Appell der Bürgermeister
: „Gewerbeakademie in Schopfheim muss erhalten bleiben“

Mit großer Sorge verfolgen  Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Mittleren und Oberen Wiesentals, Weil am Rhein, Binzen sowie der angrenzenden Kommunen im Landkreis Waldshut die aktuellen Entwicklungen rund um den Standort der Gewerbeakademie Schopfheim.
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(red/pm)
Kreis Lörrach
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Zahlreiche Bürgermeister aus dem Wiesental, dem Kandertal sowie aus Angrenzergemeinden des Landkreises Waldshut wollen die Schopfheimer Gewerbeakademie unbedingt erhalten wissen. Beim Fototermin der Gemeindeoberhäupter fehlten Weils OB Diana Stöcker sowie Binzens Rathauschef Andreas Schneucker.

Zahlreiche Bürgermeister aus dem Wiesental, dem Kandertal sowie aus Angrenzergemeinden des Landkreises Waldshut wollen die Schopfheimer Gewerbeakademie unbedingt erhalten wissen. Beim Fototermin der Gemeindeoberhäupter fehlten Weils OB Diana Stöcker sowie Binzens Rathauschef Andreas Schneucker.

Stadt Schopfheim
  • Bürgermeister aus Wiesental, Kandertal und Nachbarkommunen wollen Schopfheims Gewerbeakademie erhalten.
  • Die Handwerkskammer entscheidet im Herbst – nach Aussagen der Spitze gilt Schließung als wahrscheinlich.
  • Begründung ist fehlende Förderfähigkeit wegen geringer Auslastung, eine IG legte Gegenkonzepte vor.
  • Bürgermeister warnen vor Folgen für Handwerk, Betriebe und Jugendliche, vor allem bei längeren Wegen.
  • JET-Tage und Berufsorientierung wären stark betroffen – Appell: Konzepte prüfen, Auslastung steigern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die derzeit im Raum stehende Schließung der für das regionale Handwerk bedeutenden Ausbildungsstätte wäre ein schwerer Rückschlag für die gesamte Region, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Zwar ist eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Gewerbeakademie noch nicht gefallen und obliegt der Vollversammlung der Handwerkskammer, die im Herbst darüber beraten wird. Nach den bisherigen Aussagen der Spitze der Handwerkskammer erscheint eine Schließung des Standorts jedoch wahrscheinlich. Hintergrund ist die derzeit fehlende Förderfähigkeit aufgrund einer zu geringen Auslastung.

Bürgermeister fürchten vorschnelle Schließung

Bereits im vergangenen Jahr hat sich deshalb eine Interessengemeinschaft (IG) zum Erhalt der Gewerbeakademie Schopfheim gebildet, in der sich unter anderem Gemeindeoberhäupter aus der Region engagieren. Die IG hat nach eigenen Angaben der Handwerkskammer bereits konkrete und umsetzbare Vorschläge unterbreitet, wie der Standort Schopfheim erhalten und gleichzeitig deutlich besser ausgelastet werden könne. Aus Sicht der Kommunen sollte dieses Potenzial genutzt werden, „anstatt vorschnell eine Schließung in Betracht zu ziehen“, wie es in der Mitteilung weiter heißt.

Für die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ist dem Papier zufolge klar: Statt den Standort aufzugeben, müssen alle Beteiligten gemeinsam nach Lösungen suchen, um die Zahl der Auszubildenden in Schopfheim wieder zu erhöhen und die langfristige Zukunft der Gewerbeakademie zu sichern.

Harscher: „Unverzichtbarer Baustein“

Schopfheims Bürgermeister Dirk Harscher betont: „Die Gewerbeakademie ist ein unverzichtbarer Baustein der beruflichen Bildung und der Fachkräftesicherung in unserer Region. Eine Schließung hätte weitreichende Folgen für das Handwerk, die Ausbildungsbetriebe und die jungen Menschen im Wiesental und den angrenzenden Gemeinden.“

Gerade die wohnortnahe Ausbildung sei ein entscheidender Standortvorteil. Kurze Wege erleichterten Auszubildenden den Zugang zur überbetrieblichen Ausbildung und entlasteten sowohl die jungen Menschen als auch die Ausbildungsbetriebe. Müssten die Auszubildenden künftig deutlich längere Anfahrtswege in Kauf nehmen, bestehe die Gefahr, dass sich weniger junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden oder Betriebe bei der Gewinnung von Nachwuchs zusätzlich vor Herausforderungen stünden.

Für Schulen ein herber Verlust

Darüber hinaus hätte eine Schließung auch erhebliche Auswirkungen auf die Berufsorientierung in der Region, fürchten die Initiatoren der IG. Insbesondere die sogenannten JET-Tage, an denen   Schüler verschiedene Ausbildungsberufe praxisnah kennenlernen können, würden einen wichtigen Standort verlieren. Gerade das Angebot in Schopfheim ermögliche es jungen Menschen, an einem Ort eine Vielzahl unterschiedlicher Handwerksberufe kennenzulernen und erste praktische Eindrücke zu gewinnen. Für die Schulen der gesamten Raumschaft wäre der Wegfall dieses Angebots ein herber Verlust.

Die Kommunen sehen darin nicht nur ein Problem für einzelne Betriebe, sondern für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region. Das Handwerk sei ein unverzichtbarer Pfeiler der regionalen Wirtschaft und leiste einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze.

Förderfähigkeit wiederherstellen

Die Rathauschefs appellieren daher eindringlich an die Verantwortlichen der Handwerkskammer, den Standort Schopfheim nicht vorschnell aufzugeben. Vielmehr müsse gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren auf Grundlage der bereits vorliegenden Vorschläge nach tragfähigen Konzepten gesucht werden, um die Auslastung der Gewerbeakademie nachhaltig zu steigern und die Förderfähigkeit wieder zu erreichen.

Harscher schreibt weiter: „Die Zukunft des Handwerks entscheidet sich auch vor Ort. Deshalb brauchen wir starke Ausbildungsstandorte in der Fläche. Die Gewerbeakademie Schopfheim ist für unsere Region von zentraler Bedeutung und verdient eine echte Zukunftsperspektive. Wir fordern die Handwerkskammer auf, gemeinsam mit allen Beteiligten die bereits aufgezeigten Lösungsansätze aufzugreifen und konstruktiv weiterzuentwickeln, anstatt den Standort zu schließen.“