Trotz kalten Wetters
: Viel los bei der Kaiserbergtour in Ettenheim

Trotz der schon fast winterlicher Temperaturen ließen sich mehrere hunderte Spaziergänger nicht davon abhalten, den 282 Meter hohen Hügel zu erklimmen.
Von
Michael Masson
Ettenheim
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Zahlreiche Menschen – darunter auch viele Familien – zog es zur Kaiserbergtour trotz der kalten Temperaturen.

Decoux

Die Kaiserbergtour ging von den drei Gemeinden Ettenheim, Ringsheim und Herbolzheim aus. Auf einer Gesamtlänge von 19,5 Kilometern in einer vom Schwarzwaldverein ausgeschilderten Wegwander-Acht konnte die Tour bewältigt werden – aber natürlich gab es auch beliebige Teilstrecken. Seit vier Jahren geht es übrigens am Kaiserberg nur noch über total autogesperrte Rebwege fußläufig weiter. Die drei Bürgermeister wanderten drum aus drei Himmelsrichtungen an, nur Thomas Gedemer (Herbolzheim) verwandtschafts-krankheitsbedingt ausnahmsweise mal nicht zu Fuß. Bruno Metz (Ettenheim) war indes gewohnt mit einer städtischen Gruppe von dortigen Prinzengarten Richtung Süden kilometerweit Richtung Ringsheim gestartet. Pascal Webers Anmarsch als ortsnächster Bürgermeister gestaltete sich hingegen zum ersten zentralen Treffpunkt am Kinderspielplatz „Im Berg“ für ihn komfortabel recht fußnah.

Dort fand der von Weber vor vier Jahren zur Kaiserberg-Wanderung erstmals initiierte ökumenische Gottesdienst im Freien erneut statt. Trotz dazu pünktlich einsetzendem Nieselregen hatten sich dazu dennoch über hundert Menschen eingefunden, als die evangelische Pfarrerin Severine Plöse und der Freiburger erzbischöfliche Sozialpastoral-Leiter Thomas Dietrich ökumenisch gemeinsam handelten.

Wanderer wurden mit Kulinarischem gut versorgt

In seiner kurzweiligen und von Humor geprägten Predigt erinnerte Dietrich vorab an „einen der verrücktesten Dialoge im Evangelium“, nämlich an Jesus gerichtet: „Nun habe ich alles, aber keinen Menschen.“ Sprich: Hilferufe hören zu lernen und wahrzunehmen. Und das, so Dietrich, mit klarem Blick, besonnenem Handeln und weichem Herzen, nämlich für alle hilfebedürftigen Menschen.

Der zentrale Knotenpunkt war, wie gewohnt, die Ecke an der Ringsheimer Grillhütte. Dort hatte sich das Weingut Simone Kreis neben Steaks und Würsten auch mit Nudel-Sauerbraten positioniert. Aber auch sonst auf den Wanderstrecken hatten etwa schon in Herbolzheim die dortige WG und der „Blumige Weinhof“ für Würste und Steaks gesorgt, in der Ringsheimer Hohlgasse die Weingüter Joachim Weber und Weber-Link, neben obligatorischen Wurstwecken gleichermaßen mit Gemüsefrikadellen oder Speckbrot. Klar, überall an der Ständen wurden edle Kaiserberg-Weine, aber auch Nichtalkoholisches angeboten, so von der WG Münchweier-Wallburg-Schmieheim am Dreigemeinde-Eck samt Holzofen-Flammenkuchen. Nicht zu vergessen bei der perfekten Verpflegungslogistik: Auch das Weingut Bieselin, die Hummel-Straußi und das Restaurant Rebland hatten sich unterwegs zur Verpflegung weiteres einfallen lassen.

Fallback Image SB

Schwarzwälder Bote

Trotz feuchtkalten Wetters hatten sich erstaunlich viele Wanderer eingefunden – darunter auch zahlreiche Familien mit kleinen Kindern. Oder aber auch das Rentner-Ehepaar Burger aus Orschweier: „Wir sind immer gern dabei!“ Nicht minder Ursula und Artur Schneider, altersmäßig anfang der Achtziger. Ihr bewährtes Motto: „Wer läuft, kann noch mit!“ Drum sind sie auch schon seit 45 Jahren beim Schwarzwaldverein Ettenheim-Herbolzheim als Mitglieder dabei. Der hält an dem ihm gehörendem Heuberg-Aussichtsturm (noch mal 12,5 Meter höher als der Kaiserberg zur Fernsicht auf die Vogesen) eisern fest. Drum hat er dort oben nun auch abermals per Infostand für sich geworben – nicht nur mit alten Fotos vom 1967 erbauten Kreuzmoos- Wanderheim. Die Vorsitzende Vera Stauffer verteilte mit ihren Helfern überdies Flyer über die vom Schwarzwaldverein mit geschaffenen Wander- und Radwege. Auch oben am Heuberg selbst fanden sich als ausgegebenem Ziel-und Höhepunkt trotz widrigen Wetters weitere hunderte Wanderer ein und nutzten gerne das neue Gastronomiegebäude des Weinguts Weber mit Panoramafenstern als trockene Unterkunft.

Geschichte

Ettenheims Rathauschef Bruno Metz hatte just nach seiner zweiten Wahl im Oktober 2000 das Vergnügen, die damaligen „Weinwanderwege rund um den Kaiserberg“ zu eröffnen. Seine Idee war damals gewesen, eine neue örtliche Weinwirtschaft, aber auch den Tourismus mit der Kaiserberg-Veranstaltung weiter zu fördern. Das klappte prima – bis auf die Corona-Zeit mit entsprechendem Veranstaltungsstopp. Dennoch: Nun hat die dann umbenannte Kaiserbergwanderung schon 24 Jahre hinter sich gebracht, jetzt wieder unter neuem Titel der „Kaiserbergtour“. Doch das Konzept bleibt, versichert Metz. Sein Fazit: „Wir sind eine Weinbaulandschaft, pflegen diese Botschaft weiter!“ Und drum haben sich die drei Kaiserberg-Bürgermeister auch gerne mit der neuen Breisgauer Weinprinzessin Verena Haßler ablichten lassen. Denn, so die Prinzessin: „Ohne Wein geht es natürlich auch!“

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