Bad Bellinger Mammutprojekt: Eine Arbeitsgruppe soll die geplante Sanierung der Therme begleiten

Die Balinea Thermen sind in die Jahre gekommen. Die Sanierung und Modernisierung bedeutet für die Gemeinde einen Kraftakt.
Alexander AnlickerDas Thermalbad ist das Sorgenkind der Gemeinde Bad Bellingen. Um die in die Jahre gekommene Einrichtung in die Zukunft zu führen, sind umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich.
Bei der Frage, wie und in welchem Umfang das geschehen soll, wird auch die jetzt gegründete Arbeitsgruppe (AG) mit dem Titel „Thermen-Sanierung“ mitwirken.
In den vergangenen Jahren wurden bereits verschiedene Gutachten erstellt, und es gab Untersuchungen unter anderem zur Bausubstanz. „Nun geht es darum, einen Sanierungsfahrplan abhängig von der Finanzierung zu erstellen“, gab Bürgermeister Carsten Vogelpohl die Marschrichtung vor.
Vorbild Rathaus-AG
Eine Arbeitsgruppe biete den Vorteil, in kleiner Runde Erkenntnisse zu diskutieren und sich auszutauschen, machte der Rathauschef deutlich. Das habe sich bereits bei der Arbeitsgruppe zur Rathaussanierung bewährt. Diese AG habe sehr konstruktiv gearbeitet, wichtige Korrekturen angestoßen und einen positiven Einfluss auf die Planung genommen, hieß es.
Keine Entscheidungsbefugnis
Vogelpohl wies indes darauf hin, dass eine Arbeitsgruppe rechtlich keine Entscheidungsbefugnis habe und auch nicht einem beratenden oder beschließenden Ausschuss gleichzusetzen sei.
Die Mitglieder
Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag der Verwaltung, eine Arbeitsgruppe „Thermensanierung“ zu bilden, einmütig zu. In die Arbeitsgruppe berufen wurden jeweils zwei Mitglieder der Fraktionen (Fraktionssprecher und Stellvertreter) sowie Bürgermeister Vogelpohl, der auch Geschäftsführer der Bade- und Kurverwaltung ist. Dem Gremium gehören somit Monika Morath und Mike Hößle (CDU/Unabhängige), Daniel Billich und André Kammüller (Freie Wähler) sowie Marco Maier und Simone Scheffelmaier (SPD) an.
Ein erstes Konzept
Im Sommer 2025 war ein erstes Konzept zur Thermensanierung vorgestellt worden, das den Neubau in mehreren Bauabschnitten vorsah. Knackpunkt bei dem Mammutprojekt ist die Finanzierung.
Der im Gemeinderat präsentierte Entwurf des Architekturbüros sah den Neubau einer kompletten Therme in sieben bis acht verschiedenen Bauabschnitten vor, in einem Zeitrahmen bis zum Jahr 2050. Die Gesamtkosten wurden mit rund 42 Millionen Euro beziffert, dazu kommen noch einmal rund zwölf Millionen Euro für ein neues Saunagebäude.
Knackpunkt Finanzierung
Im Interview mit unserer Zeitung, kurz vor der Bürgermeisterwahl am 25. Januar, hatte Vogelpohl zum Thema Thermensanierung gesagt: „Wir haben in den letzten Jahren verschiedene Gutachten und daraus ein Konzept erstellt, um den Gebäudebestand schrittweise weiterzuentwickeln. Einen kompletten Neubau können und wollen wir uns nicht leisten. Konkret wollen wir ein zweites Innenbecken bauen, auch um wieder mehr Gesundheitskurse anbieten zu können.“ In diesem Zusammenhang machte der Rathauschef deutlich, dass er „dafür kämpfe, die Therme erfolgreich in die Zukunft zu führen“. Wobei er anmerkte, dass das Projekt sehr komplex sei und gut vorbereitet werden müsse.