„Gizig, gizig“: Junge Narren machen Ettenheims Straßen unsicher

Am Ende des Umzugs waren die Taschen der Kinder prall gefüllt mit Süßigkeiten.
HillerWenn am „Fasentmändig“ Ettenheims Straßen von fröhlichem Kindergeschrei erfüllt sind, dann weiß jeder: Es ist Zeit für den einzigartigen „Gizig-Umzug“.
Ein kunterbunter, ausgelassener Zug von jungen Narren durchzieht die Stadt, angeführt von Musikanten, mit nur einem Ziel: So viele „Gutsili“ wie möglich zu ergattern. Organisiert wird der „Gizig-Umzug“ von der Ettenheimer Narrenzunft „Hoorig“.
Mit Beuteln und Tüten bewaffnet, stellten sich die Kinder vor die Läden und stimmten den traditionellen Singreim an: „Gizig, gizig, gizig isch dr Beck, un wenn dr Beck nit gizig wär, dann gäb er au ä gutsili her.“ Es wurde so lange gesungen und gerufen, bis die Geschäftsleute ihre Vorräte an Süßigkeiten mit Vergnügen herausrückten. Und alle gaben gerne. Den leuchtenden Augen und der unbändigen Freude der Kinder konnte niemand widerstehen.
Im Anschluss wird im Rohanhof gefeiert
Beim Metzger gab es sogar Wienerle. Nach jeder Station zog die muntere Schar weiter, angeführt von den Ettenheimer Suffonikern. Der Bonbonregen, der an jedem Geschäft auf die jungen Narren niederprasselte, sorgte für strahlende Gesichter und voll gefüllte Taschen. Die pure Lebensfreude stand bei der Aktion im Mittelpunkt.
Der Höhepunkt war im Anschluss das närrische Treiben im Rohanhof beim „Fasentmärkt“, wo das historische Karussell „Agathe“ seine Runden drehte. Hier kamen auch die Großen auf ihre Kosten, mit Essen und Trinken, Kaffee und Kuchen. Die Babelotten hatten ihr Babelottencafé in ein Festzelt verlegt, das prall gefüllt war. Außen im Hof gab es Verpflegungsstände, einen Schuhputzer und Kindervergnügen mit Rollrutsche, Punchball und Geschicklichkeitsspielen. Im Hof von Thomas Dees konnte man beim „Fidelen Kardinal“ einkehren.
Umzug hat Tradition
Der „Gizig-Umzug“ ist in Ettenheim eine Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Er findet traditionell am Rosenmontag statt. Die Kinder gehen unter Führung eines Narrenrates von einem Geschäft zum anderen.