Aktion in Kandern
: Drei junge Leute zeigen ein Herz für krebskranke Menschen

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Blutkrebs“ findet am Ostersonntag eine Typisierungsaktion in „Charlie’s Bar“ in Kandern statt. Unsere Zeitung sprach mit den Organisatoren.
Von
Siegfried Feuchter
Kandern
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In Kandern gibt es eine Typisierungsaktion (Symbolfoto).

Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Anna Bauer aus Riedlingen, 25-jährige Laborantin an der Uniklinik Freiburg, ihre Freundin Fatima Khapizova, 26-jährige Rechtsanwaltsgehilfin aus Kandern, sowie Charlie Polat, der in der Waldeckstraße 49 seit fünf Jahren das Kebaphaus sowie seit Juli das daneben liegende Lokal und Café „Charlie’s Bar“ betreibt, überlegten sich gemeinsam eine Benefizaktion.

Denn der 35-jährige Kurde als Geschäftsmann, der in Deutschland aufgewachsen ist, hat sich schon mehrfach für den Förderverein für krebskranke Kinder in Freiburg engagiert. Sei es, dass er einen Teil des Erlöses der Eröffnungsparty, von Karaoke-Abenden oder dass er bei anderen Anlässen wie einer Halloween-Party gespendet hat. Anderen Menschen in Not zu helfen ist ihm ein Herzensanliegen – wie im Übrigen auch den beiden jungen Frauen. Und bei Events steht in „Charlie’s Bar“ auch immer eine Spendenbox auf dem Tresen.

Offene Türen eingerannt

Spontan kam den drei Freunden während ihres Gesprächs die Idee, eine Typisierungsaktion für die Freiburger Stammzelldatei zu veranstalten, die federführend Anna Bauer dank ihrer beruflichen Tätigkeit in der Universitätsklinik organisierte. Sie nahm Kontakt mit der in der Uniklinik integrierten Stammzelldatei auf und rannte mit ihrer Idee sofort offene Türen ein. Denn diese freut sich über jeden, der sich typisieren lässt und unter Umständen zu einer Stammzellspende bereit ist.

Fatima Khapizova (links) und Anna Bauer mit den Abstrichtupfern

Foto: Bauer

Denn für an Leukämie und anderen bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems erkrankten Menschen ist eine Stammzelltransplantation die einzige Hoffnung. Und je mehr gesunde Personen zwischen 17 und 55 Jahren sich typisieren lassen, desto größer ist die Chance für Blutkrebserkrankte, einen passenden Spender zu finden.

Die Uniklinik gibt aufgrund der verschiedenen HLA-Merkmale (Humanes Leukozytenantigen) die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Spender zu finden, mit eins zu 1000 bis zu eins zu vielen Millionen an.

Gefährliche Krebsart

Übrigens: Blutkrebs zählt mit zu den gefährlichsten Krebsarten, stellt das Freiburger Tumorzentrum in ihrer Informationsschrift zu Blutkrebs, Typisierung und Stammzellspende fest. Denn er störe die Blutbildung und bedrohe lebenswichtige Funktionen.

„An Ostern sind doch viele Leute bei einem Spaziergang unterwegs, deshalb dachten wir, dass dies ein günstiger Termin für eine Typisierung sein könnte“, berichteten Bauer und Polat im Gespräch mit unserer Zeitung, die nun auf eine große Resonanz hoffen.

Charlie Polat

Foto: Siegfried Feuchter

Daher findet die Typisierungsaktion am Ostersonntag, 5. April, von 14 bis 21 Uhr statt. „Schnell und schmerzlos“ läuft sie ab, sagen die hilfreichen Organisatoren. Wer in „Charlie’s Bar“ vorbeikommt, muss lediglich eine Einverständniserklärung ausfüllen. Anschließend macht Bauer an der Wangeninnenseite einen Abstrich, und schon „schenkt man einem an Leukämie erkrankten Menschen Hoffnung“.

Jeder ist willkommen

All diejenigen, die mindestens 17 Jahre alt und nicht älter als 55 Jahre sind, an keiner ernsthaften Erkrankung leiden, in keiner anderen Spenderdatei registriert sind und die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, können sich typisieren lassen. Übrigens: Das Einverständnis für eine freiwillige Stammzellspende kann jederzeit widerrufen werden.

Anna Bauer hat von der Uniklinik respektive der Stammzelldatei für die Kanderner Aktion am Ostersonntag umfangreiches Aufklärungsmaterial und Flyer sowie das notwendige Abstrichbesteck erhalten. Jetzt hoffen sie und ihre zwei Mitstreiter auf eine möglichst große Resonanz in Kanderns Bevölkerung und darüber hinaus in der Region.

Jeder, der die Aktion unterstützen will, ist willkommen. „Es gibt auch Kaffee und Kuchen“, sagt Charlie Polat und fügt seinen Leitsatz hinzu: „Wer helfen kann, soll es auch tun. Es ist eine gute Tat an Ostern.“ Und wer die Freiburger Stammzelldatei mit einer Spende finanziell unterstützen will (allein die Laborkosten für eine Typisierung belaufen sich auf 50 Euro), kann dies ebenso tun. Eine Spendenbox steht in „Charlie’s Bar“ bereit.