Filmprojekt „Draußen“
: Dreharbeiten des Lahrer Film-Clubs wecken großes Interesse

In dem Film soll es um Obdachlosigkeit gehen. Während der Chrysanthema wurde unter anderem in der Innenstadt gefilmt – und Passaten spielerisch in Szenen eingebunden.
Von
red/pl
Lahr
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Schwarzwälder Bote

Mitten im Treiben der Chrysanthema wurde die Lahrer Innenstadt zur Filmkulisse. Sechs Tage lange drehte der Filmclub Lahr Szenen für den Spielfilm „Draußen“. Das Filmprojekt, das in seiner Geschichte, Bildsprache und Besetzung deutlich über das klassische Amateurfilm-Niveau hinausgehen soll, zog laut Mitteilung des Vereins zahlreiche Schaulustige an und erregte große Aufmerksamkeit.

Gedreht wurde demnach an Schauplätzen in und um Lahr – darunter in der Lahrer Kernstadt, im Bürger- und Seepark, auf dem Schutterlindenberg sowie in einer abgelegenen Hütte bei Grafenhausen. Die Regie führte Enrico Kurz, federführend unterstützt vom Bildregisseur Lukas Herbrand aus Düsseldorf, der dem Filmclub-Kameramann Jürgen Bergmann beratend zur Seite stand. Für den Ton sorgten Jan Korinth und Bergit Bergmann.

Für die Hauptrollen konnten laut Verein professionelle Schauspieler aus dem gesamten Bundesgebiet gewonnen werden: Dieter Rupp aus Heidelberg verkörpert den Protagonisten Franz, Jörg Werron aus Grenzach-Wyhlen spielt den obdachlosen Alfons und Lea Müller aus Berlin übernimmt die Rolle der jungen Cafébesitzerin Celine. In weiteren Rollen sind ebenfalls erfahrene Darsteller zu sehen, darunter die Schweizer Nachwuchsschauspielerin Sophie Malaschonok.

Besonders bei den Außenaufnahmen in der Marktstraße und am Urteilsplatz bildeten sich immer wieder Trauben von Zuschauern, die den Filmemachern bei der Arbeit zusahen, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt. Schauspieler Werron sorgte dabei mit spontanen Interaktionen für gute Stimmung und bezog die Passanten spielerisch in seine Szenen ein.

Die Premiere des Films soll im März 2027 im Forumkino über die Bühne gehen

Der Film soll auf einfühlsame Weise thematisieren, wie sich veränderte Umstände im Lebenslauf eines Menschen niederschlagen können und wie jemand, der bisher in geordneten, strukturierten Bahnen lebte, den Boden unter den Füßen verliert. Lebensrealität und das Verständnis seiner Mitmenschen schwinden mehr und mehr. Langsam, aber stetig gerät der Protagonist an den Rand der Gesellschaft und findet sich schließlich auf der Straße wieder. Dass er dort auf Menschen trifft, die ihm die ersten Schritte in der Obdachlosigkeit erleichtern, tröstet ihn zunächst – doch durch Missverständnisse und Intrigen lernt er bald die volle Härte des Wohlstandsverlustes kennen.

Der Filmclub möchte mit dem Thema seines Films die Sensibilität für ein Schicksal schärfen, von dem viele glauben, dass es sie selbst niemals treffen könne. Zahlreiche Biografien zeigen jedoch, so der Verein, dass auch Menschen mit hohem Bildungsgrad oder gefestigtem Einkommen durch Ereignisse wie Burnout, Arbeitsplatzverlust oder den Tod eines geliebten Menschen nicht vor dem freien Fall aus dem gesellschaftlichen System gefeit seien. Der Streifen soll im März 2027 im Lahrer Forumkino Premiere feiern.

Mit dem aktuellen Projekt setzt der Filmclub laut Mitteilung seine Tradition fort, ambitionierte Filmkunst mit regionalem Bezug zu verbinden und junge Talente mit erfahrenen Profis zusammenzuführen. Bisher wurden drei Drehblöcke realisiert, ein weiterer folgt im März. Wer den Filmclub unterstützen möchte, kann an jedem zweiten und vierten Mittwoch im Monat an einem der Clubabende ab 19 Uhr in der Stadtmühle teilnehmen.

Unterstützung gesucht

Für die Schauspieler werden noch Unterkünfte in Ferienwohnungen für die Dreharbeiten im März kommenden Jahres gesucht. Zudem ist der Club auf der Suche nach einer Maskenbildnerin. „Auch für finanzielle Unterstützung und Catering-Hilfe wäre der Filmclub dankbar“, heißt es in der Mitteilung. Spender werden auf Wunsch im Abspann des Films erwähnt.

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