington und las exemplarisch das Schreiben an Eli-Lilly-Chef David Ricks vor.

Anschließend veröffentlichte Trump auf seiner Plattform Truth Social sämtliche Briefe. Diese gingen neben Novartis unter anderem auch an Merck, Pfizer, Astrazeneca, Novo Nordisk und Sanofi.

„Wenn Sie sich weigern zu handeln, werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um amerikanische Familien vor überhöhten Arzneimittelpreisen zu schützen“, hieß es in den weitgehend gleichlautenden Schreiben. Die Unternehmen hätten bis zum 29. September Zeit, „konkrete Verpflichtungen“ vorzulegen.

Ein Wahlkampfversprechen von Trump

Bereits am 12. Mai hatte Trump einen Plan angekündigt, um die US-Medikamentenpreise deutlich zu senken – und zwar auf das Niveau anderer großer Volkswirtschaften. Dieses Wahlkampfversprechen war ihm im ersten Mandat nicht gelungen.

„Die Preise bestimmter verschreibungspflichtiger Medikamente und pharmazeutischer Produkte werden für Amerikaner fast sofort um 50 bis 80 oder 90 Prozent sinken“, versprach Trump damals. Hauptinstrument dafür seien Verhandlungen mit den Pharmakonzernen, die sich in der Vergangenheit gegen Preissenkungen gewehrt hatten.

Hohe Preise in den USA

Die Medikamentenpreise in den USA gehören zu den höchsten weltweit – und liegen klar über den Preisen in Nachbarländern und Europa. Einer Studie der Rand Corporation zufolge zahlen Amerikaner im Schnitt 2,5-mal so viel für verschreibungspflichtige Arzneien wie etwa Europäer. Trump hatte angekündigt, diesen Abstand verringern zu wollen.

Die Ankündigung belastete den Pharmasektor an der Wall Street: Eli Lilly verlor 1,3 Prozent, Merck gab 3,6 Prozent nach, Novo Nordisk rutschte um 4,7 Prozent ab. Auch Astrazeneca (minus 3,3 Prozent) und Pfizer (minus 1,4 Prozent) gerieten unter Druck.