Leiterin mit „Herz und Verstand“
: Die Förderschule Orschweier sagt Marianne Thoma Tschüss

Nach acht Jahren wurde die Direktorin der Hansjakob-Förderschule in den Ruhestand verabschiedet.
Von
Sandra Decoux
Mahlberg
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Nicht nur Lehrer und Schüler, sondern auch Bürgermeister Dietmar Benz dankte Marianne Thoma für ihren Einsatz.

Decoux

Bei der Feierstunde mit Schülern, Eltern und Kollegen wurde deutlich, wie sehr die Direktorin Marianne Thoma bei allen beliebt war. Das Kollegium der Hansjakob-Förderschule gestaltete die Feier musikalisch mit einer besonderen Überraschung. Als „The Curelegium“ sangen sie den Song „Friday on my mind“. Auch die Schüler trugen musikalisch zum Fest bei, während Silke Schoch vom Förderverein Thoma in Reimform verabschiedete und Lydia Schütte als Elternbeirat der Schulleiterin für die vielen flexiblen Lösungen zugunsten der Schüler dankte.

Besonders berührend war die Geste der Schüler, die ihr einen Schirm überreichten – eine Anspielung auf die Klassenfahrt nach Berlin, bei der das gebuchte Hostel die Klasse im Regen stehen ließ, Thoma aber den Überblick behielt und schnell eine andere Unterkunft fand. Mit diesem Symbol wollten sie zeigen: „Wir lassen auch Sie nicht im Regen stehen.“

Thoma hat großes Vertrauen zu den Schülern aufgebaut

Die Feier spiegelte das Vertrauen wider, das Thoma in den vergangenen acht Jahren an der Schule aufgebaut hat. Mit rührenden Worten würdigte Konrektorin Yvonne Canu ihre Arbeit und hob die Spuren hervor, die sie in den Herzen vieler Menschen hinterlassen hat. Thoma habe in Krisenzeiten – insbesondere während der Corona-Pandemie – gezeigt, was eine gute Leitung ausmache. Trotz der stressigen Zeiten bewahrte sie stets ihren Humor und bewältigte Herausforderungen mit einer positiven Einstellung, betonte Canu.

Ihre Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten Ruhe zu bewahren und das Team zu motivieren, hat die Schule durch viele Kurven gelenkt und die Balance gefunden. In ihrer Rede verglich Schulamtsdirektorin Gabriele Weinrich die Arbeit von Thoma mit dem Motorradfahren – eine ihrer Leidenschaften. Als erfahrene Fahrerin habe sie die Schule sicher durch unwegsames Gelände gesteuert, stets darauf bedacht, dass alle gemeinsam wachsen konnten. Ihre Liebe zu den Schülern sowie ihre Fähigkeit, Menschen zu motivieren, haben die Schule zu einem Ort gemacht, an dem sich alle wohlfühlen und entwickeln konnten.

Zum Abschluss setzt sie ein Zeichen für die Sonderpädagogik

„Sie haben es verstanden, eine Atmosphäre des Vertrauens und Wertschätzung zu schaffen, in der sich alle – egal mit welchen Herausforderungen und Handicaps – wohlfühlen. Sie waren eine Inspiration für alle und eine Führungspersönlichkeit, die mit Herz und Verstand für die Schule gekämpft hat. Ihr Engagement ging weit über die reine Schulleitung hinaus“, betonte Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz.

Sie sei froh, an der Schule geblieben zu sein, auch wenn der Anfang schwierig war, so Thoma in ihrer abschließenden Rede. Sie hob das Team hervor, das sie stets unterstützt habe. Dabei plädierte sie für die Bedeutung der Anpassungsfähigkeit im Leben. „Was wären wir ohne Veränderung und die Bereitschaft, uns anzupassen?“, fragte sie. Thoma forderte zudem eine individuelle Vorgehensweise im Sonderpädagogischen Beratungszentrum und kritisierte die geringe Anzahl an Fachkräften. Dabei räumte sie mit dem Vorurteil auf, Sonderpädagogik bedeute nur weniger Schulstoff – vielmehr sei hier eine andere, professionelle Herangehensweise gefragt. Mit einem wehmütigen Blick auf die vergangenen Jahre verabschiedete sie sich von ihrer Schule, doch ihre Spuren werden sicherlich bleiben.

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