Herbstritt kommt gut an
: 48 Reiter lassen in Münchweier eine alte Tradition aufleben

Der Herbstritt der Pferdefreunde Münchweier erhielt seine zweite Auflage. Die Veranstaltung lockte wieder zahlreiche Teilnehmer und Besucher an.
Von
Michael Masson
Ettenheim
Jetzt in der App anhören

Rund 50 Teilnehmer kamen mit ihren Pferden nach Münchweier, um beim zweiten Herbstritt aufzusatteln.

Decoux

Es ist nicht nur als Traktoren-, Moped- und Gelbrübendorf bekannt. Nein, früher wurden in Münchweier auch zahlreiche Arbeitspferde zur Landwirtschaft gehalten. Deshalb ist der heutige Stadtteil als Schauplatz für ein wiederauflebendes Pferde-Großereignis geeignet. Bis vor 20 Jahren fand die Veranstaltung sogar noch als Fuchsjagd statt – natürlich längst ohne lebenden Fuchs als Verfolgungsziel.

Veranstalter war dieses Jahr abermals der Reit- und Fahrsportverein Kenzingen mit seiner Untergruppe, die „Pferdefreunde Münchweier“. Aus deren Kreis hatte ein Team um Organisationschef Andreas Lemke schon seit dem Frühjahr daran gearbeitet, eine Wiederholung des Pferdespektakels vorzubereiten.

Jetzt sammelten sich dazu längst vor der angesetzten Startzeit um 12 Uhr insgesamt 48 Reiter mit ihren Pferden auf dem weiträumigen Hof der Winzergenossenschaft am Ortsrand samt zusätzlicher Wiesenfläche. Dies fand unter den Augen von hunderten Zuschauern, darunter auch viele Kinder, die teils bislang noch nie lebende Pferde aus der Nähe und schon gar nicht in dieser Menge zu sehen bekommen hatten, statt.

Gepolsterte Baumstämme dienen als Hürden

Markus Binz begrüßte namens des Kenzinger Reitvereins als Münchweierer „Eingeborener“ zur wieder aufgelebten Tradition, mit der man den kommenden Generationen Brauchtum und Liebe zum Pferd mitgeben wolle. Im Gegensatz zum Premieren-Vorjahr fanden sich jetzt neben Münchweiers Ortsvorsteherin Charlotte Götz neuerdings nicht nur deren Amtskollegen Marion Ibert (Wallburg) und Ralf Obergföll (Broggingen) nebst Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz ein. Auch die Landesjustizministerin Marion Gentges sowie die Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner (SPD) und der entschuldigt später eintreffende Yannik Bury (CDU) waren dabei.

Drei Reitergruppen machten sich auf den Weg

Drei Reitergruppen setzten sich über zwei Wegführungen durch Felder, Flure und etwas Wald mit je zwölf und 14 Kilometern Länge in Bewegung. Teilweise gab es auch einige strohgepolsterte Baumstämme als Hürden. Zuvor hatte eine siebenköpfige Jagdhorn-Bläsergruppe der Lahrer Jägervereinigung mit „Sammeln der Jäger“, „Begrüßung“ und „Aufbruch zur Jagd“ das musikalische Startsignal für den spektakulären Ausritt gegeben.

Mit auf den Weg gemacht hatten sich unter anderem Daniela Wandowski-Hettich und Luisa Böcherer aus Freiamt. Beide Reiterinnen waren besonders an roten Schwarzwaldmarie-Bollen auf ihren schwarzen Reiterkappen zu erkennen.

Parallel zu diesem Geschehen hatte sich eine Gruppe mit zehn putzigen Ponys der Grafenhausener Lobo-Ranch mehrfach auf einen zwei Kilometer langen Wanderweg durch die Hörd-Rebenlandschaft gemacht. Auf den Ponys saßen durchgehend hell begeisterte Kinder.

Traktoren ziehen Besucher zu den Schauplätzen

Mit auf den Weg hatten sich überdies zehn Traktoren gemacht, sieben davon mit umgebauten Anhängern versehen, um damit nicht nur Ehrengäste, sondern viele Dutzende weitere Interessierte auf die Spuren der Pferdewege zu befördern. Es ging etwa für einen zünftigen „Bügel-Trunk“ auch zu einem der beiden unterwegs eingelegten Reit-Stationen auf einer Wiese nahe Broggingen.

Alte Bilder erinnern an längst vergangene Zeiten

Derweil ließen es sich hunderte bei der Winzergenossenschaft verbliebene Besucher schon mal bei Rollbraten, Grillwurst oder Kürbiskernsuppe in der Betriebshalle wohl ergehen. In der Halle wurden dabei auf einigen Fotowänden an vergangene Zeiten – etwa bei Heuernten, Prozessionen oder sonstigen Dorfumzügen – erinnert und manche ortsbekannte Leute von früher wieder entdeckt. So zeigte eine Oma ihrer Enkelin etwa den Urgroßvater.

Draußen spielten sich zwischendurch beim „Hobby-Horsing“ besondere Szenen ab, als zahlreiche Mädchen mit ihren Steckenpferden über Hürden sprangen. Anfänglich noch locker hüpfend, dann allerdings steigernd waren sie unterwegs. Den Rekord knackte schließlich Luisa Kleißler mit stolzen 1,16 Metern.

Info – Positives Fazit

Für die Münchweierer Pferdefreunde freute sich schließlich Leo Enderle über den fulminanten Teilnehmer- und Besuchererfolg zum zweiten Herbstritt. Bei dieser guter Resonanz könne man sich vorstellen, kommendes Jahr mit dem Event in die dritte Runde zu gehen. Vielleicht dann auch wieder mit vielen Sponsoren, von denen es heuer 20 Firmen und weitere 15 Personen gegeben hatte. Dank ihrer Unterstützung wurde schließlich auch noch eine Tombola mit vielen Preisen für die Teilnehmer veranstaltet.

LZ aktuell
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Lahr Montag bis Samstag im kompakten Überblick.