Industriepark geplant
: „N 40“-Gebäude in Schuttern wird bis 2027 abgerissen

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der kanadischen Streitkräfte steht derzeit leer – und bis in zwei Jahren wird es das „N 40“ nicht mehr geben.
Von
0Christine Bohnert-Seidel
Friesenheim
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Das „N 40“-Gebäude in Schuttern wird bis 2027 abgerissen. Dort soll ein Industriepark entstehen.

Bohnert-Seidel

Bis zum endgültigen Abzug der kanadischen Streitkräfte aus Lahr, war das „N 40“-Gebäude eine Verwaltung auf dem ehemaligen Militärflughafen in Lahr. „Das Gebäude ,N 40’ fällt in den allgemeinen Abbruch aller ehemaligen militärischen Gebäude“, teilte Schutterns Ortsvorsteher Jürgen Silberer in der Sitzung des Ortschaftsrats mit. In den Jahren 2026 bis 2027 sollen alle Gebäude, nebst ehemaliger Shelter, abgebrochen werden. Die gesamte Fläche auf Gemarkung Schuttern soll zum Industrie- und Gewerbepark III entwickelt werden. Auf dem gesamten Gelände stehen insgesamt 63 abbruchreife Gebäude. Eigentümerin des Gebäudes auf Schutterer Gemarkung ist der Zweckverband IGP Lahr. Im Januar dieses Jahres lag der Abbruch von vier Sheltern (N 131 bis N 134) dem Gemeinderat zur Kenntnis vor.

Mitte September sind die letzten Bewohner ausgezogen

Viele Jahre war das „N40“-Gebäude eine Gemeinschaftsunterkunft des Ortenaukreises. 2014 wurde es vom Landratsamt renoviert, um die zu erwartenden mehr als 150 Flüchtlinge im Gebäude unterzubringen. Bis Ende September dieses Jahres hat der Kreis das Gebäude gekündigt. Ortsvorsteher Silberer teilte mit, dass die Flüchtlingsströme zurückgingen. Dies sei auch der Grund, weshalb die Menschen aus dem Gebäude ausgezogen sind. Selbst in den gemeindeeigenen Anschlussunterbringungen wären nicht alle Plätze belegt, so Silberer.

Mitte September sind die letzten Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Flughafengelände ausgezogen und haben meist in Lahr, beispielsweise der Geroldsecker Vorstadt, eine Bleibe zugewiesen bekommen. Die Bewohner im „N 40“-Gebäude wurden über viele Jahre von den ehrenamtlichen Helfern des Netzwerks Solidarität betreut und begleitet.

Mit 56 Belegungszimmern war das Haus auf 150 Personen ausgerichtet

Im Februar 2015 wurde das „N 40“-Gebäude erstmals in Betrieb genommen und mit Flüchtlingen belegt. Die ersten Menschen kamen aus Serbien und dem Kosovo. Mit 56 Belegungszimmern war das Haus auf 150 Personen ausgerichtet. Im ersten Jahr wurde auch eine Busverbindung der SWEG an der Hauptverbindungsstraße zum Flughafengelände eingerichtet. Von Februar 2015 bis Juli 2016 wurde das Gebäude als vorläufige Unterbringung für Flüchtlinge im Auftrag des Landratsamts eingerichtet. Mit dem Neubau der Gemeinschaftsunterkunft am Bahnhof in Friesenheim zogen die Bewohner in die neue Einrichtung des Landratsamtes um und „N 40“ blieb leer.

Im Jahr 2020 wurde das „N 40“ als Unterbringung für Covid-19-Fälle aus den Gemeinschaftsunterkünften in Friesenheim und Lahr eingerichtet. Zwei Jahre später war das Gebäude wieder eine Gemeinschaftsunterkunft. Mehr Menschen sind in die Region gekommen.

Einrichtung zu abgelegen

Die vergangenen drei Jahre wurden die Bewohner von Ehrenamtlichen des Netzwerks Solidarität Friesenheim begleitet. Deutschunterricht wurde in der Einrichtung gegeben und immer wieder zu offenen Treffs eingeladen. Ein großes Problem blieb die mangelnde Mobilität der Bewohner aufgrund der abgelegenen Adresse. Da viele Bewohner, zum Schluss waren es fast nur junge Männer, in der Logistikbranche auf dem ehemaligen Flughafengelände ihre Beschäftigung fanden, war die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes bei den meisten mit dem Fahrrad oder einem E-Scooter gegeben.

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