Atomkraftwerke in der Region: Efringen-Kirchen bleibt im trinationalen Atomschutz-Verband

Das 1984 in Betrieb genommene Kernkraftwerk Leibstadt ist das jüngste und mit 1275 Megawatt Leistung größte Atomkraftwerk der Schweiz.
Michael WerndorffSeit dem Jahr 2007 ist Efringen-Kirchen Mitglied im Trinationalen Atom-Schutzverband (Tras). Ziel des Verbands ist es, die Interessen und Rechte der Bürger gegenüber nuklearer Risiken in Deutschland, Frankreich und der Schweiz zu vertreten. Insbesondere setzt sich der Tras aktiv für die Stilllegung des grenznahen Atomkraftwerks Fessenheim in Frankreich ein, die im Jahr 2020 erfolgt ist.
Deshalb sollte der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung über den Austritt von Efringen-Kirchen aus dem Tras beschließen. Die Verwaltung wolle mit dem Austritt die jährlichen Mitgliedsbeiträge von rund 700 Euro einsparen, wie Bürgermeisterin Carolin Holzmüller in der Sitzung erklärte. Der Austritt sei wegen der Kündigungsfristen allerdings erst Ende 2026 möglich. „Die Einsparung unterstützt das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts. Der Austritt entspricht damit dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“, heißt es in der Beschlussvorlage.
„Eine Mitgliedschaft in einem grenzüberschreitenden Verband ist kein Kostenfaktor, sondern ein Zeichen dafür, Verantwortung zu tragen“, meinte Gemeinderat Sven Vormann (Freie Wähler). Er appellierte dafür, Strukturen zu erhalten, anstatt zu schwächen. Zwar habe Fessenheim einst den Impuls zum Beitritt gegeben und sei nun abgeschaltet. Der Rückbau dauere allerdings bis 2040 und sei „technisch und sicherheitsbedingt heikel“.
Atomfrage endet nicht mit Fessenheim
Zudem ende die Atomfrage nicht mit Fessenheim, stellte Vormann fest. Er erinnerte an die benachbarten Kernkraftwerke Leibstadt und Beznau, das als ältestes Atomkraftwerk der Schweiz im Jahr 1969 in Betrieb ging.
Einflussmöglichkeiten erhalten
„Mit dem Austritt aus dem verlieren wir unsere Einflussmöglichkeiten“, sagte Vormann. Der Gemeinderat folgte ihm und lehnte des Austritt aus dem Trinationalen Atom-Schutzverband mehrheitlich ab.