Zum 100-jährigen Bestehen: Musikverein Oberweier beendet das Jubiläumsjahr klangvoll

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Schwarzwälder BoteMit dem Kirchenkonzert beschloss der Musikverein Oberweier ein ereignisreiches Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen des Vereins.
Im gesamten Jahr schenkte der Musikverein herausragende musikalische Erlebnisse. Einer der Höhepunkte war die Matinee im April und die damit verbundenen klangvollen musikalischen Bilder und Dramen in ausdrucksstarker Klangwelt.
Einen krönenden Abschluss erfuhr das Jubiläumsjahr am Sonntag mit dem Kirchenkonzert in der St. Michaelkirche. Liebhaber der Klassik, wie sie das Orchester in Oberweier seit Jahrzehnten beherrscht, haben sich schon viele Wochen im voraus darauf gefreut. Der Musikverein Oberweier weiß, die Menschen mit seiner klangvollen Erzählkunst in die Tiefen einer Symbiose von Komponist, Musiker und Instrument mitzunehmen.
Max Bühler stellte Werke und deren Aussagegehalt kurz vor
Adam Kalbfuß hat nicht nur für jedes Instrument – Posaune, Trompete, Flügelhorn, Baritonhorn, Tenorhorn, Horn und Tuba – die Stücke arrangiert – im Ensemble „Edelblech“ spielte er selbst die Tuba. Max Bühler stellte die Werke, deren Aussagekraft und Komponisten kurz vor.
Mit seinem Kirchenkonzert setzt der Musikverein Oberweier einen klassischen, ruhigen und harmonischen Schlusspunkt für sein 100. Geburtstagsjahr. Von großem Respekt getragen ist auch die Moderation von Bühler gegenüber der herausragenden musikalischen Kompetenz von Kalbfuß. Seit 43 Jahren ist Kalbfuß Dirigent und Ausbilder des Musikvereins. Nahezu alle, Musiker, die in den Reihen des Vereins sitzen, haben seine Schule besucht.
Mit der Geburt Jesu wird nicht nur das Freudenfest der Christenheit gefeiert. Dass mit der Geburt von Jesus Christus auch dessen Leidenszeit bis hin zur Kreuzigung beginnt, haben viele Komponisten zum Thema gemacht. Kalbfuß hat mit seinem Ensemble Kompositionen der drei großen Komponisten Giovanni Pierluigi aus Palestrina, Johann Sebastian Bach und Ludwig van Beethoven ausgesucht.Dem Ensemble gelang der klangvolle Ausdruck von Freude und Leid, Hoffnung und Schmerz in einem Spannungsfeld, das mit der Geburt Jesu auch dessen Leidenszeit beginnt. So wurde die Vertonung der marianischen Sequenz Stabat Mater, ein mittelalterliches Gedicht, zum Ausdruck für den Schmerz von Mutter Maria um ihren Sohn dem gekreuzigten Jesus.
Vier gehaltvolle Sätze von Bach
In seiner dritten Orchestersuite BWV1086 stellte das Ensemble vier gehaltvolle Sätze von Johann Sebastian Bach vor. Tragen ließ sich Ludwig van Beethoven von seinem tiefen Glauben an die Schöpfung und deren einzigartigen Erscheinungsformen, die er in seinem Werk „6. Symphonie opus 68“ deutlich wird. Hieraus nahm das Ensemble mit dessen Interpretation des „1. Satz – Allegro ma non troppo“ die Zuhörer mit. Vielfach lehnten sich die Besucher zurück und ließen sich von der Musik tragen. Am Ende hielt es die Zuhörer jedoch nicht auf den Kirchenbänken. Mit ihrem stehenden Applaus forderten sie eine Zugabe, die ihnen mit einem nicht weniger sensiblen Spiel von Tochter Zion geschenkt wurde.
Die Gruppe „edel Blech“
Die Gruppe „edel Blech“ ist eine kleine Blechbläserabordnung des Musikvereins Oberweier. Entstanden ist das Ensemble während der Coronapandemie, um auch in dieser Zeit gemeinsam musizieren zu können. Seither hat sich das Ensemble stetig weiterentwickelt und ein vielseitiges Repertoire erarbeitet, das von Unterhaltungsmusik bis zu klassischer Literatur reicht. Die musikalische Leitung obliegt in den Händen von Tubist Adam Kalbfuß, der zugleich als Arrangeur maßgeblich den klanglichen Charakter und die stilistische Vielfalt der Gruppe prägt.