Für Menschen in psychischer Not: Der Lahrer Verein „Die Brücke“ hilft seit 30 Jahren durch Krisen

Die Mitglieder des Vereins „Die Brücke“ unterstützen seit 30 Jahren Menschen in psychischer Not in Krisensituationen.
Blessing„Die Brücke“ ist ein Zusammenschluss von Menschen mit psychischen Handicaps, deren Angehörige und Freunde, psychiatrischen Fachkräften sowie engagierten Bürgern. Ziel des Vereins ist, Betroffenen die gesellschaftliche Teilhabe wieder zu ermöglichen. Stigmatisierung verhindern und gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz schaffen zählt ebenfalls zu den Anliegen des Vereins. Mit diversen Angeboten, darunter etwa Theater, Musik oder Yoga richten sich die Helfer an Betroffene. Auch für Angehörige gibt es eine Möglichkeit, sich auszutauschen und sich gegenseitig zu helfen. Am 10. Oktober lädt der Verein nun zu seinem runden Geburtstag sein.
Doch wie kam es überhaupt zur Gründung? Ein erstes Netz an gemeindepsychiatrischen Hilfsangeboten hat sich in Lahr bereits Mitte der 1980er-Jahre entwickelt, informiert der Verein auf seiner Webseite. Doch die betroffenen und deren Angehörige konnten sich lange nicht an dessen Entwicklung beteiligten. Also schlossen sich am 7. September 1994 18 engagierte Menschen, darunter Profis, Betroffene, Angehörige und sozial engagierte Bürger, zusammen und gründeten „die Brücke“. Das Ziel war es schon damals, Menschen in psychischer Not Entwicklungsmöglichkeiten und Lebensverhältnisse zu bieten, die die Gesundheit fördern.
Los ging es mit einem monatlichen Forum, in dem sich Betroffene, Angehörige, Profis und Bürgerhelfer gleichberechtigt austauschten. Themen waren dabei etwa die Möglichkeiten und Grenzen von Behandlungsformen und die Überwindung von Diskriminierung und (Selbst-)Stigmatisierung. Schnell entschloss sich der Verein, den Aufbau einer Tages- und Begegnungsstätte in die Hand zu nehmen. Ein entsprechendes Angebot gab es zu der Zeit in Lahr nicht. Dank viel persönlichem Engagement konnte die Tagesstätte „Brückentreff“ mit einer 50-Prozent-Fachkraft 1997 in Betrieb genommen werden.
Fokus liegt auf Förderung von Selbsthilfeprojekten
Finanziert wurde diese zunächst ausschließlich durch den Verein und den Einnahmen über die Mitgliedsbeiträge, Spenden und Erlöse aus Veranstaltungen. Im Jahr 2000 stellte das Land Baden-Württemberg eine pauschale Finanzierung zur Verfügung. Dies hatte zur Folge, dass sich auch der Caritasverband für die Trägerschaft bewarb. Zunächst ging man eine Kooperation ein, 2013 übergab „die Brücke“ die Trägerschaft komplett an den Lahrer Caritasverband.
Seither, heißt es auf der Webseite weiter, legt der Verein den Schwerpunkt seiner Aktivitäten auf die Öffentlichkeitsarbeit für den Bereich seelische Gesundheit und die Unterstützung/Förderung von Selbsthilfeprojekten. Eines davon ist das Atelier Lahr, das in diesem Jahr 20 Jahre alt wird. Zweimal die Woche können Teilnehmer dort malen, zeichnen, töpfern und mehr und dabei Kontakte und Beziehungen pflegen. Das neueste Projekt ist die ambulante Krisenbegleitung. Das Helferteam kommt dabei zu Betroffenen direkten nach Hause und bietet Unterstützung in deren gewohntem Umfeld.
Die Feier zum 30-Jährigen Bestehen steigt ab 18 Uhr im Pflugsaal in der Kaiserstraße. Die Moderation übernimmt Walter Caroli. Lahrs Erster Bürgermeister Guido Schöneboom, zugleich Schirmherr der Veranstaltung, wird ein Grußwort sprechen. Anschließend präsentiert sich der Verein, es wird unter anderem Interviews und Ehrungen geben. Um 19.15 Uhr tritt ein besonderer Gast auf die Bühne: Volkmar Staub wird politisches Kabarett zum Besten geben. Ab 20.15 Uhr gibt es dann „kulinarische Köstlichkeiten“, heißt es in der Ankündigung. Musikalisch umrahmen werden den Geburtstagsabend Michael Labres und Martin Kollbar sowie – passend zum Namen des Vereins – die Band „The Bridge“.
Eintritt ist frei
Alle Interessierten sind eingeladen, am 10. Oktober mit dem Verein zu feiern. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen, heißt es in der Ankündigung. Weitere Informationen zum Verein gibt’s im Netz auf der Webseite www.diebruecke-lahr.de.
