Freude über gelungenes Projekt
: Wie die Jägerhütte in Friesenheim aufwendig restauriert wurde

Zimmerer-Azubis hatten die heruntergekommene Jägerhütte im Friesenheimer Wald restauriert. Die Gemeinde ist stolz auf das Ergebnis
Von
Bohnert-Seidel Christine
Friesenheim
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Die Freude über die restaurierte Hütte ist groß.

Bohnert-Seidel

„Es ist ein außergewöhnlicher Ort im Wald“, erklärte Charlotte Schubnell, Bürgermeisterstellvertreterin zur offiziellen Übergabe. Den Auszubildenden der Zimmerei Herzog war die offiziellen Übergabe der umfassend restaurierten Jägerhütte vorbehalten. Die drei Azubis im ersten Lehrjahr Maximilian Griesbaum, Katharina Kollmer und Oskar Weide haben um Gottes Segen für das Haus gebeten und gleichzeitig allen den an der Sanierung beteiligten Personen gedankt.

Die Kosten für die Restaurierung der Jägerhütte bleiben bei der kalkulierten Höhe von 19 000 Euro. Mit 8000 Euro unterstützt die Regionalstiftung der Sparkasse Offenburg/Ortenau das Projekt.

„Fachlich versiert, mit viel Herzblut und einem hohen Maß an ehrenamtlichen Engagement hat man das Projekt in Angriff genommen. Ein Schmuckstück ist es geworden in unserem wunderschönen Wald“, betont Schubnell. In ihrer Funktion erfülle die Hütte einen praktischen Unterstand, stehe jedoch viel mehr für Heimatverbundenheit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft. Zimmermeister Roland Herzog erläuterte die Arbeiten und beschrieb noch einmal den eigentlich abbruchreifen Zustand der Hütte.

Schlechter Zustand der alten Hütte

„Absolut modrig und in einem mehr als schlechten Zustand befand sich die rückwärtige Wand. Auch die Westwand wurde nahezu komplett erneuert und aufgemauert. Das Dach drohte einzustürzen. Balken wurden ersetzt und auf die Zwischendecke im Gebäude verzichtet. Erneuert wurde der Dachstuhl und die Holzverkleidung innen und außen. In den Ursprungsfarben bleibt die gesamte Farbgestaltung. Ochsenrot ist der Farbton von verzierenden Holzverstrebungen und der Umrahmung des kleinen Freisitzes. Im Grundton bleiben die Balken dunkelgrün.

So sah die Hütte vor den Reparaturen aus.

Foto: Bohnert-Seidel

Der Freisitz wurde mit Bänken versehen. Im Innenraum dominiert ein neuer großer Tisch den Raum. Eine u-förmige Eckbank lädt zum Verweilen ein. Künftig soll ein Holzofen für Wärme im Winter sorgen. Im Zusammenhang mit der Freigabe der Jägerhütte als Schutzhütte keimt sowohl beim Verein „Unser Wald“, der die Restaurierung in Auftrag gegeben hat, als auch Förster Christian Junele die Frage nach einer möglichen Verunreinigung auf. Im Grunde waren sich die Gäste jedoch einig: Wer die gut 2,5 Kilometer Fußstrecke auf sich nimmt, wird kaum daran interessiert sein, ein solches Kleinod zu zerstören.

Schubnell verbindet mit der Hütte persönliche Erinnerungen an ihren Großvater, der am Bau der Hütte beteiligt war. Dass nach der langen Zeit die Vergangenheit ihre Spuren an der Jägerhütte hinterlassen hat, sei dem Wetter geschuldet. Die Gemeinde habe als Eigentümerin der Hütte vor der Entscheidung gestanden: Abriss oder Erhalt. „So können wir es als einen besonderen Glücksfall bezeichnen, dass sich der Verein ,Unser Wald’ für den Erhalt ausgesprochen habe. „Dank der Unterstützung der Regionalstiftung der Sparkasse sowie der hiesigen Zimmerei Roland Herzog konnte das Projekt realisiert werden“, so Schubnell.

Ebenfalls restauriert wurde das Rehporträt, ein Werk aus der Werkstatt des Oberweirer Heimatmalers Franz Eble. Das Bild wurde von Künstler Alfons Weis restauriert. Es wurde gereinigt und geölt, damit künftig die Regentropfen kaum mehr Schaden an dem Bild anrichten. Die Hütte solle daran erinnern, wie wichtig es ist, die Geschichte zu bewahren und die Natur zu schützen, so Schubnell.

Förster Junele erklärte: „Die Hütte wird nicht vermietet und ist auch keine Partyzone. Übernachtungen sind zum Schutz der Natur nicht gestattet. Bei Missbrauch und Beschädigung wird sie künftig geschlossen. Die Hütte ist nur zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen.

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