Open Air im Lahrer Stadtpark: „Der Messias“ im englischen Original kommt gut an

Die Musiker brachten das Stück aus dem 18. Jahrhundert auf die Bühne des Stadtparks.
Endrik Baublies- Benefiz im Lahrer Stadtpark: Händels „Messias“ erklang in der selten gesungenen Originalsprache.
- Chor, Orchester und vier Solisten traten auf, professionelle Sänger verzichteten auf ihre Gage.
- Rund 150 Zuhörer kamen; Spenden flossen für den restaurierten Irmler-Flügel, es fehlen etwa 8000 Euro.
- Dirigent erklärte die englische Fassung mit Händels Londoner Entstehung und Texten der King-James-Bibel.
- Open Air mit Eigenheiten – ein Pfau war zu hören –, doch Ensemble und Atmosphäre überzeugten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der musikalische Leiter Hermann Feist bat das Publikum bei der Begrüßung um einen „ordentlichen Applaus“. Denn immerhin waren – neben Chor und Orchester, die sich dafür eigens gebildet hatten – mit den Solisten auch professionelle Sängerinnen und Sänger dabei, die auf eine Gage verzichteten. Als Einzelstimmen traten Tatjana Charalgina-Wilson (Sopran), Theresa Bertrand (Alt), Luca Festner (Tenor) sowie Martin Ohu (Bass) auf.
Es war das insgesamt zweite Benefizkonzert zugunsten des Irmler-Flügels in der Villa Jamm – aber das erste unter freiem Himmel. Da die Sonne am Sonntagnachmittag wieder durch die Wolken kam, waren Schattenplätze die erste Wahl der rund 150 Zuhörer. Wenn man Flaneure dazuzählt, die das angenehme Wetter für einen Besuch im Park nutzten, dann war der Besuch ordentlich. Feist, der auf den Pokal für Spenden verwies, rechnete vor, dass der Verein Kulturinitiative Villa Jamm noch etwa 8000 Euro für die bereits bezahlte Restaurierung des Flügels brauche.
Vor dem Beginn des dreistündigen Konzerts (mit Pause) erklärte der Dirigent auch, warum die englische Fassung gesungen wurde: Händel komponierte das Werk im Sommer 1741 in London, wo er zu dem Zeitpunkt schon seit 30 Jahren lebte. Dabei verwendete er unter anderem Texte aus der 1611 erschienenen King-James-Bibel. Nur das Original habe die Wirkung, die der Komponist mit „The Messiah“ erzielen wollte, betonte Feist.

Die Solisten Tatjana Kharalgina-Wilson (Sopran), Theresa Bertrand (Alt), Luca Festner (Tenor) und Martin Ohu (Bass) überzeugten.
Endrik BaubliesIm Gegensatz zu anderen Oratorien erzählt dieses Werk keine vollständige Geschichte. In den drei Sätzen geht es um Leben, Tod und Auferstehung Jesu, wobei es Bezüge zur alttestamentlichen Prophezeiung des Jesaja gibt. Seine Uraufführung erlebte das Werk im Frühjahr 1742 in Dublin. In den 1770er-Jahren brachten englische Musiker es im Original auf den Kontinent.
Auch ein Pfau „musiziert“ im Stadtpark mit
Ungewöhnlich ist die Fülle an Themen, Verzierungen und sehr unterschiedlichen Grundmelodien im gesamten Stück. Am bekanntesten ist der Chorus „Hallelujah“ am Ende des zweiten Teils. Auch „Air“ („He was despised …“) am Beginn des zweiten Teils (für Tenor), wo Jesu Leiden beginnt, dürfte noch einen gewissen Wiedererkennungswert gehabt haben.
Das Oratorium wurde einst zuerst in einem Konzertsaal aufgeführt - Händel schuf es zweifellos für den sakralen Raum. Die unbestrittenen Nachteile der Inszenierung im Stadtpark – einer der Pfauen war mit seinem Pfeifen unüberhörbar – nahmen die Besucher aber gern in Kauf. Denn die gesamte Atmosphäre – ein angenehmer Sommertag ohne größere Hitze – und das insgesamt gute Zusammenspiel von Orchester, Chor und Solisten kamen gut an.
Ein Lob haben sich alle Beteiligten verdient: Chor, Orchester, Solisten, Feist als musikalischer Leiter und jene, die hinter der Bühne zum Gelingen beigetragen haben. Veranstaltungen dieser Art kann der Verein Kulturinitiative Villa Jamm gern noch öfters organisieren.