Nach Bombardierung von Kinderkrankenhaus: Lahrer Spendenbüffet für die Ukraine

Das Spendenlager des Vereins (von links): Anzhelika Kovalenko, Pirmin Styrnol und Martha Kovalenko vom Verein „Gemeinsam Europa“, Peter Rottenecker und Dieter Leidinger von der Volksbank.
Gemeinsam EuropaUnter dem Motto „Kaffee und Kuchen können Leben retten“ laden die Lahrer Ukrainehilfe und die Ukrainische Gemeinschaft am heutigen Samstag, 13. Juli, ein weiteres Mal gemeinsam zu einem Spenden-Büfett ein. Von 11 Uhr bis 18 Uhr öffnet „Lahr hilft“ seine Räumlichkeiten im alten Postareal in Lahr für Besucher. Das berichtet der Verein in einer Pressemitteilung.
„Ich konnte das Pfeifen der Rakete durch das Fenster hören“, erzählt Martha Kovalenko. Die Ukrainerin ist seit mehr als zwei Jahren Vereinsmitglied der Lahrer Ukrainehilfe „Gemeinsam Europa“, wie „Lahr hilft“ offiziell heißt. Vergangenen Sommer hat sie Lahr sogar besucht.
Eine der besten Kliniken für Kinder in Europa zerstört
Die 34-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihrem vierjährigen Sohn in der ukrainischen Hauptstadt und war am Montag vor Ort, als russische Raketen zwei Krankenhäuser in Kiew zerstörten. Eines davon zählte zu den besten Kinderkliniken Europas, ein Krankenhaus, das auch krebskranke Kinder behandelte, wie der Lahrer Verein in seiner Pressemitteilung berichtet.
„Ich bin wütend“, wird Kovalenko zitiert. „Dieses Krankenhaus ist wirklich wichtig für die Ukraine. Es ist eine einzigartige medizinische Institution, die vor allem Kindern hilft, die ganz spezielle Bedürfnisse haben.“ Doch auch alltägliche Verletzungen wurden in diesem Krankenhaus behandelt: „Als mein Sohn ein Jahr alt war, hat er sich an der Hand verletzt. Die Spezialisten dort konnten ihm helfen – wenn er dieselbe Hilfe heute brauchen würde, könnte er sie nicht mehr bekommen“, erklärt Kovalenko ihre Emotionen.
Viel Dankbarkeit aus Kiew für das Lahrer Engagement
Deshalb sei es besonders wichtig, dass die Unterstützung aus dem Westen nicht nachlasse. „Ich bin wirklich sehr dankbar für die Hilfe aus Deutschland“, erklärt Kovalenko. „Ihr seid wahre Freunde und unterstützt uns sehr. Was wir brauchen, ist sowohl zivile als auch militärische Hilfe, damit Zivilisten und Kinder geschützt werden können.“
Die Lahrer Ukrainerhilfe wird gemeinsam mit der ukrainischen Community am Samstag ein weiteres Spendenbüfett anbieten, das von ukrainischen Flüchtlingen zubereitet wird. Die Einnahmen sowie die zusätzlichen Spenden gehen laut Pressemitteilung zu 100 Prozent in die Hilfsprojekte des Vereins.
„Es bedeutet mir viel, zu wissen, dass wir nicht alleine sind“, wird Kovalenko in der Mitteilung weiter zitiert. Sie bedankt sich noch einmal ausdrücklich bei den Ehrenamtlichen aus der ganzen Region. „Bitte hört nicht auf zu helfen, damit unsere Kinder eine gemeinsame friedliche Kindheit haben können“, sagt die Ukrainerin.
Das ist passiert
Eine russische Rakete hat Kiews größtes Kinderkrankenhaus zerstört. Moskau leugnet die Verantwortung, Kreml-Sprecher Dmitri Peskow behauptete, dass eine ukrainische Flugabwehrrakete ins Krankenhaus eingeschlagen habe. Laut eines Fachmannes, den ZDFheute zitiert, sei dies enorm unwahrscheinlich, alles spreche für einen russischen Marschflugkörper. Auch erste Untersuchungsergebnisse des UN-Menschenrechtsbüros machen einen russischen Marschflugkörper für die Explosion verantwortlich.