Frühlingskonzert kommt gut an
: Münchweierer Orchester schickt Zuhörer auf musikalische Zeitreise

Vom archaischen Urschrei bis zu pulsierendem Pop: Eine Reise durch die Weltgeschichte präsentierte der Musikverein Münchweier Orchester bei seinem Frühlingskonzert.
Von
Sandra Decoux
Ettenheim
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Unter der Leitung von Christian Sade begeisterte der Musikverein Münchweier seine Zuhörer.

Decoux

Schon der Auftakt ließ aufhorchen und war humorvoll in Szene gesetzt: Urschrei, Trommeln, rohe Klänge, als wilder Ursprung von Musik. Dann ordnete sich das Chaos: Dirigent Christian Sade trat auf den Plan, formte die Töne und die Musik war geboren. Mit viel Feinarbeit wurde in zahlreichen Proben an jedem Takt gefeilt, mit dem klaren Ziel, die vielfältigen „Leckerbissen“ der Musikgeschichte eindrucksvoll zu präsentieren. Und dieses Vorhaben ist dem Musikverein gut gelungen: Das Publikum zeigte sich begeistert und forderte am Ende lautstark mehrere Zugaben. Sehr humorvoll führte Milena Harney durch den Abend, mit Texten von Sade und einer Selbstironie. In Anlehnung an seinen Frack wurde er scherzhaft als „Pinguin“ bezeichnet – ein Gag, der für zusätzliche Unterhaltung sorgte.

Die musikalische Zeitreise begann 1600 mit dem Bänkellied „Cantastoria“ und führte zurück in die Renaissance, als Geschichten noch singend erzählt wurden. Von dort ging es weiter über die Barockzeit hin zur Wiener Klassik. Mit Mozarts Menuett verwandelte sich die Festhalle kurzerhand in einen festlichen Ballsaal.

Im zweiten Teil wurden die Klänge moderner

Dann zog ein anderer Ton auf: dramatisch und aufwühlend. Mit der Ouvertüre zu „Egmont“ ließ Beethoven die Musik sprechen, bevor die Epoche der Romantik erreicht wurde. Eine Zeit monumentaler Werke, in der Opern oft mehrere Stunden dauerten. Der Musikverein präsentierte hier eine eindrucksvolle Kurzfassung vom russischen Komponist Modeste Mussorgskys „Das große Tor von Kiew“.

Im 20. Jahrhundert angekommen, entführte der Impressionismus das Publikum an einen französischen Hof: mit Maurice Ravels „Pavane pour une infante défunte“. Es folgten die „Goldenen Zwanziger“ lebendig umgesetzt in einem Medley von Carl Strommen voller Rhythmus und purer Lebensfreude. Swing und Charleston ließen die Füße wippen.

Zahlreiche Mitglieder wurden für ihre langjährige Treue zum Musikverein geehrt.

Foto: Decoux

Im zweiten Teil kamen verstärkt Schlagzeug und Percussion zum Einsatz und der Sound wurde moderner und rockiger: Nach den Medley Hits von Frank Sinatra, der ab den 1940er-Jahren Millionen begeisterte, führte die Reise anschließend in die 1960er-Jahre zum Rock und Pop mit einem Medley der Beatles – jener Band, zu der kaum noch Worte nötig sind, außer zeitlos, prägend und unvergessen. Ein weiterer Höhepunkt war das energiegeladene Phil Collins Live-Medley, das für echte Gänsehautmomente sorgte. Schließlich erreichte das Programm das neue Jahrtausend: Mit Coldplay wurde eine Band gewürdigt, die seit den 2000er-Jahren weltberühmt ist, nicht nur durch ihre Musik, sondern auch durch ihr soziales Engagement. Den modernen Abschluss bildete Dua Lipa, eine der prägendsten Pop-Künstlerin der Gegenwart. Dann folgte begeisterter Applaus und lautstarke Zugabeforderungen. Und natürlich ließ sich das Orchester nicht lange bitten: Ein schwungvoller Marsch setzte den glanzvollen Schlusspunkt.

Info – Ehrungen

50 Jahre:
Harald Greschbach, Harald Wangler, Gerold Wazeck 40 Jahre:
Edwin Oswald 30 Jahre:
Sandra Salzer zehn Jahre:
Judith und Rebecca König

16 Jahre im Vorstand:
Stefan Weber, Wolfgang Wangler

Ehrenmitglieder:
Karl-Ernst Burger, Lorenz Bitterwolf, Otto Weber, Klaus Schwarz

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