Fortbildung für Privatwaldbesitzer in Schuttertal
: „Wir bekommen die volle Breitseite“

Zur Fortbildung für Privatwaldbesitzer luden das Amt für Waldwirtschaft des Ortenaukreises und die Forstbetriebsgemeinschaft Schuttertal an den Streitberg. Es ging um Jungbestandspflege, Ästung und Holzsortierung, auch der Klimawandel war Thema.
Von
red/pl
Schuttertal
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Sarah Löffler (Jungbestandspflege) und Hans-Georg Pfüller (Waldwirtschaftsamtsleiter) berichteten am Streitberg über die Klimaentwicklung.

Jacob

An drei Stationen informierten sich die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Schuttertal. Vorsitzender Josef Fehrenbacher freute sich über das große Interesse an der Veranstaltung. 55 Interessierte waren der Einladung in den Privatwald von Herrmann Singler gefolgt, wobei der Anteil der Jüngeren „erfreulich hoch war“, wie Fehrenbacher in seiner Begrüßung hervorhob.

Schon länger bietet die FBG intern einmal jährlich eine Fortbildungsveranstaltung an, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Büro von Landrat Frank Scherer heißt. Das Format eines Praxistages mit mehreren Stationen, die einen intensiven fachlichen Austausch ermöglichen, ist hingegen neu. Sowohl Revierleiter und FBG-Geschäftsführer Elmar Bantle als auch Waldwirtschaftamtsleiter Hans-Georg Pfüller waren daher hochzufrieden mit der guten Resonanz.

Umdenken bei Bauartenauswahl unabdingbar

In seiner Einführung erläuterte Pfüller die klimatische Entwicklung der kommenden 100 Jahre anhand verschiedener Grafiken. Nach aktuellem Stand der Klimamodelle sei davon auszugehen, dass im Schwarzwald in ungefähr 80 Jahren dasselbe Klima herrsche wie heute am Mittelmeer. „Wir bekommen die volle Breitseite“, mahnte der Amtsleiter. In diesem Zusammenhang ausschließlich auf die natürliche Anpassungsfähigkeit der Bäume zu setzen, werde nicht ausreichen, da die Zeiträume dafür einfach zu kurz seien.

Auch sei ein Umdenken bei der der Bauartenauswahl unabdingbar. Konkret bedeute das, dass die Fichte als sogenannte „führende“ Baumart, also als „Brotbaum“ gewissermaßen, keine Zukunft habe. Ähnlich sehe es bei der Tanne aus. Auch sie leide sehr stark unter klimabedingtem Niederschlagsmangel und werde künftig nur noch kleinstandörtlich vorkommen.

Trotz der zu erwartenden Veränderungen gebe es keinen Grund, nichts zu tun. Denn, so Pfüller, gebe es im Schwarzwald im Vergleich zu anderen Regionen stabile Ausgangsbedingungen für einen planbaren Waldumbau. „Wir sind nicht im Harz oder im Sauerland, wo ganze Waldlandschaften verschwunden sind. Wir können in unseren Beständen in allen Altersklassen etwas zur Verbesserung ihrer Klimafitness tun“, so Pfüller. Basierend auf diesem Gedanken waren auch die Themen für die drei Stationen ausgewählt worden.

Es soll gemeinsam diskutiert werden

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich über verschiedene Techniken und Verfahren in den Bereichen Jungbestandspflege, Wertästung und Holzsortierung zu informieren. Die waldbaulichen Stationen wurden von den Revierleitern Elmar Bantle (Ästung) und Sarah Löffler (Jungbestandspflege) geleitet. „Das sind entscheidende Punkte, um ihre Bestände wertmäßig und klimastabil zu entwickeln“, unterstrich Pfüller. Und genau darum gehe es letztendlich. Denn die 147 Mitglieder der FBG lebten, zumindest teilweise, vom Verkauf des Holzes, das in ihren Wäldern wächst. Wichtig sei deswegen, gemeinsam zu diskutieren und die Privatwaldbesitzer von Amts wegen zu unterstützen, dabei jedoch niemandem etwas vorzuschreiben. Denn Privatwald ist Privateigentum und über dessen Bewirtschaftung entscheidet allein der Besitzer – im Guten wie im Schlechten.

Weiterverarbeitung

An der dritten Station wurde die qualitative Sortierung der gefällten Stämme im Hinblick auf deren Weiterverarbeitung demonstriert. Kurt Weber von der Waldservice Ortenau (WSO) erläuterte gemeinsam mit dem Einkäufer eines großen Buchensägewerks Richtlinien und Vorgaben zur optimalen Aushaltung des Holzes.

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