Richtfest gefeiert: So sieht es im Rohbau der neuen DRK-Rettungswache in Ettenheim aus

Zahlreiche Besucher lauschten den Handwerkern der Firma Geiger, als diese den Richtspruch auf dem Dach des Rohbaus verkündeten.
DecouxHohe Decken, große Räume – und ein idyllischer Ausblick über die Barockstadt: Zwar steht von der neuen DRK-Rettungswache Ettenheim erst der hölzerne Rohbau, die Vorfreude auf den Einzug ist den Rettern aber jetzt schon ins Gesicht geschrieben. „Das ist nicht alltäglich – es macht wahnsinnig etwas mit mir“, erklärte Andreas Scheibel am Freitagnachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion. Gemeinsam mit Bau-Beteiligten, Vertretern des Rettungsdienstes und interessierten Bürgern feierte der Geschäftsführer der DRK Ortenau das Richtfest der neuen Wache.
„Der erste Standort entstand in den 1980er-Jahren“, blickte Scheibel zurück und zeigte auf das gegenüberliegende, ehemalige Krankenhaus. „2023 mussten wir ausziehen, weil das Ortenau-Klinikum mit dem Umbau zum Zentrum für Gesundheit begonnen hatte.“ Seither ist das Ettenheimer DRK in einer Containerwache untergebracht. Dort habe man zwar ausreichend Platz – schließlich gebe es einzuhaltende Richtlinien –, zum neuen Standort dürfte das das jedoch kein Vergleich sein. Zumal der Platz ein „wahres Filetstück ist“, sagte Scheibel, der in Wallburg wohnt und die Baustelle regelmäßig besuche. Das dürfte nicht zuletzt am Ausblick auf die Stadt liegen, den man von dort aus hat. Und dieser hat auch seinen Preis: 3,3 Millionen Euro muss das DRK für den Neubau hinblättern. „2,3 Millionen Euro werden jedoch vom Land Baden-Württemberg bezahlt“, so der Geschäftsführer.
Allein die Fahrzeughalle ist 200 Quadratmeter groß
Entworfen wurde das Gebäude von Architektin Dagmar Abt, die das Projekt von ihrem Vorgänger übernommen hatte. „Man muss natürlich auf die Bedürfnisse der Einsatzkräfte eingehen und Kompromisse eingehen“, antwortete Abt auf die Frage unserer Redaktion, was man bei der Planung einer Rettungswache beachten müsse. „Die Autos müssen schnell raus- und reinfahren können. Außerdem muss der neue Standort eine angenehme Atmosphäre haben, weil die Retter in Bereitschaft sitzen. Sie müssen sich wohlfühlen“, so die Architektin.

Viel Holz und Sonnenlicht: Beim Richtfest gab es auch die Möglichkeit, sich in den Räumen der neuen Wache umzusehen.
Foto: DecouxLaut Bauleiter Samuel Trotter liegt der Umbau im Zeitplan. Anfang Mai wurde der symbolische Spatenstich gesetzt, im Juni 2026 soll der 24-Stunden-Betrieb aufgenommen werden. „Insgesamt 650 Quadratmeter Nutzfläche stehen zur Verfügung“, so Trotter im Gespräch. 200 davon nehme die neue Fahrzeughalle ein. Der Rest verteile sich auf Büros, Aufenthalts- und Ruheräume. „Demnächst stehen die Fenster-, Trockenbau- und Estricharbeiten an“, erklärte der Bauleiter.
Die bisherige Containerwache wird abgebaut, sobald das DRK im Neubau mit seinen 45 Einsatzkräften eingezogen ist. Vor Ort seien dabei immer fünf bis sechs Retter – der Betrieb laufe rund um die Uhr an sieben Tage die Woche. „Wir freuen uns schon wirklich sehr“, so Scheibel.
Abschließend stellte die Firma Geiger aus Lahr den Richtbaum und bat um Gottes Segen für das Gebäude und all jede, die darin künftig ein- und ausgehen. Mit dem traditionellen Zerschlagen der Weingläser wurde anschließend ein kleiner Umtrunk in der Fahrzeughalle eröffnet.
Info – Nachhaltigkeit
Beim Ettenheimer DRK-Neubau lege man großen Wert auf Klimaschutz. Demnach werde das Gebäude als reiner Holzbau erstellt werde. Die Dachdecke mit den zum Teil großen Spannweiten, wird mit Massivholzplatten hergestellt. Das begrünte Flachdach soll zudem eine Photovoltaikanlage erhalten.