Programm vorgestellt: So soll Lahr zur Chrysanthema wieder aufblühen – trotz klammer Kassen

Die Innenstadt, hier der Sonnenplatz, soll im Herbst wieder in vielen Farben erstrahlen.
Dell„Die Vorbereitungen der Chrysanthema laufen auf Hochtouren“, berichtete OB Markus Ibert. Mit Sponsoren und Vertretern der Verwaltung stellte er am Montagabend das Programm der 26. Blumenschau vor.
Die Beete: „Jetzt bin ich am Ruder“, erklärte Fabian Roßmanith verschmitzt. Die gärtnerische Gestaltung der Chrysanthema wird zum ersten Mal seine Handschrift tragen, nachdem er vergangenes Jahr die Nachfolge von Richard Sottru als Leiter der städtischen Abteilung Grün und Umwelt angetreten hat. Roßmanith gewährte einen Einblick in die Ideen hinter einigen der zehn Beete. Insgesamt werden für die Schau rund 14 000 Chrysanthemen verteilt. Das BGL-Azubibeet am Museumsplatz soll die Sage des Fliegenden Holländers verarbeiten. Entlang der alten Stadtmauer können sich Kinder in einem Beet austoben, hier wartet auch ein Krokodil auf sie. Am Urteilsplatz werden für den „Fuchs-Walk“ die Brunnen aktiviert. Zudem führt das Beet in den Shinto-Schrein der befreundeten japanischen Stadt Kasama. Um die Schwarzwälder Sage des Mummelsees geht’s in der Krämergasse. Ein Teufel klettert derweil am Rosenbrunnen aus dem Untergrund hervor, Hintergrund ist die Elsässer Sage um Burg Fleckenstein.
Am Schlossplatz geht’s im Eurodistrikt-Beet um die deutsch-französische Freundschaft. Die Partnerschaften und ein starkes Europa sollen in Form von begehbaren Rheinbrücken sowie Booten gezeigt werden.
Sicherheit und Verkehr: Die Stadt will ein umfangreiches Sicherheitskonzept auflegen. Man habe intensiv mit den verschiedenen Beteiligten diskutiert, so Martina Mundinger, Leiterin des Stadtmarketings. Das „E-Bähnchen“ werde wieder auf seiner bisherigen Strecke fahren. Der Rathausplatz werde nicht mehr überfahrbar sein. Die Linienbusse werden über die Ersatzhaltestelle Doler Platz abwickelt. Der Reisebusverkehr läuft über den Friedrich-Ebert-Platz.
Das Kulturprogramm: „Es werden zwei vollgepackte Wochen“, so Mundinger, die einige Programmpunkte auf der E-Werk-Bühne vorstellte. Zur Krönung der Königin am Samstag, 25. Oktober, wird die Band „Killin’ Jivers“ aufspielen. Obligatorisch sei die Schlagerparty tags darauf. „Dafür kommen stets viele Schweizer nach Lahr“, berichtete Mundinger. Am 28. Oktober tritt Niva Davi aus Nancy auf. Sie ist aus der französischen Ausgabe von „The Voice“ bekannt. Der „Tag der Chöre“ steigt am 1. November. Der Lahrer Pianist Noel Schmidt wird am 7. November ein Konzert geben, er ist sehr erfolgreich auf Social Media.
Friederike Ohnemus, Leiterin der Abteilung Ratsarbeit, Marketing und Internationales, betonte, dass Familien und Kinder wieder im Fokus stehen – am 27. Oktober und 8. November etwa mit Familientagen. Neu ist ein Theater des Kulturkreises im Stiftsschaffneikeller, dort wird am 8. und 9. November „Die Prinzessin auf der Erbse“ inszeniert. Im Stadtmuseum wartet die Sonderausstellung „Le Fleur poétique“ der deutsch-französischen Künstlerin Marie Dréa. Hinzu kommen verkaufsoffene Sonntage am 26. Oktober und am 9. November.
Die Finanzen: Ibert freut sich über ein stabiles Sponsorenbudget. Das sei nicht selbstverständlich, auch die Unternehmen spüren die wirtschaftliche Lage. Dennoch falle das diesjährige Sponsoringpaket höher aus als im vergangenen Jahr. Das Engagement zeige, wie hoch der Marktwert der Chrysanthema sei.
Bekanntermaßen hatte sich Anfang des Jahres die Arbeitsgemeinschaft Lahrer Mittelständischer Industrieunternehmen (Almi) vom Sponsoring zurückgezogen, zuvor hatte die Gruppe Jahr für Jahr ein Beet gesponsert. Dafür kamen jährlich bis zu 15 000 Euro zusammen. Mit dem Rückzug wolle man ein Zeichen an den Gemeinderat und die Verwaltung setzen, hieß es damals. Hintergrund war die kritisierte Erhöhung der Gewerbesteuer. „Ich bin in guten Gesprächen mit der Almi“, sagte Ibert nun. Eine Lücke werde es aufgrund des Rückzugs nicht geben. Der OB erwartet, dass die Almi 2026 wieder mit dabei ist.
Mit Blick auf die klammen städtischen Finanzen betonte der OB nach der Konferenz, dass für das kommende Jahr natürlich auch die Mittel für die Blumenschau sorgsam geprüft werden müssten. Dabei dürfte man aber die Vorteile der Veranstaltung für Gesellschaft und Wirtschaft nicht außer Acht lassen. Eine Kürzung auf eine Woche könne er sich gleichwohl nicht vorstellen.
Die Sponsoren
„Ohne die Sponsoren gäbe es keine Chrysanthema“, so Ibert. Auf der Konferenz betonten die Sponsoren ihre Wertschätzung für die Schau. Vertreten waren das E-Werk-Mittelbaden, die Badenova, die Sparkasse Offenburg/Ortenau mit ihrer Regionalstiftung, Herrenknecht, Volksbank Lahr, Sauter, die IGZ und Schrempp-EDV. Verhindert war ein Vertreter von Neugart.
