Stadt will sich bewerben: LGS-Areal in Lahr soll Schauplatz des Landeskinderturnfests werden

Vor zwei Jahren war das Landeskinderturnfest in Offenburg zu Gast. 2027 könnte es nach Lahr kommen.
Badischer TurnerbundVor fünf Jahren richtete die Stadt Lahr das Landesturnfest mit mehr als 10 000 Teilnehmern aus ganz Baden-Württemberg aus. Nun plant die Verwaltung, sich 2027 um die Ausrichtung des Landeskinderturnfests zu bewerben, um Lahr erneut, wenngleich in einem dann kleineren Gesamtrahmen, als Sportstadt zu präsentieren (wir haben berichtet).
Eine erste Vorab-Info gab Harry Ott (Abteilungsleitung Bildung und Sport) im Ortschaftsrat Mietersheim. Gerechnet werde laut Ott mit einer Teilnehmerzahl von rund 4500 Kindern zwischen sechs und 14 Jahren, die vom Bodensee bis hin zum Großraum Karlsruhe anreisen sollen. Dabei werde sich das Turnfest über ein langes Wochenende, also von Freitag bis Sonntag, ziehen. Zentral wären sportliche Wettbewerbe, wie der Name schon sage, hauptsächlich in Sachen Turnen und Gemeinschaftsaktionen.
Genutzt werden soll dafür in der Hauptsache das ehemalige LGS-Gelände, wobei der Ortschaftsrat angehört werde, weil sich der Seepark auf Mietersheimer Gemarkung befindet. Sämtliche Belange, die den Bürgerpark auf Dinglinger Gemarkung betreffen, würden im Gemeinderat beschieden, skizzierte Ott.
Die Anforderungen am Festwochenende sollen laut Harry Ott „relativ überschaubar“ sein. Nahezu alle Wettbewerbe fänden auf dem Areal statt, sämtliche großen Schulen, die als Massenquartiere genutzt werden könnten, seien ganz in der Nähe. Mit rund 3500 Übernachtungsgästen sei zu rechnen.
Was die Betreuung angeht, will die Stadtverwaltung den Kontakt mit den Lahrer Vereinen suchen. „Es wird nicht solche Dimensionen wie beim Landesturnfest vor drei Jahren annehmen. Zudem sind die Anforderungen bei Kindern andere, die Veranstaltungen sollen spätestens um 22 Uhr beendet sein“, kündigte Ott, auch mit Blick auf die Anwohner, an.
Ortsvorsteherin Diana Frei befürwortet die Bewerbung
Mit der Badischen Turnerjugend sei es bereits in Erstgesprächen um verschiedene Themen gegangen, die die Infrastruktur betrafen, Reinigung, Stromversorgung, Transport, aber auch eine kostenfreie Bereitstellung der Sportstätten, war von Ott zu hören. Ein Budget müsse festgelegt werden, als Platzhalter wurde aktuell ein Betrag von 50 000 Euro geschätzt. Genaue Zahlen würden im Zuge der Haushaltsberatungen 2027 festgelegt.
Sollte Lahr den Zuschlag erhalten, könnten für die Finanzierung auch andere Aktionen im Budget „Sportveranstaltungen und Sportförderung“ zurückgestellt werden, daneben sollen noch Sponsoren gesucht werden. Verwaltungsintern stehe man hinter einer Bewerbung, so Ott.
Ortsvorsteherin Diana Frei reagierte auf eigentümliche Reaktionen aus dem Lahrer Gemeinderat, die sich fragten, warum der Ortschaftsrat in einem solchen Fall angehört werde. Es gehe, betonte Frei, nicht um Gängelei, „aber wird sind Experten, kennen den Seepark besser als manch anderer in Lahr“.
Im Gemeinderat habe sich Kritik an der Bewerbung ums Landesturnfest geregt, vor allem unter Ansprechen der Lahrer Haushaltssituation. Dennoch fand Frei es wichtig, „dass trotz Haushalts in solche Veranstaltungen für Kinder investiert wird“. Dass Probleme im Bewegungsverhalten und der köperlichen Koordination von Kindern immer auffälliger würden, sei kein Geheimnis.
Der Ortschaftsrat befürwortete als Stimmungsbild einhellig eine Lahrer Bewerbung ums Kinder-Landesturnfest 2027.
Breitensportevent für Kinder
Das Landeskinderturnfest – die landesweit größte Breitensportveranstaltung für Kinder und Jugendliche zwischen scchs und 14 Jahren – ist alle zwei Jahre in einer anderen badischen Stadt zu Gast. Der Schwerpunkt liegt auf dem gemeinsamen Erlebnis und dem Miteinander in den Vereinsgruppen. Auf dem Programm stehen Spiel, Spaß und Bewegung satt, heißt es – sei es bei Wettkämpfen, Mitmachangeboten, Wettbewerben, Showveranstaltungen oder Kinderpartys. In diesem Jahr war das Landeskinderturnfest in Bühl, 2023 war das Fest zu Gast in Offenburg.