Tag der offenen Tür: Großes Interesse an der Arbeit des Lahrer Tierheims

Der Tag der offenen Tür im Lahrer Tierheim stieß auf großes Interesse.
Wolfgang Künstle- Lahrer Tierheim lockt viele Besucher an – trotz Hitze waren schattige Plätze schnell belegt.
- Ziel des Fests: Berührungsängste abbauen, nicht vorrangig Tiere vermitteln.
- Team zeigt neue Bereiche, etwa das Gelände für Land- und Wasserschildkröten.
- Tierheim verzeichnet dieses Jahr über 450 Fundtiere, Aufnahmestopp für Katzen wegen früherer Vermehrung.
- THW, Igelrettung Ortenau, Pfötchenhilfe Schwanau und Stadttaubenhilfe Freiburg informierten vor Ort.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sonntag, 10.45 Uhr am Tierheim Lahr. „Irgendwer hat ein Schleusentor geöffnet und die Menschen strömten herein“, berichtet Martin Spirgatis, Vorsitzender des Tierschutzvereins. Viele wollten wieder beim Tierheimfest dabei sein, dabei jedoch die größte Mittagshitze umgehen. „Die schattigen Sitzplätze waren alle belegt“, berichtete Tierheimleiter Martin Spirgatis zufrieden. „Wir hatten es uns angesichts der Hitze schlimmer vorgestellt.“
Aktion soll der Bevölkerung die Berührungsängste nehmen
So ist am Ende doch noch was geworden aus dem alljährlichen Tierheimfest, bei dem die Tierschützer sich, ihre Arbeit und ihre Unterkunft an der Flugplatzstraße vorstellen möchten. „Es geht uns heute nicht darum, viele Tiere zu vermitteln“, sagt Spirgatis. Viel mehr möchte man der Bevölkerung die Berührungsängste nehmen. „Man hört immer wieder, wenn ich zu euch komme, dann muss ich heulen“, berichtet der Tierheimleiter und betont, dass man auch gerne vorbeischauen dürfe, wenn man nicht die Absicht habe, mit einem tierischen Begleiter zurück nach Hause zu gehen. „Unsere Mitarbeiter sind sehr engagiert und tun wirklich alles, um es den Tieren so angenehm wie möglich zu machen.“
Jedes Jahr stellten Auszubildende anderer Tierheime den Antrag, während der Lehrzeit nach Lahr wechseln zu dürfen, weil hier sehr viel zu lernen sei, während sie in anderen Betrieben, wie Spirgatis berichtet, viele Stunden tierische Stoffwechselendprodukte schaufeln müssten.
Gelände für Land- und Wasserschildkröten zu bewundern
Zudem sei man im Tierheim darauf bedacht, den vielen Besuchern jährlich etwas Neues zu bieten. So war in diesem Jahr beispielsweise das Gelände für die Land- und Wasserschildkröten zu bewundern.
Vieles sei zu sanieren und zu reparieren in dem Anwesen, das in den frühen Siebzigerjahren für die damaligen Bedürfnisse errichtet wurde, was heute, gut 50 Jahre später, längst nicht mehr ausreicht. „Wir haben ein großes Einzugsgebiet mit rund 120 000 Menschen“, gibt Spirgatis zu bedenken. Bis jetzt hat das Tierheim-Team in diesem Jahr mehr als 450 Fundtiere aufgenommen, die 800 vom vergangenen Jahr werden wohl deutlich überschritten werden. „Noch nie mussten wir so früh im Jahr einen Aufnahmestopp für Katzen verhängen, weil die sich dank des Klimawandels früher vermehren“, erklärt Spirgatis – was allerdings nicht zum größten Problem für den Lahrer Tierschutzverein, der das Tierheim betreibt, wird: Die Nachfrage nach Stubentigern sei stets groß.
Erstmals hat das Technische Hilfswerk am Sommerfest teilgenommen; die Helfer stellten ein weiteres Zelt zur Verfügung, um die Zahl der Schattenplätze aufzustocken und präsentierten ihre Fahrzeuge und Gerätschaften. Mit Infoständen waren auch die Igelrettung Ortenau, die Pfötchenhilfe Schwanau und die Stadttaubenhilfe Freiburg vertreten.
„Für uns ist das eine Werbeveranstaltung für den Tierschutz“, so Spirgatis. „Wir wollen Werbung für uns und den Tierschutz machen, da geht es uns nicht in erster Linie ums Geld. Wenn jemand sich ein Tier zulegen möchte, soll er nicht nur an den Züchter, sondern auch ans Tierheim denken.“