Vereinsheim mit Gebetsraum
: Mietersheimer Ortschaftsrat hat keine größeren Bedenken zum geplanten Bau

Der Ortschaftsrat befasste sich mit den Plänen eines angedachten Vereinsheims in der Hauptstraße. Dabei sind allerdings noch einige Fragen offen.
Von
Thorsten Mühl
Lahr
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Auf einem Grundstück zwischen Tankstelle und Waschpark soll ein Vereinsheim mit Gebetsraum gebaut werden.

Schabel (Archivfoto)

Um die Pläne des Vereins Treffpunkt Lahrer Kulturen zur Errichtung eines Treffpunkts, auch für das Freitagsgebet, unweit der Tankstelle in der Hauptstraße, gab es in Mietersheim im Verlauf der vergangenen Monate einige Aufregung. Zwischen Tankstelle, Autowaschanlage und Penny-Markt kaufte der Verein ein rund 700 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem ein neues Vereinsheim mit Gebetsraum vorgesehen ist.

Hintergrund ist, dass die vom Verein seit 2006 im Stiftsschaffneigebäude am Urteilsplatz angemieteten Räume zu klein für die rund 200 Mitglieder geworden sind. Aus Gründen des Brandschutzes wurde die Anzahl an Personen, die die Räume gleichzeitig nutzen dürfen, auf 20 beschränkt. Das Freitagsgebet musste aus den gleichen Gründen in mehrere Blöcke aufgeteilt werden.

Während städtische Gremien, etwa der Technische Ausschuss oder der Interkulturelle Beirat, die Planungen offen begrüßten, regte sich in der Nachbarschaft offener und deutlicher Widerstand gegen die geplante Maßnahme. Die Kritiker sehen vor allem Themen wie Verkehrs- und Lärmbelastungen als problematisch an und brachten ihre deutliche Ablehnung zum Ausdruck.

Rat will sich den Planungen nicht verschließen

Im Mietersheimer Ortschaftsrat wurde in der letzten Sitzung vor der kommunalpolitischen Sommerpause eine Bauvoranfrage für die Maßnahme beraten. Zwar konnte der Ortschaftsrat das Ganze lediglich zur Kenntnis geben, im Bedarfsfall aber immerhin seine Bedenken in die weitere Diskussion einbringen. Das Bauvorhaben liegt im Bereich des Bebauungsplans Blockschluck-Götzmann und in einem Mischgebiet. Hier sind „Anlagen für kirchliche und kulturelle Zwecke“ grundsätzlich zulässig.

Verschließen wollte sich der Ortschaftsrat den Planungen des Vereins „Treffpunkt Lahrer Kulturen“ grundsätzlich nicht, wie im Laufe der Sitzung klar zum Ausdruck kam. Größere Bedenken wurden daher nicht laut, allerdings blieben am Tisch noch einige nicht unwichtige Fragen offen.

Denn gerade verschiedene Themen, die den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) umfassten, vor allem dessen Leistungsfähigkeit und Fragen der Verkehrsführung insgesamt (etwa, wenn es um die An- und Abreise zu Veranstaltungen geht) erschienen den Ratsmitgliedern noch nicht abschließend geklärt. Die Zahl ausgewiesener Stellplätze wurde, wie ausgeführt wurde, zwar eigens höher ausgewiesen als vorgegeben. Doch dem Ortschaftsrat stellte sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob diese Stellplatzzahl angesichts der sich zuletzt weiter positiv entwickelnden Resonanz bei den Veranstaltungen des kulturell rege engagierten Vereins im Alltag auch tatsächlich ausreichen würden.

Das sei ein weiteres Thema, das im Dialog aller beteiligten Seiten zu klären sei, brachten die Ratsmitglieder als klar formulierten Wunsch zum Ausdruck. Das Gremium nahm die Bauvoranfrage am Ende positiv zur Kenntnis.

Der Verein

Der „Treffpunkt Lahrer Kulturen“ ist in der Stadt vor allem für sein fleißiges Sammeln von Sachspenden für Algerien bekannt. Doch tatsächlich macht der rund 200 Mitglieder starke Verein deutlich mehr, engagiert sich für Integration und organisiert regelmäßig religiöse Veranstaltungen.

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