Abschied nach 15 Jahren
: Dekanin Bärbel Schäfer geht in den Ruhestand

An der Spitze des evangelischen Kirchenbezirks Markgräflerland kommt es zu einem Wechsel. Dekanin Bärbel geht in den Ruhestand.
Von
Michael Werndorff
Kreis Lörrach
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Für die scheidende Dekanin Bärbel Schäfer standen Ökumene und Zusammenarbeit ganz oben auf der Agenda. Seit Februar 2010 war sie an der Spitze des evangelischen Kirchenbezirks Markgräflerland. Nun wird sie in den Ruhestand verabschiedet.

Michael Werndorff

Ökumene stärken, Menschen zusammenbringen, Verbindungen schaffen und gemeindeübergreifend zusammenarbeiten: Für Bärbel Schäfer, scheidende Dekanin des evangelischen Kirchenbezirks Markgräflerland, war das während ihrer Amtszeit eine Herzensangelegenheit.

Am Sonntag wird die 66-jährige in der evangelischen Stadtkirche in Schopfheim in den Ruhestand verabschiedet. Sie sei stets in Kooperationen unterwegs gewesen, erklärt die gebürtige Heidelbergerin bei einem Pressegespräch.

Schäfer hatte ihren Dienst im Frühjahr 2010 aufgenommen, und zwar mit dem Auftrag, die vollzogene Fusion der Kirchenbezirke Schopfheim und Lörrach zum Kirchenbezirk Markgräflerland umzusetzen. Im Laufe der Jahre habe sich die Dreiteilung der Region verflüchtigt, so Schäfer.

Es entstanden kleinere Dienstgemeinschaften, bei denen sich die hauptamtlichen Gemeinden absprechen oder auch gegenseitig vertreten. „Ich war mir sicher, dass dies der richtige Weg ist“, blickt sie auf die Bildung von Kooperationsräumen zurück. Damit sei man der Zeit voraus gewesen, wie Schäfer festhält. Bereits in ihrem Studium habe sie Kooperation großgeschrieben. „Ich kann gar nicht anders.“

Förderung der Ökumene

Für eine verstärkte Kooperation

Das sei auch die richtige Antwort auf häufige Vakanzen gewesen. Bisweilen sei ein Drittel der Pfarrstellen unbesetzt gewesen. Das bereits Erreichte sei eine gute Grundlage für den Strategieprozess „ekiba 2032 Kirche. Zukunft. Gestalten“, der die verstärkte Kooperation verpflichtend macht. Mit diesem Strategiepapier nimmt die evangelische Landeskirche die Herausforderungen der Zeit in den Blick. Im Fokus: die Frage, wie in Zukunft Gottes Botschaft in die Welt getragen werden kann.

Ein weitere Schwerpunkt ihrer Tätigkeit war die Förderung der Ökumene. „Das ist ein wichtiges Thema und war bei der Übernahme des Kirchenbezirks vorhanden – auch grenzüberschreitend“, so die 66-Jährige, die nach ihrer Verabschiedung ihren Wohnsitz wieder nach Freiburg verlegen wird. „Wir sind eine weltweite Kirche, die überall Verantwortung trägt.“ So gehöre es dazu, sich der gesellschaftlichen Situation zu stellen und darum zu ringen, wo Kirche auch in der Politik ihre Platz hat. Erst kürzlich wurde wegen des anstehenden Wechsels an der Spitze beider Konfessionen die Partnerschaftserklärung mit dem katholischen Dekanat Wiesental erneuert und auf den aktuellen Stand gebracht.

Zusammenarbeit mit der Diakonie

Weiter wichtig war ihr die Zusammenarbeit mit der Diakonie - von einer schieren Freude berichtet Schäfer. „Gemeinsam haben wir vieles auf den Weg gebracht.“ Man stärke sich gegenseitig und tauche in eine andere Welt ein. „Das ist eines der Felder, wo es mir besonders schwerfällt, aufzuhören“, betont die scheidende Dekanin. Mit der zur Kirche im Quadrat weiterentwickelten Lörracher Christuskirche gebe es einen sichtbaren Ausdruck der Zusammenarbeit, beschreibt sie das gemeinsame Wirken. Auch habe sie sich mit den Diakonischen Werk-Geschäftsführern Karin Racke und Michael Schmitt-Mittermeier bestens verstanden.

Viele Herausforderungen

Starte Einschnitte nötig

Schäfer geht in einer Zeit, die für den Kirchenbezirk voller Herausforderungen zu sein scheint. Denn: In den nächsten Jahren muss das 2022 beschlossenen Strategiepapier umgesetzt werden, das heftige Einschnitte und Einsparungen bei Personal und Immobilien vorsieht.

Bis zum Jahr 2036 müssen 30 Prozent der Pfarrstellen eingespart werden, Einschnitte soll es im selben Umfang bei Gebäuden geben – schrittweise in den Jahren 2025, 2033 und 2036, um Gremien und Menschen nicht zu überfordern.

Die Beschlüsse sollen mit Leben gefüllt und die Gemeinden mitgenommen werden. Konkret entfallen 16 Pfarr- und 4,25 Diakonenstellen. Laut Markus Schulz – neben Angelika Walliser und Ulrike Krumm Stellvertreter von Bärbel Schäfer – werde man den Auftrag umsetzen, trotzdem müsse Kirche ihren Auftrag erfüllen und ihre Anziehungskraft erhalten. Indes: Bei den 30 Prozent werde es vielleicht nicht bleiben.

Nachfolgerin stellt sich vor

Bei dem Prozess gehe es unter anderem um die Frage, was die nächste Generation braucht, um gut arbeiten zu können. In diesem Zusammenhang sprach er von einem substanziellen Strukturwandel. Es seien herausfordernde Zeiten, in den Menschen an ihre Grenzen kämen, vor allem wenn Liebgewordenen aufgegeben werden müsse.

Die Vakanz nach Schäfers Ausscheiden wird wohl nur von kurzer Dauer sein, denn eine mögliche Nachfolgerin hat sich bereits gefunden: Auf die Stellenausschreibung hat sich Esther Philipps beworben. Sie ist derzeit Pfarrerin und stellvertretende Dekanin in Pforzheim. Am 17. Juli wird sie sich in der Bezirkssynode vorstellen. Sollte sie gewählt werden, könnte sie Ende des Jahres auf Schäfer folgen.