Friesenheimer Feuerwehr: So zeitaufwendig ist die Umstellung auf Digitalfunk

Markus Kuhl, Mechatroniker und Inhaber von Kuhl-Kommunikationstechnik, war rund drei Wochen mit der Einführung von Digitalfunk in den Feuerwehrfahrzeugen beschäftigt.
Bohnert-SeidelEigentlich sollte der Digitalfunk bereits im vergangenen Jahr eingeführt sein. Jetzt kommt er mit einem Jahr Verspätung. Knapp drei Wochen lang war das Unternehmen Markus Kuhl mit zwei Mitarbeitern mit der Einrichtung des Digitalfunks in den Friesenheimer Feuerwehrfahrzeugen beschäftigt.
Im Grunde ist die Einführung des Digitalfunks eine lange Geschichte bei der Feuerwehr. Er wird über den Landkreis umgesetzt und auch in Friesenheim angenommen. Im Mai 2024 hat der Gemeinderat einer Ausschreibung des Landkreises im Hinblick auf die Beschaffung digitaler Funktechnik bei den Feuerwehren der Städte und Gemeinden zugestimmt.
Dass die Feuerwehr Friesenheim schon seit langem die Einführung des Digitalfunks wünscht, machte Kommandant Thomas Manach in bisherigen Sitzungen des Gemeinderats, aber auch bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Friesenheim sehr deutlich.
Pro Fahrzeug werden drei Tage für die neue Einrichtung benötigt
Der Feuerwehr Friesenheim stehen neben fünf Feststationen, 16 Fahrzeugfunkgeräte sowie 58 Handfunkgeräte zur Verfügung. Bisher funktionierte die Verständigung analog. Der Digitalfunk funktioniert ähnlich einem Mobilfunknetz, das auf die Bedürfnisse von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zugeschnitten ist. Zu diesen Organisationen zählen Polizei, Hilfsorganisationen, das Technische Hilfswerk sowie die Feuerwehren in ganz Baden-Württemberg.
Die Umrüstung eines Fahrzeugs nimmt dabei ganz schön viel Zeit und vor allem eine stattliche Menge Kabel in Anspruch. Markus Kuhl, der die Einrichtung mit einem Mitarbeiter seines Unternehmens eingerichtet hat, benötigte pro Fahrzeug ein bis drei Tage.

Hier sind noch die lose Kabelstränge zu sehen, die aber in der Verkleidung verschwinden.
Foto: Bohnert-SeidelAm Beispiel des Einsatzleitwagens hat er pro Fahrzeug 20 neue Leitungen á zehn Meter verlegt. In der Summe sind das 200 Meter unterschiedliches Kabelmaterial. Versteckt sind die Kabel in den Seiten, am Boden, in der Decke und hinter Bildschirmen in den Fahrzeugen. Kuhl ist von Beruf Mechatroniker und hat sich auf den Einbau von Digitalfunk spezialisiert. Knöpfe gibt es weiterhin, aber die Bildschirme sind per Touchscreen zu bedienen.
Feuerwehr wird Kurse zum Thema „Einführung in Digitalfunk“ belegen
Zur Hauptversammlung der Gesamtwehr Friesenheim betonte Kommandant Manach mit einem sehnlichsten Wunsch: „Im Jahr 2025 werden wir uns hoffentlich mit dem Digitalfunk beschäftigen.“
Diese Hoffnung ist jetzt Wirklichkeit: Im August 2025 hat der Ausbau des Digitalfunks gestartet. Dass der Digitalfunk in der praktischen Umsetzung erlernt sein will, wird über das Gemeindeblatt deutlich. Dort steht bisweilen unter der Rubrik der Feuerwehrabteilungen als Dienstabend: „Einführung in den Digitalfunk.“
DLR-Fahrzeuge
Auch die DLRG Friesenheim Schuttern hat auf Digitalfunk über ein digitales Funkgerät, bereits im vergangenen Jahr umgestellt. Der Umbau der Feuerwehrfahrzeuge mit Digitalfunk kostet die Gemeinde Friesenheim 170000 Euro. Jedes Feuerwehrfahrzeug erhielt den Umbau.