Umjubelter Auftritt: „Fireworks of Rock“ begeistern im ausverkauften Lahrer Schlachthof

Frontmann Oli Meier trat mit „Fireworks of Rock“ im Lahrer Schlachthof auf.
WilhelmWährend die Live-Branche aktuell vielerorts mit rückläufigen Besucherzahlen kämpft, scheint ein Gesetz in Lahr unumstößlich: Wenn „Fireworks of Rock“ rufen, dann ist der Schlachthof voll. Bereits zum 15. Mal gastierte die Formation um Oli Meier mit den Brüdern Coco, Lorenz und Tilo Buchholz sowie Bassist Robby Scheffert in der Location.
Das Lahrer Publikum bewies am Samstagabend, dass die Begeisterung für handgemachten Rock der 70er- und 80er-Jahre ungebrochen ist. Von der ersten Minute an wurden die Zuhörer zu aktiven Protagonisten der Show: Sie sangen und grölten mit und – soweit es die engen Platzverhältnisse zuließen – tanzten ausgelassen.
Meier setzt mit seiner markanten Stimme Akzente
Was „Fireworks of Rock“ von der Masse herkömmlicher Coverbands abhebt, ist die spielerische Authentizität und die stimmliche Varianz. Ob schneidende Gitarrenriffs von Lorenz Buchholz, das präzise Schlagzeugspiel von Tilo Buchholz oder der warme Teppich, den Robby Scheffert am Bass legte – das Fundament stimmte. Multi-Instrumentalist Coco Buchholz glänzte wechselweise an Keyboards, Gitarre und Mandoline.
Besondere Akzente setzte natürlich Frontmann Oli Meier, dessen markante Stimme über dem instrumentalen Geflecht schwebte. Dass er auch an der Gitarre ein Experte ist, bewies er mehrfach. Ein künstlerischer Höhepunkt war die selten live dargebotene „Bohemian Rhapsody“ von Queen: Hier lotete das Ensemble im fünfstimmigen Satzgesang seine Grenzen voll aus und erntete stürmischen Applaus. Neben unverzichtbaren Hymnen wie „Juke Box Hero“ von Foreigner oder „Hells Bells“ von AC/DC streuten die Musiker geschickt weniger erwartete Perlen ein.
Ohne mehrere Zugaben endet der Abend nicht
Besonders David Bowies „Heroes“ überraschte das Publikum und zeigte eine neue, feinsinnige gesangliche Facette Meiers. Interessant war der Blick in die Menge: Zwar dominierte die Generation der „Boomer“, doch mischten sich auffallend viele junge Gesichter unter die Fans. „Absolute Fans der Musik unserer Eltern“, lautete der Tenor des Nachwuchses auf Nachfrage.
Einen besonderen Moment schufen die Musiker mit einem Ausblick auf den 7. November. Dann wird die Lahrer Rockwerkstatt im Schlachthof einen Abend den Künstlern des legendären Laurel Canyon in Los Angeles widmen. Mit Titeln der Eagles und von Neil Young gaben die „Fireworks of Rock“ einen Vorgeschmack auf dieses Projekt mit den Brothers, das die Ära von Joni Mitchell, den Doors oder Crosby, Stills, Nash & Young unter Einbeziehung lokaler Gastmusiker wiederbeleben soll.
Erst nach mehreren Zugaben entließ die Rockwerkstatt ein beseeltes Publikum in die Nacht, das den Abend noch lange in der Dreyspring-Bar ausklingen ließ.
So geht’s weiter
Fans der härteren Gitarren können sich den 18. April vormerken. Dann gastiert die Band 4 Volt im Schlachthof – und bringt anspruchsvollen Heavy Metal der 1980er- und 1990er-Jahre auf die Bühne.