Oberweierer Rat ist sich einig
: Darum soll die Gemeinde Friesenheim das Pfarrheim kaufen

In einer nicht öffentlichen Sitzung hat der Oberweierer Rat entschieden, dem Gemeinderat den Kauf des Grundstücks in der Talstraße zu empfehlen.
Von
Christine Bohnert-Seidel
Friesenheim
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Das Pfarrheim in Oberweier soll die Gemeinde Friesenheim kaufen, findet der Ortschaftsrat.

Bohnert-Seidel

Schon einige Zeit wird in Oberweier über einen geplanten Kauf des Pfarrheims geredet. Nur amtlich war es bisher nicht. Jetzt hat Ortsvorsteher Andreas Bix in der Sitzung des Ortschaftsrats bekanntgegeben: „Wir haben als Ortschaftsrat in einer nicht öffentlichen Sitzung dem Gemeinderat von Friesenheim den Kauf des Grundstücks in der Talstraße mit der Flurnummer 1026 empfohlen.“ Hinter dem Grundstück verbirgt sich das Pfarrheim, das die Katholische Kirchengemeinde zum Verkauf anbietet.

Für viele kirchliche Gruppierungen ist das Pfarrheim ein wichtiger Ort der zentralen Begegnungen. Die Katholische Frauengemeinschaft trifft sich hier. Wichtig ist das Pfarrheim auch als Begegnungsort für die Senioren. In jedem Jahr werden im Pfarrheim um den Dreikönigstag die Sternsinger von Oberweier gerichtet. In diesem Jahr waren es 25 Kinder und Jugendliche.

Unter anderem Frauengemeinschaft hat sich für Erhalt eingesetzt

Jüngst wurden hier auch ein Fest gemeinsam mit den St. Elisabethschwestern aus Freiburg anlässlich deren 100-jährigen Bestehens gefeiert. Die gebürtige Oberweiererin Mathilde Otto hat den Orden in Freiburg gegründet.

Dass viele Oberweierer an ihrem Pfarrheim hängen, wird immer wieder in Gesprächen deutlich. Aber sie nutzen nicht nur das Pfarrheim, sondern setzen sich schon seit längerem für dessen Erhalt tatkräftig ein. Sowohl die Frauengemeinschaft, als auch die Senioren von Oberweier wirken tatkräftig am Erhalt und der Verschönerung des Pfarrheims mit. Die Katholische Frauengemeinschaft hat mehr oder weniger in Eigenregie die Sanierung des Pfarrheims mit Neuanstrich, neuen Vorhängen und einigen Sanierungen an der Toilettenanlage übernommen. Bisher wurde am Pfarrheim die Ruhebank über die Stufen gestellt, um eine Art Handlauf für Seniorentreffen zu haben. Jetzt wurde eine kleine Rampe, mit Unterstützung von Schlossermeister Oskar Kopf geschaffen. Die Katholische Kirchengemeinde selbst hat im vergangenen Jahr für eine neue Heizung gesorgt. Um ein Vielfaches werden so die Heizkosten gesenkt.

Das Pfarrheim in Oberweier wurde im Jahr 1957 als „Pfarr- und Jugendheim St. Bernhard“ gebaut und geweiht. Damals machte Pfarrer Friedrich Schleicher (1932 bis 1969 Pfarrer in Oberweier) aus einem Teil der alten Pfarrscheuer eine Begegnungsstätte für die Jugend. Bald hatte er einen jungen Bautrupp um sich versammelt und Oberweirer gemeinsam Hand angelegt.

Wo heute Küche und Toilette sind, waren früher Tiere untergebracht

Erst zwölf Jahre später kam die Toilettenanlage mit Küchenanbau hinzu. Bis dahin nutzte die Jugend die Toilette im Pfarrhaus direkt gegenüber. Wo sich heute die Küche und Toilette befinden, waren früher die Schweine und Pferde sowie eine kleine Werkstatt untergebracht.

Info – Kosten

Das Pfarrheim wird noch innerhalb der Kirchengemeinde als Gemeindezentrum geführt. 2020 erhielt es von einer Architektengruppe ein Kurzportrait. Der Zustand wird mit „sehr schlecht“ beschrieben. Die jährliche Baurückstellung für das Gebäude beträgt 13 355 Euro, die laufenden Betriebskosten wurden 2020 mit 11 130 Euro angegeben. Ein Schätzung bezifferte vor sechs Jahren die Investitionskosten für eine Sanierung mit knapp 437 000 Euro. Die Kirchengemeinde will sich vom Pfarrheim trennen.

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