Ausverkauftes Konzert: „The Bohemians“ überzeugen in Lahr mit den Songs von Queen

Die Queen-Coverband „The Bohemians“ sorgte für ein ausverkauftes Haus.
BaubliesDer Bandname „The Bohemians“ erinnert natürlich an einen der bekanntesten Songs von Queen: „Bohemian Rhapsody“. In den gut zwei Stunden (die Pause nicht mitgerechnet) haben Rob Comber (als Sänger Freddie Mercury), Marcus Tate (als Gitarrist Brian May), Dan Church (als Bassist John Deacon) und Kevin Goodwin (als Drummer Roger Taylor) fast alle großen Hits der englischen Band gespielt. Dass die „Bohemians“ mit ihrer Wiedergabe der Queen-Songs viel Erfahrung haben – die Band gibt es seit 1996 – war im ausverkauften Parktheater zu hören.
Bei Queen haben Freddie Mercury (gestorben im November 1991) und Brian May den Ton zu den Shows angegeben. Allerdings haben alle Bandmitglieder die Songs geschrieben. Comber und Tate hielten sich in Lahr sehr genau an ihre Vorbilder – sogar was Kostüm und Frisur anbelangt. Sowohl Combers Stimme als auch Tates Soli und Einlagen waren nah am Original. Vor allem Comber erinnerte stark an den vor rund 35 Jahren verstorbenen charismatischen Sänger. Sogar die Stimme und deren enorme Bandbreite imitierte er perfekt.
Erst bei der Zugabe steht das Publikum auf
Ein Lob bekommen Bassist und Drummer, die für den allergrößten Teil der Show für den Beat und den Rhythmus verantwortlich waren – ohne dabei so im Rampenlicht zu stehen wie Gitarrist und Sänger. Was der Drummer drauf hat, war unschwer an der ersten Zugabe zu erkennen: Goodwin legte ein fulminantes Drumsolo hin, bis der Beat in „We will rock you“ mündete. Auch „We are the Champions“ und „Radio Ga Ga“ gehörten zur Zugabe. Nach „God save the Queen“, der Hymne des Vereinigen Königreichs, war dann Schluss.
Es ist erstaunlich, wie viele Hits und Ohrwürmer Queen in den Jahren 1974 bis 1991 geschaffen haben. Die „Bohemians“ haben eine ordentliche Bandbreite aufgeführt – ob „Killer Queen“, „I want to break free“ oder „Under Pressure“ – die Hits kamen am laufenden Band. Da die Ära von Queen vor rund 50 Jahren begann und vor etwa 35 Jahren zu Ende ging, hatte das Publikum im Parktheater das entsprechende Alter.
Die Show zündete bei einem großen Teil der Zuschauer schnell. Das war unschwer am Beifall zu erkennen. Der Graben zwischen der ersten Reihe der Stühle und der Bühne füllte sich aber die gesamte Show über nicht, auch wenn Comber die Zuhörer mehrfach zum Tanzen aufforderte. Erst mit den Zugaben erhoben sich die meisten Gäste von den Sitzen.
Als Queen den Durchbruch im Jahr 1974 hatte, waren Schallplatten das vorherrschende Medium. Sollte jemand unter den Zuschauern noch die eine oder andere Scheibe auf Vinyl sein Eigen nennen, hätten diese gegenüber der insgesamt zu perfekten Show einen entscheidenden Vorteil: Sie würden an bestimmten Stellen knistern, knacken oder hätten sogar Kratzer. So etwas Individuelles hat beim Auftritt der „Bohemians“ gefehlt.
So geht’s weiter
Für den morgigen Dienstag steht die nächste Veranstaltung im Parktheater an. Ab 20 Uhr wird ein Klassiker der Literatur gezeigt – mit einer Inszenierung der tragischen Komödie „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt.