Neue Broschüre vorgestellt: Sabine Fink blickt auf 30 Jahre Stadtplanung in Lahr

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Schwarzwälder BoteSo mancher wird die Stirn runzeln bei der Nachricht, dass das Stadtplanungsamt jetzt auch Bücher produziert. Denn zuletzt war immer wieder zu hören gewesen, dass es personell ausgedünnt und mit Aufgaben überlastet sei. Des Rätsels Lösung: Die Broschüre „Von den Kanadiern bis zum Klinikum – 30 Jahre Stadtplanung in Lahr“ hat amtsintern kaum Ressourcen gebunden. Verfasst wurde sie von Sabine Fink, nachdem sie als Amtsleiterin aufgehört hatte.
Es sei eine aufwendige Arbeit gewesen, die sie in ihrer Freizeit gemacht habe, erzählte Fink bei einem Pressegespräch im Rathaus, bei dem die druckfrische Broschüre auf dem Tisch lag. Der letzte kanadische Soldat habe Lahr am 13. August 1994 verlassen. Dies sei drei Jahrzehnte später der Anlass gewesen, einen Blick zurückzuwerfen und die Broschüre auszuarbeiten, ein fachliches „Bilderbuch“ zur Dokumentation der Lahrer Stadtentwicklung über 30 Jahre, hieß es.
Fink, eine gebürtige Mannheimerin, erzählte auch von sich selbst, damit beginnend, wie sie sich nach dem Studium der Stadt- und Regionalentwicklung in Berlin und einem anschließenden Referendariat für den höheren bautechnischen Verwaltungsdienst für die Leitung des Stadtplanungsamts in Lahr beworben habe. Das war im Jahr 1993, Fink war damals 32. Sie habe durchaus Selbstzweifel gehabt, ob sie die Aufgabe in Lahr packe, offenbarte sie. Weil die Amtsleitung sehr vielfältig sei und etwa auch Personalentscheidungen umfasse. Der Erste, den sie 1994 einstellte, sei Stefan Löhr gewesen, sagte sie beim Pressegespräch schmunzelnd mit Blick auf ihren Nebenmann.
Ihren Nachfolger hat sie selbst eingestellt
Löhr wurde im Dezember 2023 Finks Nachfolger als Amtsleiter. Beim Pressegespräch äußerte er, dass die neue Broschüre „eine angenehme, erkenntnisreiche und an manchen Stellen vielleicht auch etwas Nostalgie erzeugende Lektüre“ sei. „Das ist Stadtgeschichte“, sagte indes OB Markus Ibert über den Inhalt der Publikation.
Das Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung, wie es mittlerweile heißt, ist die zentrale Stelle der Verwaltung für die Entwicklung von Lahr – beim Städtebau, der Stadtgestaltung und Verkehrsplanung. In seinen Zuständigkeitsbereich fallen auch Bebauungs- und Flächennutzungspläne.
Bei der Stadtplanung habe man sich darum zu kümmern, „wie alles miteinander funktioniert und dass sich alle Menschen in der Stadt wohlfühlen“, sagte Fink. In Lahr habe man da „einen ganz guten Standard erreicht“, ist sie überzeugt. Es werde zwar schnell geschimpft, etwa über Verkehrsprobleme, „aber anderswo gibt es auch Staus“, betonte sie.
Als Leiterin des Stadtplanungsamts habe Fink häufig „im Wind gestanden“, zollte Ibert ihr seinen Respekt. Auf die Frage, welches Projekt den meisten Ärger verursacht habe, muss Fink keine Sekunde überlegen, nennt sofort den Altenberg. Dort leitete 2016 eine Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren gegen den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans ein. Letztlich wurde bekanntlich doch gebaut – aber mit Verzögerung und nach vielem Hin und Her.
Fink spricht über Ärger, aber auch über Erfolge bei der Stadtplanung für Lahr
Gerne erinnert Fink sich dagegen an die Umgestaltung des Schlossplatzes, für sie ein Musterbeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit mehrerer verwaltungsinterner Abteilungen. Der Schlossplatz war – heute kaum noch vorstellbar – bis vor 24 Jahren zum größten Teil eine Verkehrsfläche mit 22 Stellplätzen und einer Straße, auf der Autofahrer gern zirkulierten, bis ein Parkplatz frei wurde. Davor stand ein Imbisswagen, der abends weggefahren wurde. Den Entwurf für den neuen Schlossplatz – unter anderem mit Imbisspavillon und Wasserbecken – fertigte das Stadtplanungsamt.
Am bedeutendsten in ihrer Amtszeit sei natürlich die Landesgartenschau mit den damit verbundenen Änderungen im Lahrer Westen gewesen, so Fink. Besonders der Kleingartenpark gefalle ihr sehr.
In der Broschüre wird an die wichtigsten Projekte der Stadtentwicklung seit 1993 erinnert – mit Texten und vor allem vielen Fotos, teils auch mit Plänen von damals. Los geht es mit einer Doppelseite über den „Masterplan zur Konversion“, den Lahr und Friesenheim für die Umnutzung des früheren Nato-Standorts am Flugplatz entwickelten. 99 Einzelprojekte der Stadtplanung werden in dem Buch insgesamt vorgestellt. Eines der letzten Kapitel ist der Standortsuche für das neue Klinikum gewidmet.
Auch nach ihrer Verabschiedung als Amtsleiterin hat Fink weiter für das Stadtplanungsamt gearbeitet. Bis Ende diesen Monats war sie noch in das Projekt zum Klinikneubau bei Langenwinkel eingebunden – jetzt ist diese Tätigkeit zu Ende gegangen.
Die freie Zeit als Ruheständlerin nutze sie, um sich mit Sport fit zu halten, außerdem lese sie gern. Auch eine Wohnungsrenovierung würde bei ihr anstehen, erzählte sie.
Hier gibt’s die Broschüre
Die reich bebilderte Publikation über die wichtigsten Projekte des Lahrer Stadtplanungsamts ist mit einer Auflage von 200 Stück gedruckt worden. Sie ist im städtischen Kulturbüro gegen eine Schutzgebühr erhältlich. Vor allem aber kann man die Broschüre auf der städtischen Homepage lesen – dort steht sie auch zum Download bereit, zu finden unter der Internetadresse www.lahr.de/stadtentwicklung