Richtfest für Green Places: Ende des Jahres sollen die ersten Startups in Langenwinkel einziehen

Im Spätherbst soll Green Places bezugsfertig sein.
BollerWie lassen sich innovative Unternehmen und Startups in die Region locken? „Eine Lücke im Portfolio der Stadt Lahr“, die mit der Niederlassung von „Green Places“ endlich gefüllt worden sei, hatte Oberbürgermeister Markus Ibert bereits beim Spatenstich im vergangenen Jahr ausgemacht.
Aber auch für die Schweizer Firma, die auf dem süddeutschen Markt mittlerweile über acht Standorte verfügt, ist der Bau in Lahr strategisch von großer Bedeutung, wie Unternehmensvertreter nun beim Richtfest erklärten.
Bisher waren die Green Places-Standorte allesamt in Kleinstädten wie Bad Krozingen oder Stockach verwirklicht worden – Lahr mit seinen mehr als 50 000 Einwohnern soll in eine neue, urbanere Richtung weisen und „ein Lackmustest“ sein, wie der Marketing-Beauftragte Sven Koch im Gespräch mit der LZ betonte.
Infrastruktur in Lahr ist optimal für die Schweizer
Helfen bei der Unternehmensakquise soll die Nähe zur Schweiz und zu Frankreich sowie die vorhandene Infrastruktur: Die Nähe zur A5 und der Anschluss an die Rheintalbahn seien ideal, um auch Firmen von außerhalb anzulocken, sagte Koch.
36 Gewerbemodule auf 6200 Quadratmetern Fläche, verteilt auf drei Stockwerke, werden angeboten. Jedes Modul ist 171 Quadratmeter groß – je nach Wunsch können Unternehmen auch mehr Module buchen und diese miteinander kombinieren. Angesprochen fühlen sollen sich vor allem kleine und mittlere Firmen – das können innovative Startups, aber auch Handwerksbetriebe sein.
Der Schweizer Hersteller erhofft sich einen „Community-Effekt“ durch eine möglichst breit aufgestellte Unternehmenspalette. Der Gebäudekomplex soll eine Art Brutmaschine sein, in der Ideen von innovativen Gewerbetreibenden entwickelt werden. Am liebsten wäre es Koch, wenn ein Campus entstehen würde, der die Zusammenarbeit und den Austausch einzelner Betriebe untereinander hervorbringt.
Möglichst vielfältig soll der Green Places-Campus am Ende deswegen aufgestellt sein: Ob Sanitärbetrieb, Schreinerei, Yogastudio, Architekturbüro oder Atelier: Prinzipiell soll bei Green Places alles seinen Platz haben können. Nur klassische Lagerung werde aber eher nicht angeboten.
Auch als reine Produktionsstätte bieten sich die Module nicht an. Vielmehr sollen kleine Regionalzentren, Montage- oder Serviceorte entstehen, bei denen die Unternehmen darauf vertrauen können, dass die notwendige Infrastruktur bis ins kleinste Detail von den Schweizern bereitgestellt wird.
Für OB Ibert zeigt das Engagement von Green Places in Lahr „die Attraktivität des Standorts“, er wünschte sich beim Richtfest „einen Ort für Innovation und wirtschaftlichen Erfolg. Green Places schafft hier optimale Bedingungen für junge Handwerksbetriebe, kleinere Unternehmen und Startups. Das ist ein starkes Zeichen für Lahr als gründerfreundliche Kommune.“
Langenwinkels Ortsvorsteherin Annerose Deusch sah das, was im Vorfeld versprochen wurde, tatsächlich verwirklicht: „Wir freuen uns in Langenwinkel sehr. Es ist genau so, wie wir uns das vorgestellt haben.“
Bereits Ende des Jahres sollen nach Angaben von Green Places die ersten Unternehmen einziehen. In Bezug auf die bisher eingegangen Anfragen will sich das Unternehmen noch nicht explizit äußern, mehrere Anfragen gäbe es aber.
Dass die Erfahrung an vielen Standorten in Deutschland zeigt, dass die auch in Lahr angestrebte Vollnutzung bisher nur selten erreicht worden ist, stellt für das Unternehmen laut Koch kein Problem dar. Und gerade im nahen Bad Krozingen sei die Auslastung sehr hoch, sagte der Marketingchef.