Zum 25. Geburtstag der Blumenschau
: Stadt Lahr würdigt Chrysanthema-Macher der ersten Stunde

Aus Anlass des Chrysanthema-Jubiläums hatte die Stadt Lahr zu einem Empfang in die Mehrzweckhalle eingeladen, bei dem in vielfältiger Form an die Anfänge der herbstlichen Blumenschau erinnert wurde. Dabei wurden auch die Macher von einst geehrt.
Von
Endrik Baublies
Lahr
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Ihnen ist zu verdanken, dass die Chrysanthema zu dem wurde, was sie heute ist (von links): Ikebana-Meister Kikuto Sagakawa, Richard Sottru (ehemals Leiter öffentliches Grün), Bruno Kohlmeyer (ehemaliger Redakteur der Badischen Zeitung), Thomas Bickel und Wolfgang Eichler (für die Lahrer Werbegemeinschaft), Friederike Ohnemus (Ratsangelegenheiten), Martina Mundinger (Stadtmarketing), Alt-OB Wolfgang G. Müller, OB Markus Ibert (der die Ehrungen vornahm) und Thaddäus Schmid, der frühere Geschäftsführer der Lahrer Zeitung.

Baublies

Anwesend am Sonntagvormittag waren Vertreter der Verwaltung, Stadträte, Ortsvorsteher und Ortschaftsräte, Sponsoren, Gäste aus Dole, Belleville und Kasama, während der Blumenschau ehrenamtlich engagierte Lahrer und einige Ex-Chrysanthemenköniginnen. Blumenhoheit Marion I., die ihr Amt tags zuvor an Birgit I. abgegeben hatte, blickte auf ein spannendes Jahr zurück: Sie sei froh, dass sie ihr Versprechen vom Herbst 2023 habe einhalten können. Damals hatte sie sich vorgenommen, für jeden Besucher ein Lächeln zu haben.

Nach dem Begrüßungsmarathon bei rund 200 geladenen Gästen hatte OB Markus Ibert Zahlen und Fakten parat: Im vergangenen Jahr sorgten mehr als 300 000 Chrysanthema-Besucher für einen Umsatz von rund 10,5 Millionen Euro. Ein Viertel der Besucher kam aus Lahr. „Die Chrysanthema ist mehr als die Summe ihrer Teile“, betonte er. Ibert räumte ein, dass es immer einige Lahrer geben werde, die mit der Blumenschau in ihrer jetzigen Form nicht einverstanden sind. Manchen sei das Event im Herbst zum Beispiel zu lang, anderen zu kurz. Der OB war sich aber sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Lahrer „voll hinter der Chrysanthema steht“.

Lea Johanna Gruenwald, die Chrysanthemenkönigin des Jahres 2018, ist mit der Blumenschau groß geworden. Sie erinnerte sich, als Kind von Anfang an beim Bühnenprogramm des TV Lahr mit dabei gewesen zu sein. Heute bereichert sie das Programm mit Auftritten von Schülern ihrer eigenen Tanzschule.

In Deutschland gibt es nichts Vergleichbares

Wolfgang G. Müller war OB, als die Blumenschau von der Sulzberghalle (1997) und dem damaligen Centenniel-Club am Flugplatz (1998) ein Jahr später das erste Mal in die Innenstadt kam. Er erinnerte an den damaligen Hauptamtsleiter Harald Paul, der mit der Idee einer Freiluft-Chrysanthema bei ihm vorstellig wurde. Müller, Thaddäus Schmidt, damals Geschäftsführer der Lahrer Zeitung, und der mittlerweile verstorbene Stadtgärtner Eckhard Riedel gehörten zu den Machern der ersten Stunde.

Es gab auch eine Podiumsdiskussion zur Chrysanthema, mit Thomas Breyer-Mayländer von der Fachhochschule Offenburg, Lea Johanna Gruenwald, Gerhard Hugenschmidt (Vorstand BW Grün), als Moderator Markus Knoll, außerdem Ibert, Müller und Schmid, der Ende der 1990er-Jahre zu den Initiatoren der Chrysanthema gehört hatte. Hugenschmidt meinte dabei, dass die Blumen die Attraktion der Chrysanthema ausmachen. Alles andere sei dem floralen Arrangement nachgeordnet. Dem widersprach Breyer-Mayländer: Es seien zuerst die Menschen, die hinter dem Konzept stehen. Um es vorweg zu nehmen: Diese Frage wurde trotz der Kompetenz aller Teilnehmer nicht abschließend geklärt.

Einig waren sich indes alle, dass die Chrysanthema in der Form, wie sie sich vor allem seit 2004 bis heute entwickelt hat, ein Alleinstellungsmerkmal ist. In Deutschland gebe es nichts Vergleichbares. Doch warum hat sich die – eigentlich widersinnige – Idee, eine Blumenschau im Herbst zu veranstalten, bis heute gehalten? Gibt es doch, auch in der näheren Umgebung, genügend Beispiele für Veranstaltungsflops, wo eine Idee nach kurzer Zeit wieder verschwunden ist.

Müller und Schmid vertraten die Ansicht, dass es das Konzept und damit die Menschen waren und sind, die den Erfolg der Chrysanthema bis heute ausmachen. Schmid erinnerte sich an Anstecker, die es am Anfang – vor jeder anderen Art von Sponsoring – zum Kauf gab. „Die Menschen sind dahinter gestanden.“ Einig waren sich alle auf dem Podium, dass sehr viel Ehrenamt zum Gelingen der Blumenschau gehört – und das ungeachtet aller Professionalität, ohne die es ebenfalls nicht geht. Die Teilnehmer wünschten sich unisono, dass die Chrysanthema auch ihren 50. Geburtstag erleben soll.

Eine nette Anekdote packte Thaddäus Schmid aus. Demnach gab es – zumindest einmal – auch einen Chrysanthemenkönig: Als Anita Nuvolin 2006 die erste Chrysanthemenkönigin wurde, sei ihr nämlich der damalige Verwaltungschef kurzerhand als Wolfgang I. an die Seite gestellt worden. Der nachträglich so Geehrte sagte dazu auf dem Podium nichts. Aber er bewies mit seinem Lachen Humor.

Die Ehrungen

Beim Empfang wurden Initiatoren und Engagierte geehrt, die die treibenden Kräfte hinter der Blumenschau waren: Ikebana-Meister Kikuto Sagakawa, Richard Sottru (Ex-Leiter öffentliches Grün), Bruno Kohlmeyer (ehemals Redakteur der Badischen Zeitung), Thomas Bickel und Wolfgang Eichler (für die Werbegemeinschaft), Friederike Ohnemus (Ratsangelegenheiten), Martina Mundinger (Stadtmarketing), Alt-OB Wolfgang G. Müller und Thaddäus Schmid, langjähriger Geschäftsführer der Lahrer Zeitung.

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