Nach 23 Jahren
: Die Grundschule Altdorf verabschiedet ihre Direktorin Monika Winterhalder

23 Jahre lang hatte Monika Winterhalder das Sagen in der Grundschule Altdorf – nun geht sie in den Ruhestand.
Von
Klaus Schade
Ettenheim
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Schulamtsleiterin Gabriele Weinrich (links) dankte Monika Winterhalder für ihren Einsatz.

Decoux

Wesenszüge, die die scheidende Grundschulleiterin Monika Winterhalder ausmachten, fasste Silke Höfling bei ihrer Begrüßung der Gäste namens des Kollegiums zusammen: „Wir danken dir für deinen Humor, der nie verletzte; für Ernsthaftigkeit, die nie belehrte; für Führung, die getragen und nicht erdrückt hat; für Mut, der sich nicht ins Rampenlicht drängt, aber da ist, wenn er gebraucht wird.“ Höfling umriss die 23 Jahre, in denen Winterhalder die Schule geprägt habe. Sie sei niemals nur die „Chefin“ gewesen, sondern gleichzeitig Mentorin, Organisatorin, Krisenmanagerin, Baustellenaufsicht, Elternversteherin – und wenn’s sein musste, auch inoffizielle Hausmeister-Vertretung. Wie sehr Höfling bei dieser Würdigung ihren Kolleginnen aus der Seele sprach, zeigten nicht zuletzt die auf der Leinwand herzergreifende Videos am Ende der Feierstunde, bei denen sich alle Lehrkräfte der Schule sehr persönlich von Winterhalder verabschiedeten.

Für die Verwaltung war sie stets eine wichtige Hilfe

Gabriele Weinrich umriss als Schulamtsdirektorin die Stationen der beruflichen Laufbahn Winterhalders. Sie bescheinigte ihr durchgängiges Engagement, menschliche Verlässlichkeit, Herz und Augenmaß, den Blick für das Ganze, Teamgeist, Weitblick und Umsicht.

Dasein für Kinder und für die Eltern, Wegbegleiterin sein, intensive Unterstützung angedeihen lassen – das seien Merkmale von Winterhalder, würdigte Bürgermeister Bruno Metz. Für die Stadt sei sie stets eine verlässliche Partnerin gewesen. Gerade bei der grundlegenden Sanierung des Schulgebäudes, bei der Bewältigung der Corona-Pandemie, beim Neubau der Münchgrundhalle und zuletzt auch beim Thema Ganztagsbetreuung. Winterhalder könne sich zurecht sagen: „Viel Arbeit ist getan, jetzt kann ich die Schule getrost in andere Hände legen.“

„Ausgleichend, souverän, freundlich – und wenn nötig, mit fester Hand“, so würdigte Altdorfs Ortsvorsteherin Manuela Steigert das Wirken Winterhalders. Sie sei jemand, der nicht nach der Uhr, sondern nach dem Herzen arbeite, mit feinem Gespür für die Menschen und mit viel Humor. Großen Anteil habe die scheidende Schulleiterin am Fortbestand des Fördervereins der Schule, der während der Pandemie schier vor dem Aus stand.

Den Facettenreichtum, der Winterhalder ausgezeichnet habe, drückte ein Puzzle aus, das alle 127 Kinder der Schule unter Steigerts Regie farblich gestalteten – ein Geschenk, das im Hause Winterhalder sicherlich einen gebührenden Platz findet.

Winterhalder hat sich lange nach einer Auszeit gesehnt

„Unsere Schule hat keine Segel“ – dieses Bild von Rolf Zuckowskis Kinderlied nahm Hannah Hassler als Elternvertreterin als Impuls für ihre Dankesworte an die scheidende Schulleiterin. Stürmische Jahre lägen hinter der Schule, eine Meuterei sei durch das Geschick der Kapitänin und ihrer Crew indes ausgeblieben. Wenn die Kapitänin nun das Schiff verlasse, hinterlasse sie keinen alten Kahn, sondern ein Schiff mit Zukunft. Für ihren Ruhestand wünschte Hassler der Neu-Ruheständlerin „immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“.

Sie gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, befand Winterhalder in ihrem Schlusswort. Sie nehme die buddhistische Weisheit aber ernst: Halte ein, wenn es Zeit ist, innezuhalten. Sie habe in sich die Sehnsucht nach Ausruhen vernommen, habe befunden, dass die Zeit für etwas Neues gekommen sei.

Info – Besondere Überraschung

Die Schüler der Grundschule überraschten Monika Winterhalder mit einem sogenannten „Flashmob“. Dafür studierten die Kinder im Vorfeld verschiedene Tanzschritte ein und führten sie der scheidenden Direktorin vor.

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