Frauengemeinschaft setzt sich ein
: Pfarrheim in Oberweier erhält neuen Glanz

Zwar ist die Zukunft des Gebäudes ungewiss, die Frauengemeinschaft hält es dennoch jedoch nicht davon ab, in Renovierungsarbeiten zu investieren.
Von
Christine Bohnert-Seidel
Friesenheim
Jetzt in der App anhören

Roswitha Fischer mit Bernhard Sacherer im Pfarrheim in Oberweier. Beide setzen sich für das Gebäude ein.

Bohnert-Seidel

Das Pfarrheim wird innerhalb der Kirchengemeinde als Gemeindezentrum geführt. Im Jahr 2020 erhielt es von einer Architektengruppe ein Kurzportrait. Sein Zustand wir mit „sehr schlecht“ beschrieben. Die jährliche Baurückstellung für das Gebäude beträgt 13 355 Euro, die laufenden Betriebskosten pro Jahr wurden 2020 mit 11 130 Euro angegeben. Ein grobe Schätzung bezifferte vor fünf Jahren die Investitionskosten für eine Sanierung bei knapp 437 000 Euro.

Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist unbekannt. Aber „das Pfarrheim gehört zu uns“, sagt Roswitha Fischer vom Vorstandsteam der Frauengemeinschaft gegenüber unserer Redaktion. In der vergangenen Hauptversammlung hat sie ihre Mitgliedsfrauen über eine bevorstehende Renovierung informiert. In den Sommerferien werden jetzt Nägel mit Köpfen gemacht. Dabei gilt vor allem den zahlreichen Helfern der Dank, die kräftig mit angepackt haben.

Aber auch die Katholische Kirchengemeinde Friesenheim hat investiert. In einer Pfarrgemeinderatssitzung wurde über den Stiftungsrat mitgeteilt, dass ein neues, preisgünstiges Heizungssystem auf der Basis eines Klimagerätes angeschafft wird.

Neue Heizung wurde von Bernhard Sacherer und Michael Groß installiert

Die Heizung, die sich bisher im Pfarrheim befunden hat, wurde als „prähistorische Ölheizung“ bezeichnet, die im vergangenen Winter mehr schlecht als recht gelaufen sei. Installiert wurde sie in Eigenleistung von Bernhard Sacherer und Michael Groß.

„Wir erfahren sehr viel Unterstützung“, erklärt Fischer. Franz Müller und Matthias Haas haben mit dem Team der Frauengemeinschaft den Pfarrsaal ausgeräumt. Günter Braun und Heinrich Rees brachten die Farbe an. Firma Schwend aus Oberweier hat die Farbe gespendet und Malermeisterin Alissa Schwend stand zudem mit Rat und Tat bei der Farbgebung zur Seite. Die alten bunten Vorhänge wurden abgehängt und neue sollen dem Saal einen zeitgemäßeren Charakter schenken.

Nur der Boden bereitet Fischer etwas Sorge. Aber auch dieser dürfte mit der geeigneten Maschine eine Grundreinigung erfahren. Neben der Frauengemeinschaft lieben auch die Senioren von Oberweier ihre Treffen im Pfarrsaal. Sie haben signalisiert, dass sie sich um ein Geländer an dem kleinen Treppenaufgang kümmern. In der Vergangenheit wurde stets eine Ruhebank als Hilfsmittel genutzt. Roswitha Fischer schaut sich im Pfarrheim um und entdeckt so manch zusätzliche Baustelle.

Neue Lampen kosten rund 700 Euro

„An die Toilettenanlage will ich noch nicht einmal denken“, bekennt sie. Als Anja Groß vorbeischaut, meint sie zu ihr: „Wenigstens eine neue Toilettenschüssel sollte installiert werden.“ Sofort erfährt sie dafür Zustimmung. Beide sind sich einig: „Es wird wieder ein schöner Saal. Menschen dürfen sich künftig wieder an den Tischen versammeln. Einige Holzbänke werden wegfallen, um dem Raum noch mehr Tiefe zu verleihen. Vier neue Lampen werden installiert und auch die Lampen an der Wand werden erneuert. Grob überschlägt Roswitha Fischer das Budget und meint: „700 Euro dürften diese kosten.“

Liederabende sollen veranstaltet werden

Bernhard Sacherer weiß nicht nur Heizungen einzubauen, er ist auch ein begnadeter Sänger und Musiker, der noch mehr Liederabende im Pfarrheim gestalten möchte. Bei Fischer rennt er mit diesem Vorschlag offene Türen ein. Bei allem modernen Farbanstrich und Erneuerung, soll die Figur des heiligen Bernhards wieder in seiner Nische platz finden. Schließlich wurde das Pfarrheim im Jahr 1957 als „Pfarr- und Jugendheim St. Bernhard“ in Oberweier gebaut und geweiht. Damals machte Pfarrer Friedrich Schleicher (1932 bis 1969 Pfarrer in Oberweier) aus einem Teil der alten Pfarrscheuer eine Begegnungsstätte für die Jugend. Bald hatte er einen jungen Bautrupp um sich versammelt und Oberweirer gemeinsam Hand angelegt. Erst zwölf Jahre später kam die Toilettenanlage mit Küchenanbau hinzu. Bis dahin nutzte die Jugend die Toilette im Pfarrhaus direkt gegenüber. Wo sich heute die Küche und Toilette befinden, waren früher die Schweine und Pferde sowie eine kleine Werkstatt untergebracht.

LZ aktuell
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Lahr Montag bis Samstag im kompakten Überblick.