Förderverein Sulzer Heimatgut
: Ausstellung zeigt Stücke aus längst vergangener Zeit

Der Förderverein Sulzer Heimatgut hat mit mit seinem Neujahrsempfang nebst Ausstellung im Rathaus ins Schwarze getroffen: Die Schau entführte die Besucher bis zurück ins Mittelalter. Auch ein Hebammenkoffer aus den 1950er-Jahren stieß auf Interesse.
Von
Dieter Fleig
Lahr
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Historische Fotoapparate sind Teil der Ausstellung, die Nicole Baur (Mitte) und Tilman Petters (Zweiter von rechts) besuchten.

Fleig

Viele Vereinsmitglieder, Freunde und Gönner sowie Vertreter der Stadt Lahr und einige Vereinsvorsitzende folgten der Einladung des Vereins in den kleinen Sitzungssaal. Vorsitzender Bernd Matthiß war sehr erfreut über die große Resonanz, die unter Beweis stellt, dass der Verein den richtigen Weg zum Wohle der Nachwelt eingeschlagen hat.

In einem Rückblick wurden Höhepunkte des vergangenen Jahrs hervorgehoben. So wurden etwa neue Ortsinfotafeln an der Sulzberghalle und am Rathaus der Bevölkerung übergeben. Auch das Projekt Sulzbachverlauf vom Ursprung bis zur Einmündung in die Schutter wurde nach intensiven Vorbereitungen mit dem Gedenkstein nebst einer weiteren Infotafel in der Nähe der Altdorfer Hütte im vergangen Jahr abgeschlossen.

Petters und Baur zeigen ihr Können in Mundart

Nachdem der Rathausspeicher, die Heimat des Förderverein, nach langer Wartezeit fertiggestellt wurde, konnte die Vorstandschaft wieder mit ihrer Arbeit, Gegenstände vergangener Epochen zu sortieren und zu archivieren, beginnen. Erwähnt wurde auch der Sulzer Stiefelrundweg, der in regelmäßigen Abständen auf seine Begehbarkeit überprüft werden muss. Letztlich stehen noch zahlreiche Sitz- und Liegebänke rund um Sulz, die ebenfalls über das Jahr immer wieder kontrolliert werden.

Ortsvorsteherin Nicole Baur hob hervor, dass der Ortsteil von den Aktivitäten des Vereins profitiere. Auch Lahrs Bürgermeister Tilman Petters, der seine neue Heimat in Sulz gefunden hat, fand nur lobende Worte. Bevor die Vorstandschaft mit ihren Gästen auf ein erfolgreiches neues Jahr anstieß, stellten Baur und Petters beim Gedicht „Gedanken zuem Johreswechsel“ aus dem Buch „Uf em Gardebänkli“ von Magarete Potratz ihr Können in Mundart gekonnt unter Beweis.

Danach war die Erkundung der Ausstellung im kleinen Sitzungssaal angesagt, wobei auch eine sehr umfangreiche Ausstellung mit Fotoapparaten unter dem Motto „Kameras gestern und heute“ von Klaus Kurz für großes Staunen sorge. Baur und Petters waren sehr erstaunt, dass die Lahrer Firma Feinwerktechnik, später INA, im Jahr 1960 die erste Kleinbildkamera mit Belichtungsmessung durch das Kameraobjektiv erfand. Auch abseits dessen wurden die Besucher in frühere Zeiten zurückversetzt. Dabei gab es viel zu bewundern, das heute längst in Vergessenheit geraten ist.

Gäste sitzen im originalenBürgermeistersessel

Groß war das Interesse etwa bei der Vorführung von einem originalen Tischgrammphon aus dem Jahr 1920, das mit Schellack-Platten bestückt wurde. Zu bestaunen gab es auch den originalen Geburtshilfe-Hebammenkoffer aus den 1950er-Jahren von Irma Schwendemann, die damit viele Sulzer auf die Welt brachte.

Unter anderem wurden auch zwei neue Glasvitrinen besichtigt. Große Bewunderung fand auch die Keltische Sichel, die 1957 beim Aushub einer Baugrube in der Gartenstraße gefunden wurde. Ins Auge stach zudem ein Reib- oder Mahlstein für Getreidekörner, dessen Entstehung im frühen bis hohen Mittelalter anzusiedeln ist. Gefunden wurde er 1957 beim Erschließen der Sandbachquelle. Es gab aber noch vieles andere aus vergangenen Zeiten zu bewundern, das die Mitglieder des Fördervereins zusammen getragen haben – darunter sämtliche Porträts von ehemaligen Bürgermeistern und Ortsvorstehern, die per Bleistiftzeichnung hergestellt wurden.

Und wer sich als Bürgermeister der einst selbstständigen Gemeinde Sulz fühlen wollte, durfte am Schreibtisch, im originalen Bürgermeistersessel, Platz nehmen. Im Eingangsbereich des Sulzer Rathauses konnten sich die Besucher noch einmal die Eingemeindung von Sulz zur Stadt Lahr anlässlich der Gemeindereform 1972 per Videopräsentation in Wort und Bild in Erinnerung rufen.

Neuwahlen stehen an

Auch für 2025 hat sich der Verein einiges vorgenommen. Bei den Neuwahlen am 11. April werden sich neben allen bisherigen Vorstandsmitgliedern auch zwei weitere Beisitzer zur Wahl stellen.

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