Bahnverkehr in Basel: So sorgt Basel für ein besseres Bahnangebot

Der Bahnknoten Basel wird fit für die Zukunft gemacht. Am 6. Dezember soll die neue provisorische Passerelle eröffnet werden.
Michael WerndorffDie SBB und die BLS haben am Freitag in Basel im Beisein von Bundesrat Albert Rösti das neue Bahnangebot für die Nordwestschweiz vorgestellt. Die Region stehe jetzt „sehr gut“ da, sagte der Verkehrsminister vor zahlreichen Medienvertretern
In den vergangenen sechs Jahren wurden in der Region Infrastrukturprojekte mit Kosten von rund einer halben Milliarde Franken umgesetzt, wie es hieß. Laut Rösti seien solche Projekte „sehr wichtig“. Die Region sei in der Vergangenheit „sicher nicht zu wenig berücksichtigt“ worden – und das solle auch bei zukünftigen Investitionen so bleiben.
Bezüglich Letzterem hatten sich nach dem Bericht Weidmann, der unter anderem das Herzstück herabgestuft hatte, in der Region Zweifel geregt. Rösti sagte am Freitag dazu: „Als Bundesrat erarbeite ich jetzt eine politische Lösung, die möglichst tragbar ist.“ Es werde erst noch entschieden, welche Projekte aus dem Bericht weitergeführt und welche allenfalls noch hinzukommen würden.
Höchste Priorität
Inhaltlich zum Bericht betonte Rösti, dass Weidmann 900 Millionen Franken für schnell realisierbare Projekte rund um den Bahnhof höchste Priorität zugesprochen habe. Zudem stünden 1,2 Milliarden Franken für Agglomerationsprojekte zur Verfügung. „Also auch hier wird die Stadt Basel, die Region absolut gut berücksichtigt“, sagte er.
Das jetzt vorgestellte Angebot gilt ab der Fahrplanänderung am 14. Dezember. Neu verkehrt die S-Bahn zwischen Basel und Liestal im Viertelstundentakt, wie es hieß. Zudem fahre jede Stunde ein Interregio der BLS von Basel nach Biel und ein Intercity pro Stunde von Basel via Biel nach Lausanne. Auf der Strecke Basel-Olten soll sich auch die Pünktlichkeit verbessern – unter anderem dank des Vierspurausbaus in Liestal und eines zusätzlichen Bahnsteigs am Bahnhof Basel SBB. SBB und BLS sprechen vom größten Bahnausbau in der Nordwestschweiz seit 20 Jahren.
Pendler im Blick
Der Bau des viel diskutierten Herzstücks, also der unterirdischen Durchmesserlinie zwischen Basel Badischer Bahnhof und Bahnhof Basel SBB, steht ganz oben auf der Agenda von Esther Keller, Vorsteherin des Basler Baudepartements. „Nur so bekommen wir die Leute, die aus Deutschland und Frankreich mit dem Auto nach Basel pendeln, in die S-Bahn“, erklärte die Politikerin. Ihrzufolge brächte das Herzstück einen Quantensprung bei der Regio-S-Bahn und der Entflechtung des Güter- und Fernverkehrs. Ende Januar sollen in Bundesbern die Eckwerte der kommenden Ausbauschritte präsentiert werden.