Kommunaler Wärmeplan
: Zu diesen fünf Maßnahmen hat sich Ringsheim verpflichtet

Der Ringsheimer Rat hat den kommunalen Wärmeplan einstimmig beschlossen. In diesem verpflichtet sich die Gemeinde verbindlich zu fünf Maßnahmen, die sie umsetzen will, um CO2-Emissionen zu senken.
Von
Julia Göpfert
Ringsheim
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Der Wärmeplan soll helfen, Energieeinsparpotenziale zu erkennen – vor allem beim Heizen.

Thomas Banneyer/dpa

Die Gemeinde macht eine interkommunale Wärmeplanung im Konvoi mit den Kommunen Herbolzheim, Kenzingen, Rust, Rheinhausen und Weisweil. Hintergrund ist die Energieeffizienzrichtlinie der EU, die Klimaneutralität bis 2050 will und die daraus resultierenden Gesetze von Bund und Land, die den Gemeinden die Verantwortung zuschieben und sie zur Umsetzung verpflichten. So will das Klimaschutz- und Klimaanpassungsgesetz bis 2040 Klimaneutralität. Vor allem bei der Wärmeversorgung von Privathaushalten wird Potenzial gesehen, da diese 72,6 Prozent der von ihnen verbrauchten Energie für Raumwärme oder Warmwasser benötigen. Aktuell ist die Erstellung eines Wärmeplans und dessen Umsetzung für kleinere Gemeinden noch freiwillig, werde aber gut bezuschusst. Deshalb will Ringsheim vorsorgen.

Der stellvertretende Projektleiter Philipp Herrmann vom Büro Drees und Sommer stellte die Ergebnisse und Maßnahmen vor. Das Ziel sei es, den Wärmeverbrauch zu senken, beziehungsweise die Wärme durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Dadurch sollen die CO₂-Emissionen signifikant reduziert werden. Die Fernwärme macht Ringsheim in dieser Hinsicht zu einem der Spitzenreiter deutschlandweit: Dass die Gemeinde 42,6 Prozent der benötigten Energie aus Fernwärme gewinnt, sorgt dafür, dass pro Einwohner nur 0,8 Tonnen CO₂ im Jahr produziert werden. Der deutschlandweite Durchschnittswert liegt bei 1,5 Tonnen. Dennoch wurden auch für Ringsheim fünf verpflichtende und vier freiwillige Maßnahmen erarbeitet.

Gemeinde will mit Energieversorgern Potenziale überprüfen

Zu den fünf verpflichtenden Aufgaben zählt zum einen die Prüfung der Verdichtung bestehender Wärmenetze. Das bedeutet, dass Ringsheim in Zusammenarbeit mit den Energieversorgern prüfen will, ob es noch mehr Potenziale gibt, die bestehenden Wärmenetze zu verbessern oder zu verdichten, etwa indem man Übergabestationen verstärkt oder neu baut. Dazu wurde Ringsheim in verschiedene Teilgebiete eingeteilt, um leichter herauszufinden, wo das effizient möglich wäre. Auch Maßnahme zwei zielt auf Gespräche mit den Energieversorgern ab. Dabei soll vor allem das Ringsheimer Kerngebiet in den Blick genommen werden. So könnten dort etwa durch Sanierungen von Häusern der Wärmeverbrauch gesenkt werden und dadurch neue Kapazitäten bei der Fernwärme frei werden. In diese Richtung zielt auch Maßnahme drei: Die Beratungs- und Förderangebote für private Eigentümer im Rahmen des Landessanierungsprogramms Ortsmitte Nord sollen intensiviert werden. Die Gemeinde soll dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Maßnahme vier umfasst die energetische Sanierung öffentlicher Liegenschaften, um den Wärmebedarf zu reduzieren. Da sei man beim Bürgerhaus ja gerade mit dabei, erklärte Bürgermeister Weber. Maßnahme Nummer fünf ist die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Bürgerhaus.

Die vier freiwilligen Maßnahmen

Die vier freiwilligen Maßnahmen sind eine interkommunale Vorstudie zum Thema Tiefengeothermie und eine Informationskampagne zum Thema lokale Umweltquellen wie Wärmepumpen. Zudem sollen Beratungen und Energiechecks (KEFF) weiter vorangetrieben werden und es soll weitere Bürgerberatungen zum Thema Energiesparmaßnahmen geben.

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