Seltenes Fest in Schweighausen: Antonia Moser vom Geisberg feiert heute ihren 100. Geburtstag

Antonia Moser vom Geisberg bei Schweighausen feiert heute ihren 100. Geburtstag.
privatAntonia Moser auf der Halle am Geisberg in Schweighausen feiert am 12. Juli in körperlicher und geistiger Frische ihren 100. Geburtstag. Ihr gratulieren vier Kinder, elf Enkel und 13 Urenkel. Aufgrund der großen Gästeschar wird die Feier auf der grünen Wiese unmittelbar beim Wohnhaus stattfinden.
Die Jubilarin wurde am 12. Juli 1925 geboren und wuchs auf dem „Fixenhof“ im Hinteren Geisberg mit drei Geschwister auf. Ihr Vater Anton Fix erlebte die Geburt seines Kindes, der heutigen Jubilarin, nicht. Er starb am 28. Februar im selben Jahr. Antonia durfte eine beschützte Kindheit erleben. Ihre Mutter Barbara heiratete drei Jahre später Mathias Wangler, der fortan den Hof übernahm. Aus dieser Ehe entstand ein Sohn und zwei Töchter. Schon sehr früh mussten die Kinder bei den anfallenden Arbeiten auf dem Hof kräftig mithelfen.
Eine Stunde Fußweg für den Schulbesuch
Sehr mühsam war der tägliche Fußweg von mehr als einer Stunde vom Hinteren Geisberg zur Schule in Schweighausen ab Ostern 1932. Antonia Moser war eine fleißige und ehrgeizige Schülerin. Alle ihre linienfreien Schreib- und Rechenhefte, die sie heute noch besitzt, bestätigen ihren Lernwille durch gute Noten. In Ihrem Abgangszeugnis vom 20. März 1940, ist 14 Mal die Note zwei zu lesen. Es folgten zwei Jahre Besuch der „Ländlichen Berufsschule für Mädchen“ in Seelbach.
Neben der täglichen harten Arbeit auf dem Hof, diente Antonia 1945 bis 1946 im Gasthaus Krone als Magd. Am 2. Mai 1953 verließ die Jubilarin ihr Elternhaus und heiratete Josef Moser auf der Halle, der sich entschloss, als Ehemann noch das Zimmererhandwerk zu erlernen. Gemeinsam bewirtschafteten sie die Landwirtschaft mit bis zu sechs Milchkühen, deren Milch täglich abgeliefert wurde. Dieses Arbeiten war für sie eine von Kindheit an gewohnte Sache.
Ehemann Josef starb vor sechs Jahren
Ihre Geselligkeit und dem frohen Gemüt als lustige Gastgeberin durften auch die Männer bei den vielen Cegoabenden in der heimeligen Stube erleben. Hier oben, bei den „Hallemosers“, war stets ein frohes Treffen. Dabei durften die Gäste auch die Kochkünste der stets froh gelaunten Antonia nach alter Tradition genießen. Sie selbst meinte: „Durch meine Einfachheit kamen die alten Männer gerne zu mir in die Küche und kochten oftmals selbst ihr Essen auf meinem uralten Holzfeuerungsherd, was ihnen großen Spaß machte.“
Ihr Ehemann Josef Moser, ein beliebter Bürger im Dorf, brachte über viele Jahre die Schüler vom Geisberg zur Schule mit seinem Kombi. Er starb am 22.September 2019 im Alter von 93 Jahren.
Mit Handarbeit, Hausarbeit und in ihrem Garten, verbringt die Jubilarin den Tag. Die gepflegte und umfangreiche Gartenarbeit liegt ihr bis zum heutigen Tag sehr am Herzen. Die für sie so wichtige Tageszeitung zeigt ihr großes Interesse am aktuellen Tagesgeschehen.
Jubilarin wird von allen „Mutti“ genannt
Einen großen Vorteil für ihr heutiges Wohlbefinden sind ihre Kinder, die allesamt in der näheren Umgebung wohnen. Einen großen Glücksfall bezeichnet sie die stets zuverlässige und umsichtige Betreuung von Enkelin Marina mit ihrem Lebensgefährten, die bei ihr im Hause wohnen. Alle ihre Kinder und Enkel freuen sich, dass ihr „Mutti“, wie sie von allen genannt wird, auch heute noch im Mittelpunkt der großen Familie stehen darf. Trotz ihrer vielen, schweren Verletzungen durch Unfall und Krankheit, die heute alle geheilt sind, genießt die Jubilarin jeden Tag aufs Neue mit Fröhlichkeit, großer Lebensfreude und in ihrer tiefen, christlichen Gesinnung.