Spektakel in luftigen Höhen: Flugplatzfest in Altdorf knackt Besucherrekord

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Schwarzwälder BoteTrotz so manch anderer Veranstaltungen, die am Wochenende in der Region gefeiert wurden, waren rund 4000 Zuschauer auch nach Altdorf gereist. Sie alle kamen mit Autos, Fahrrädern oder gar per Fußwanderung, um das zweitägige Programmspektakel am teilbewölkten Himmel zu genießen.
Da hatte schon am Samstag Vereinsmitglied Norman Virgens, nachdem er sich bis auf rund 1000 Meter hatte emporschleppen lassen, einen Segelkunstflug sondergleichen hingelegt. Dazu hatte er sich von einem Fliegerfreund dessen für seine Wendigkeit bekannte „Pilatus B 4“ ausgeliehen, denn mit den normalen Seglern des Fliegervereins wäre das so nicht möglich gewesen.
Mutige Besucher wagten einen Sprung aus 1200 Metern Höhe
Loopings hätte Virgens zwar mit den eigenen Seglern auch noch bei genügender Höhe hinbekommen, aber jetzt vorgeführte unglaublich enge Kehren, Steilkurven, Rollen um 360 Grad oder gar Turns eher weniger. Letztere sahen besonders spektakulär aus. Denn dafür flog Virgens senkrecht nach oben bis zum Stillstand, um dann eine Kehre um 180 Grad mit zeitweiligem Sturzflug anzuschließen. Nach sicherer Rückkehr auf die Rasenpiste erzählte Virgens im Gespräch mit unserer Redaktion, dass man bei bestimmten Figuren den Steuerknüppel schon recht fest halten müsse, um die mechanische Steuerung per klassischen Drahtseilen nicht aus der Hand zu geben – etwa bei 50 Stundenkilometer schnellem drückendem Seitenwind oder gar manuellem Ruderdruck bei teils erreichten 240 Stundenkilometern Spitzengeschwindigkeit.

Gute Laune herrschte bei Pilot Norman Virgens nach seinem Segelkunstflug.
Foto: DecouxSogar bis auf 1200 Meter waren besonders mutige Gäste bei zahlreichen Fallschirm-Tandemflügen am Wochenende nach und nach per Motorflieger nach oben befördert worden, um dann von dort, an erfahrene Profispringer im Duo festgeschnallt, in die luftige Tiefe abzuspringen – 35 Sekunden davon im freien Fall. Nach rasanter Landung zeigte sich etwa die Ichenheimer Apothekerin Ines Bühler hell begeistert, nicht minder ihr 17-jähriger Neffe Fabian Mückles, der parallel mit ihr sein allererstes Fallschirm-Erlebnis hatte: „Das macht den Kopf mal frei“, stellte er fest.
So oft es zwischendurch ging, stiegen die Altdorfer Piloten mit vier der heimischen zweisitzigen Motormaschinen zu viertelstündigen Rundflügen in die Höhe, verhalfen damit über das Wochenende hinweg Tausenden Fluggästen zu einem tollen Überblick über ihre Heimat. Mitgesegelt werden ohne Motorkraft konnte ebenfalls, nämlich mit einer zweisitzigen ASK 21.
Rund 200 Kilogramm Fleisch wurden beim Flugfest verkauft
Meist unten am Boden abgestellt ließen sich derweil einige sehenswerte Modellflugzeuge bewundern. Manche davon stiegen auch zeitweise in die unteren Lüfte, per Funk-Fernlenkung an filigranen Sender-Knüppeln. Darunter etwa ein Mini-Helikopter von Lukas Dieringer mit rasanten Kunstfiguren und – Hunderte Meter höher agierend – ein funktionsechtes Düsenjet-Modell von Axel Riediger. Letzteres ist den Maschinen der italienischen Kunstflugstaffel Frecche Tricolori nachgebaut, mit echtem Mini-Turbogetriebe, das den 22 Kilogramm schweren Jet auf sogar bis zu 300 Stundenkilometer beschleunigt. Auch deren spektakuläre Kunstflugfiguren kommentierte der Altdorfer Flugexperte Udo Peter per Lautsprecher für die Zuschauer fachkundig.

Zwischen Aufregung und Vorfreude: Für den sechsjährigen Dominik aus Endingen ging es zum ersten Mal in die Luft.
Foto: DecouxAm Sonntag brillierte der Villingen-Schwenninger Star-Pilot Thomas Bader wieder auf großer Propeller-Maschine, nämlich seiner „Extra 330 SC“. Mit dieser präsentierte er souverän – wie schon die Jahre zuvor – seine spektakulären Kunstflugfiguren im Himmel, von engen Loopings, schnellpräzisen Rollen, Turns aus der stehenden Senkrechten zurück bis hin zu abgefangenen Sturzflügen. Dafür empfang ihn das staunende Publikum nach präziser Landung mit begeistertem Applaus.
Am überwiegend sonnigen Sonntag hatte sich das bis dahin prächtige Besucheraufkommen nochmals gesteigert. Auch hier waren erneut auffällig viele Familien mit zahlreichen Kindern unterwegs, die offensichtlich das bunte Fest-Fluggeschehen magisch anzieht – samt Hüpfburg und Plastikrutsche. Über die Terrasse der kleinen „Fliegerstube“ mit dort angebotenem Kaffee und Kuchen konnten sich die Gäste auch auf zahlreichen Bierbänken niederlassen. Die vereinseigene Küche dampfte mächtig, setzte insgesamt als neuem Mengenrekord sogar 130 Kilogramm Gyros und 65 Kilogramm an Rollbraten um. Beide Gerichte waren am Sonntag schon gegen 16 Uhr komplett ausverkauft – aber Würste, Soßennudeln und Pommes gab es ersatzweise auch weiterhin.
Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Kristopher Kurz zeigte sich am Sonntagabend hoch zufrieden. Man habe auch dank abermals guten Wetters einen neuen Besucherrekord erzielt, freute er sich, und danke all den Gästen für ihre Treue.