Sendewelle begeistert
: So lief der Brauchtumsabend der Altdorfer Narrenzunft

Die Altdorfer Narren standen und vier Stunden auf der Bühne und sorgten bei ihrem Brauchtumsabend für Unterhaltung. Auch die „Fußwäschede“ gab’s wieder.
Von
Martin Oswald
Ettenheim
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Michael Kirnberger (Zweiter von links) und Helmut Dold (Zweiter von rechts) wurden für die „Fußwäschede“ ausgewählt.

Decoux

Bei dem Sendewelle-Brauchtumsabend zeigten die Altdorfer Narren vor vollem Haus ein viereinhalb-stündige Bühnenshow, gespickt mit Witz, Gesang, Tanz und eindrucksvollen Kostümen. 140 Akteure auf der Bühne und zahlreiche Helfer im Hintergrund waren Garanten für gute Unterhaltung. Für musikalische Höhepunkte sorgten die Schwarzwaldmusikanten unter der Leitung von Wolfgang Spengler.

Nach dem närrischen Einzug der Zunft mit Begrüßung durch Oberzunftmeister Michael Andlauer, dem Entzünden des Sendewelle-Lichts durch Lichtbewahrer Stefan Kiss und der stimmgewaltigen Intonation des „Sendewelleliedes“, übernahm das Moderatorentrio um Angela Bühler, Jaqueline Utz und Matthias Lehmann die Bühnenregie. Für den ersten Showact sorgte der Narresome, der sich aufgepeppt der Interpretation des „Sendewelleliedes“ annahm. Die Jüngsten wirbelten als Cowboys durch die Szenerie. Das Medium-Ballett tanzte als mystische Wahrsagerinnen und das Teenie-Ballett bezauberten als imaginäre Porzellantränen. Südländisch temperamentvoll inszenierte das „große“ Sendewelleballett mit kraft- und fantasievoller Choreographie das Spannungsfeld zwischen italienischem Dolce Vita und den dunklen mafiosen Machenschaften. Seit zehn Jahren stehen die Jung-Hästräger mittlerweile gemeinsam auf der Bühne. Mit einer bunten Bilder- und Bühnenshow ließen sie ihre Narrendekade Revue passieren.

Das Teenie-Ballett begeisterte mit ihren Tanzaufführungen.

Foto: Decoux

Mit herrlicher Kostümierung erinnerten die Powerfrauen der Narrenzunft bei ihrer schönen Show an die zauberhaften Abenteuergeschichte von Meister Gepetto (Katja Hunn) und seinen handgeschnitzten Pinocchios. Die Wuchtbrummen (Silke Winterer, Yvonne Fink-Dubnik und Annette Andlauer) waren nach einjähriger Pause mit einem Baisroler Grillstand am Start, um mit viel Augenzwinkern, aber auch mahnenden Worten, über Geschichtchen aus der Kernstadt und dem Dorf zu berichten. Per Video unterstützt begeisterten – trotz anfänglicher Technikproblemen – die Hästräger mit einer Chartshow zu erfolgreichen Fasenthits.

„Dance Formers“ gehen auf musikalische Treibjagd

Auf Treibjagd gingen in diesem Jahr die „Dance Formers“. In deutlicher nomineller Überzahl rückten die Jägerinnen mit Gewehr und eindrucksvoller tänzerischer Taktik den vier imposanten Rehböcken zu Leibe. Gesanglich, choreographisch und textlich lieferten die vier Zuckerpuppen (Daniela Mild, Anke Beck, Karin Foßler und Newcomerin Juliane Hurst) als Passagiere eines imaginären Traumschiffs eine Meisterleistung ab.

Ebenfalls nach einjähriger Pause waren die Narrenräte wieder auf der Fasentbühne unterwegs. Gesanglich begleitet von einer Chansonnette (Christian Hiller) zeigten die Räte zur großen Freude des Publikums als Revuegirls ihre Tanzkünste. Für die traditionelle „Fußwäschede“ hatte sich die Zunft den Altzunftmeister der „Hoorigen“, Michael Kirnberger, sowie Musiker und Humorist „Hämme“ Dold auserkoren. Stoisch ertrugen sie vor der Verleihung des „Fußwäschedeordens“ die Kitzel-Attacken der Waschgesellen Jochen und Mario. Zeremonienmeisterin Angela Bühler hatte Internes der Beiden parat. Dem Humoristen entsprechend bedankte sich Dold mit einer Witzkanonade und Kirnberger revanchierte sich für die Ordensverleihung mit dem Aufdruck des Zunftsiegels der „Hoorigen“ auf den Bauch des Oberzunftmeisters Michael Andlauer.

Info – Weiterer Termin

Wer den Brauchtumsabend am vergangenen Samstag verpasste, den lädt die Zunft zur Zweitauflage mit zwei neuen Protagonisten beim „Fußwaschzuber“ am kommenden Samstag, 7. Februar, ein. Beginn ist um 19.11 Uhr.

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