Nach 17 Jahren: Trainer-Ikone Frank Schmidt kehrt für DFB-Pokal in den Kaiserstuhl zurück

Frank Schmidt vom 1. FC Heidenheim, hier feiert er den Klassenerhalt mit seinem Team, stand bereits 2008 mit dem FCH im Bahlinger Kaiserstuhlstadion an der Seitenlinie.
SchüllerWenn Vereinstreue im Profifußball einen Namen hätte, würde sie Frank Schmidt heißen. Als Spieler wechselte der heute 51-Jährige im Jahr 2003 zum Heidenheimer Sportbund, aus dem sich 2007 der 1. FC Heidenheim abspaltete.
Bis 2007 kickte Schmidt in der ersten Mannschaft und im September desselben Jahres wurde er Interimstrainer des damaligen Oberligisten. Seitdem hat der 1. FC Heidenheim nur noch ihn als Trainer gehabt. Schmidt ist mit 18 Jahren der mit Abstand dienstälteste Trainer im deutschen Profifußball.
Am Samstag startet für die Vereinslegende, die ihren 1. FC Heidenheim in den vergangenen fast zwei Jahrzehnten aus dem Amateurfußball in die Bundesliga geführt hat, die neue Saison mit dem DFB-Pokalspiel gegen den Regionalligisten Bahlinger SC.
Fluch im Verbandspokal nach langer Zeit gebannt
Die Elf vom Kaiserstuhl gewann im Mai im Elfmeterschießen den südbadischen Pokalwettbewerb und ist erstmals seit zehn Jahren wieder im DFB-Pokal vertreten. Im August 2015 sahen 3890 Zuschauer im Kaiserstuhlstadion ein hochdramatisches Spiel gegen den SV Sandhausen, das erst im Elfmeterschießen an den damaligen Zweitligisten aus Nordbaden ging.
Seitdem entwickelte sich das – teilweise frühe – Pokalaus für die Bahlinger fast schon zu etwas wie einer Tradition. Bis jetzt. Fast auf den Tag genau zehn Jahre später steigt erneut ein DFB-Pokalspiel am Kaiserstuhl.
Das Stadion, das mitten im Wohngebiet liegt, dürfte auch bei Heidenheims Coach Schmidt – zumindest leise – Erinnerungen an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Gegner von Samstag wecken. Am 19. April 2008 waren die ambitionierten Heidenheimer – mit dem damaligen Trainernovizen Frank Schmidt an der Seitenlinie – in der Oberliga zu Gast beim Bahlinger SC. 3:1 hieß es nach 90 Minuten für die Gäste aus Württemberg, die am Ende der Saison 2007/2008 in die Regionalliga aufstiegen.
Nur ein Jahr später (2009) ging es hoch in Liga drei und 2014 stieg Heidenheim in die zweite Bundesliga auf.
Die vorläufige Krönung der Erfolgsgeschichte folgte im Jahr 2023, als sich Tim Kleindienst und Co. in einem packenden Saisonfinale für die Bundesliga qualifizierten. Dort spielen die Heidenheimer nun in ihrem dritten Jahr. Ohne Frank Schmidt, der den FCH in der Oberliga übernommen hat, wäre das wohl kaum möglich gewesen.
Am Samstag trifft er nun nach 17 Jahren wieder auf den Bahlinger SC. Dessen heutiger Co-Trainer Milorad Pilipovic war am 19. April 2008 beim 1:3 gegen Heidenheim übrigens Chefcoach und ist nun nach einigen Stationen – unter anderem bei den Frauen des SC Freiburg und beim SGV Freiberg – an der Seite von Neu-Trainer Stefan Reisinger erneut im Kaiserstuhlstadion aktiv.
