Polizei spricht von Missverständnis
: Wirbel um vermeintliche Kindesentführung in Lahr

Ein Polizeieinsatz in der Lahrer Marktstraße sorgte am vergangenen Donnerstag für Aufsehen. Schnell war von einem geplanten Kidnapping eines Kindes die Rede. Es war wohl ein Missverständnis.
Von
Pascal Lienhard
Lahr
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Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf eine Straftat.

Pixabay

Zwischen zehn und zwölf Menschen sollen am Donnerstagnachmittag einen Lieferwagen in der Marktstraße auf Höhe des Modegeschäfts „Only“ umringt haben. Das berichtet eine Passantin im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Situation nahm sie als bedrohlich wahr, einige Menschen fotografierten Van und Fahrer. Vor Ort machte das Gerücht die Runde, dass der Mann am Steuer ein Kind in seinen Wagen habe locken wollen und er bereits andere Kinder entführt hätte. Die LZ hat bei der Polizei nachgehakt.

„Es war ein Missverständnis“, betont Wolfgang Kramer, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Offenburg, am Montagmorgen auf Nachfrage unserer Redaktion. Eine Person hatte die Beamten verständigt, da sie dachte, dass der Fahrer das Kind angesprochen habe. Die Polizei traf gegen 17.15 Uhr ein, die Situation war laut Kramer aber ganz anders als befürchtet. Der Fahrer des Vans, wohl ein Paketzusteller, habe demnach eine Mutter mit ihrem Kind angesprochen, wohl um ihr zehn Euro für ein Geschenk für das Kind anzubieten.

Die genauen Details ließen sich wegen sprachlicher Barrieren bei den drei Beteiligten nicht rekonstruieren, so Kramer weiter. Sie hätten allesamt kein gutes Deutsch gesprochen. „Wir haben keine Ermittlungen eingeleitet“, informiert Kramer weiter, „es gibt keine Hinweise auf eine Straftat“.

Auch die Mutter des Kindes habe den Beamten vor Ort zu verstehen gegeben, dass alles in Ordnung sei. Es gebe keine Ansatzpunkte, dass der Fall eine strafrechtliche Relevanz habe, so Kramer. Man habe die Personalien aufgenommen, ansonsten mussten keine Maßnahmen eingeleitet werden.

Von einem Auflauf um den Wagen herum, wisse Kramer nichts, die Polizei habe hier nicht tätig werden müssen. „Es kann aber gut sein, dass in der Marktstraße Neugierige und Schaulustige die Situation beobachteten.“ Nichtsdestotrotz wurde der vermeintliche Versuch der Kindesentführung in den sozialen Medien verbreitet.

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