„La Florale poétique“: Ausstellung im Stadtmuseum zeigt Werke von Marie Dréa

Dorothee Granderath begrüßte als ehrenamtliche Stellvertreterin des Lahrer OBs die zahlreichen Gäste.
Endrik BaubliesDer Kontrast zur kommenden Blumenschau könnte kaum größer sein. Lahr wird ab diesem Wochenende „im Herbst blühen“, und das – je nach Wetter – in den kräftigen Farben des gesamten Regenbogens. Die Ausstellung im zweiten Obergeschoss des Museums besticht durch Töne und Schattierungen, überwiegend zwischen Schwarz und Weiß, mit wenigen, dafür prägnant gesetzten Farben. Zur Technik der, heute in der Nähe von Straßburg lebenden, Künstlerin gehören Tusche, Stifte und die Struktur des Papiers, auf dem sie ihre Kunst entwickelt.
Sie spricht auf Nachfrage von Serien, die sie im Laufe des Schaffens entwickelt und eines Tages beendet. Ein markantes Beispiel sind zwei stilisierte Blüten mit den Titeln „Samson & Delilah, I und II“, die als Positiv und Negativ nebeneinander ausgestellt sind. Ihre Zeichnungen sind zum einen detailliert und filigran. Es sind klare, grafische Strukturen, die zu Blüten und Pflanzen gehören. Die Bilder mittels Pinsel und Tusche gemalt, wirken weicher. Die Kontraste sind hier fließender. Die Bilder „Night Shades, I und II“ gehören zu dieser Art. Ein Bild fällt aus dem Rahmen. Bei „La Farcouche II“ spring eine grellrote Blüte (der Form nach) förmlich ins Auge.
Interessant ist, dass sich die Bilder ändern, je nach Abstand des Betrachters. Strukturen fallen in der Nähe auf, die aus der Ferne nicht zu erkennen sind. Neben Tusche mit Wasser gehört auch Feuer dazu.
Bilder, die sie eigens zu dieser Ausstellung angefertigt hat, zeigen Chrysanthemen. Die Künstlerin ist von der japanischen Kaiserblume durch das Werden der Pflanze besonders angetan. Die winzige Knospe, sowie die vielen verschiedenen Formen haben einen besonderen Reiz. Dazu gehört auch die Vergänglichkeit. Die echten Chrysanthemen verblühen, wie auch einige der Skizzen darauf hinweisen. Zu der Serie gehören „Les Fragiles“. Ein Haiku (eine japanische Gedichtform) gehört zur Ausstellung. Einige Skizzen sind präzise, andere zeigen nur Andeutungen. Gegenständlich sind die wenigsten der teilweise großformatigen Bilder.
Der Name, „La Fleur poétique“ (auf Deutsch etwa „florale Poesie“) verrät die Künstlerin, ist eine Schöpfung von Martina Mundinger von Stadtmarketing. Mundinger beschrieb die Ausstellung als eine Reduktion auf das Wesentliche: Umrisse, Strukturen und dazu Abstraktionen.
Die Ausstellung
Die Ausstellung im Stadtmuseum ist bis zum Ende der Chrysanthema im 2. Obergeschoss, in einem der Räume für Wechselausstellungen zu sehen. Während der Chrysanthema – 25. Oktober bis 9. November – hat das Museum die ganze Woche über von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Es gibt für diese Ausstellung ein eigenes Ticket.