Ausbau der Sonnenrainschule
: Hohe Kosten für Schulerweiterung in Rheinweiler sorgen für Diskussion

Für rund 250 Quadratmeter zusätzliche Fläche wird mit Kosten von 1,7 Millionen Euro kalkuliert. Bürgermeister Vogelpohl: Wir haben keine Alternative.
Von
Claudia Bötsch
Bad Bellingen
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Die Sonnenrainschule wird erweitert, um den wachsenden Schülerzahlen und dem Ganztagsbetrieb gerecht zu werden. Die Gemeinde plant, die überdachten Parkplätze unterhalb des Schulerweiterungsbaus von 2017/2018 zu überbauen, um zusätzlichen Raum zu schaffen. Das Foto zeigt, wie der geplante Erweiterungsbau aussehen könnte.

zVg/Gemeinde/Büro Schramm-Klein-Bregenhorn

Hintergrund der Erweiterung ist, dass ab dem Schuljahr 2026/2027 ein Rechtsanspruch auf ein schulisches Ganztagsangebot für Grundschulkinder gilt, beginnend mit der Klassenstufe eins – was mit zusätzlichem Platzbedarf einhergeht.

Vorgesehen ist die Umbauung des derzeit offenen „Parkdecks“ unterhalb des Schulerweiterungsbaus von 2017/2018. Das heißt: Die überdachten Parkplätze werden wegfallen und die Fläche für den Schulbetrieb genutzt. Ein Großteil der dafür kalkulierten Summe von 1,73 Millionen Euro wird über Fördergelder finanziert: Knapp eine Million Euro gibt es über die Schulbauförderung, zusätzlich fließen 350 000 Euro über den Ausgleichstock.

„Wir machen es nur, weil wir die Förderung bekommen“, meinte André Kammüller (Freie Wähler), der eine „Verschwendung von Steuergeldern“ kritisierte. Dabei machte er deutlich: „Ich habe ein Problem mit den Gesamtkosten, nicht mit der Planung.“ Es sei zwar gut, dass der Platz für die Schüler geschaffen werde. Die Summe von 1,73 Millionen Euro stünde jedoch in keinem Verhältnis zur zusätzlich generierten Fläche. „Niemand würde in dieser Größenordnung bauen“, betonte er.

Entsprechende Weichen

In die gleiche Kerbe schlugen seine Fraktionskollegen Wolfgang Müller und Daniel Billich. „Die Fehler wurden vor Jahren gemacht“, meinte Müller. Die Krux sei, dass Verwaltung und Gemeinderat damals die Weichen falsch gestellt hätten.

Die Sonnenrainschule in Rheinweiler platzt aus allen Nähten.

Foto: Alexander Anlicker

Billich störte sich zudem an der Höhe der Kosten für Architekten- und Ingenieurleistungen. Das könne man dem Bürger nicht vermitteln, meinte er. Dem widersprach Planer Stefan Bregenhorn. Mit rund 20 Prozent der Bausumme liege man „ziemlich weit unten“, bei anderen Projekten seien es rund 30 Prozent.

Hohe Kosten pro Quadratmeter

Dass die Gemeinderäte Bauchschmerzen haben angesichts der Kosten konnte Bregenhorn allerdings nachvollziehen und sagte offen in die Runde: „Klar ist: Kein privater Bauherr würde zu diesem Quadratmeter-Preis bauen.“ Fakt sei indes auch, dass bei solch kleineren Maßnahmen der Aufwand oftmals deutlich größer sei. Zur Kostenschätzung meinte er zudem, einen gewissen Sicherheitspuffer eingerechnet zu haben. Denn bei den Vergabeverfahren käme es momentan zu Preisschwankungen um teils bis zu 100 Prozent.

„Die beste Variante“

Bürgermeister Carsten Vogelpohl stimmte zu, dass die Lösung „unbefriedigend“ sei. „Aber wir haben keine Alternative. Das ist noch die beste von allen zur Verfügung stehenden Varianten.“ Er würde auch am liebsten auf der grünen Wiese bauen, das sei aber nicht möglich, da man vor Jahren an diesem Standort festgehalten habe. Er verwies auf den Bau der neuen Sporthalle und die bereits erfolgte Schulerweiterung, die ebenfalls über Fördermittel realisiert wurden und jeweils 20 Jahre lang dem Förderzweck gemäß genutzt werden müssen. Darüber hinaus sei auch aus pädagogischer Sicht ein zweiter Schulstandort verworfen worden.

Gemeinderat stimmt zu

Mit Zähneknirschen stimmte der Bad Bellinger Gemeinderat schließlich – bei einer Enthaltung von Müller– der Planung zu und es wurde beschlossen, das 1,7-Millionen-Euro-Projekt fortzuführen.

Aktiv- und Ruheraum

„Wir wollen alle das Beste für unsere Schulkinder“, betonte Schulleiter Marius Grether. Ziel sei, die neuen Räume bestmöglich zu nutzen. Durch die Erweiterung soll zum einen ein Aktivraum für textiles Werken und Kunstunterricht geschaffen werden, und zum anderen ein Ruheraum, der auch Platz für die Schulbücherei bieten soll. Die beiden Räume (insgesamt rund 130 Quadratmeter) sollen über eine schallschützende Trennwand separiert werden, die jedoch bei Bedarf – etwa für Veranstaltungen – geöffnet werden könne, hieß es. Damit will die Schule auch eine neue Begegnungsfläche schaffen, unterstrich Grether. Außerdem vorgesehen ist ein Büro für das Team der Ganztagsbetreuung des SAK Lörrach. Zusätzlich gibt es einen Lager- und Putzraum sowie einen Technikraum. Geplant ist außerdem eine WC-Anlage für Schüler und Lehrer inklusive Behinderten-WC.

Auch für VHS nutzen

„Die Räume würden sich auch für Kurse der Volkshochschule eignen“, sprach Vogelpohl eine zusätzliche Nutzung der Räume außerhalb der Schulzeiten an.

Die überdachten Lehrerparkplätze werden umbaut und fallen somit weg.

Foto: Alexander Anlicker

„Auch wenn die Kosten problematisch sind: Es wäre Sünd’ und schad’, diese Möglichkeit nicht zu nutzen“, plädierte Manfred Fräulin (Freie Wähler) dafür, das Projekt anzupacken – zumal es keine Alternative gebe. Zudem habe man bereits ausgiebig über das Thema diskutiert.

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