„Wir haben gut gewählt“: Räte gratulieren Dietmar Benz zum 30-Jährigen als Bürgermeister

Der Gemeinderat ehrte am Montag Dietmar Benz, der am 1. Dezember 1994 sein Amt als Bürgermeister antrat und nunmehr 30 Jahre Bürgermeister von Mahlberg ist. Von links: Ulrike Kesselring, Jannick Obergföll (beide Bürgermeisterstellvertreter) Silvia Benz, Dietmar Benz, Thomas Schwarz (erster Bürgermeisterstellvertreter) und Bernd Dosch (Ortsvorsteher Orschweier).
FischerDie Einwohnerzahl sei um 1000 Einwohner gestiegen, der Schuldenberg komplett abgetragen. Das seien zwei wichtige Kennzahlen der inzwischen drei Jahrzehnte währenden Ära Dietmar Benz an der Spitze der Rathausverwaltung, erklärte der Erste Bürgermeisterstellvertreter Thomas Schwarz (FW) in seiner Laudatio auf den Bürgermeister.
Gleich im ersten Wahlgang habe Benz bei der Wahl am 9. Oktober 1994 die Wähler in Mahlberg und Orschweier überzeugt und mit 67,84 Prozent Stimmenanteil dann am 1. Dezember den Chefsessel im Rathaus eingenommen. In Schwarz‘ Rede folgte dann eine ausführliche Aufzählung von Projekten, die der Rathauschef angestoßen oder die er mit dem Gemeinderat verabschiedet und umgesetzt hat.
Benz sei dabei immer seiner Überzeugung gefolgt und auch keiner Konfrontation aus dem Weg gegangen – nicht nur in leidenschaftlichen Debatten im Gemeinderat, sondern auch in Auseinandersetzungen mit Behörden, Bahn oder auch mit Nachbargemeinden. Stets sei er aber im Sinne des Gemeinwohls für seine Stadt eingetreten.
Grundversorgung derBürger sichergestellt
Als einer der Weggefährten der ersten Stunde erinnerte Alt-Stadtrat Klaus Weiswurm, beim Amtsantritt von Benz CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat und während der Amtszeit Bürgermeisterstellvertreter, in launigen Worten. Er lobte Benz vor allem für sein Engagement beim Erhalt einer Grundversorgung für die Menschen in Mahlberg und Orschweier. Dass eine Kommune in der Größenordnung von Mahlberg (5400 Einwohner) zwei Hausarztpraxen, zwei Zahnarztpraxen, eine Apotheke und einen Supermarkt vor Ort habe, sei nicht selbstverständlich. Weiswurm: „Wir haben 1994 gewählt und wir haben gut gewählt“.
Dass sein Start als Vorsitzender des Gemeinderats gründlich daneben ging, war einer der Anekdoten zu seiner Amtszeit, die Dietmar Benz in seiner Dankesrede in Erinnerung rief. Denn gleich in seine erste Gemeinderatssitzung als neuer Bürgermeister kam er mit zehn Minuten Verspätung. Der Gemeinderatssitzung voraus ging eine Sitzung der Sparkasse in Lahr. Weil er den Kassenautomat nicht bedienen konnte, musste sein Auto in der Tiefgarage verbleiben. Stattdessen habe er sich auf die Suche nach einem Taxi-Stand gemacht. Benz: „Damals gab es noch keine Handys und bis ich ein Taxi fand, dauerte es. So kam ich verspätet in die Gemeinderatssitzung“. Selbstredend habe es süffisante Bemerkungen der alten Haudegen im Gremium gegeben. In Erinnerung sei ihm aus den Anfängen auch der Sitzungsraum des Gemeinderats im historischen Rathaus, der eher einem Verlies glich. Damals sei während den Sitzungen auch noch geraucht worden. Benz: „Jede Sitzung war auch deshalb ein Härtetest“. Er selbst sehe sich als streitbaren und zuweilen auch sturen Menschen, der eben auch gegenüber einer Obrigkeit nicht in unkritischer Demut verfalle. „Nachtragend bin ich aber nicht. Und ich liebe die Geselligkeit und das Wir-Gefühl, dass man besonders in Vereinen findet“, erklärte Benz.