Ettenheim erreicht
: Extrem-Spendenläufer Bodo Clemens - mit 83 auf dem Weg nach Santiago de Compostela

3200 Kilometer zu Fuß für den guten Zweck: Das ist die Mission des Spendenläufers Bodo Clemens. Nach rund einem Drittel machte der 83-Jährige in Ettenheim Halt.
Von
Klaus Schade
Ettenheim
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Fallback Image SB

Schwarzwälder Bote

1008 Kilometer und damit knapp ein Drittel seiner Strecke hat Bodo Clemens auf seinem Weg von Stralsund nach Santiago de Compostela hinter sich gebracht, als er am Samstagnachmittag in Ettenheim Halt macht und im Bürgersaal empfangen wird. Der inzwischen 83-jährige ehemalige Physiotherapeut und Gesundheitspädagoge hat sich am 17. Februar auf eine fünfmonatige Spendenwanderung gemacht, um die Arbeit der Selbsthilfegruppen Frauen und Krebs sowie die Gesundheitsstiftung des Kneipp-Bundes zu unterstützen. Rund die Hälfte seines gesetzten Spendenziels in Höhe von 40 000 Euro hat er nach seinen Angaben bereits erzielt, als er an diesem Samstagnachmittag in Ettenheim seinen 39. Halt in Deutschland einlegt.

Er wird von rund drei Dutzend Frauen und Männern mit gebührendem Applaus im Rathaus empfangen. Die beiden Ettenheimer Frauenselbsthilfegruppen „FSH“ und „Einfach wir“ mit den Hauptverantwortlichen Waltraud Funk-Frerichs und Simone Exner-Stoelker sowie Olaf Michael (Netzwerk Männer mit Brustkrebs) haben diesen Empfang vorbereitet, an dem auch eine Frauengruppe aus Riegel teilnimmt. Auch Bürgermeister Bruno Metz lässt es sich nicht nehmen, Anerkennung und Respekt gegenüber dem Spendenläufer und der Arbeit der Selbsthilfegruppen zum Ausdruck zu bringen.

Metz drückt Ettenheims Stempel in das Wanderbuch

„Unglaublich, einfach toll“, zollt Metz der Aktion „höchsten Respekt“. Er stellt Clemens die Geschichte und die aktuelle Infrastruktur der Rohanstadt und ihrer Ortsteile vor, verweist auf rund 150 eingetragene Vereine, aus denen sich ein lebendiges Gemeinwesen entwickelt. Ettenheim fühle sich geehrt, dass Clemens, der für frühere Spendenläufe (Erlöse von mehr als 60 000 Euro) das Bundesverdienstkreuz erhalten hat, hier in Ettenheim Halt macht. Und er drückt mit Stolz den Stempel der Stadt in das von Clemens mitgeführte Wanderbuch.

Natürlich wolle er mit seiner Wanderung die beiden genannten Zielgruppen (Krebs und Kneipp) in ihrer Arbeit finanziell unterstützen, so Clemens. Gleichermaßen wichtig sei ihm aber, die gesundheitlichen Nöte und die wichtige Arbeit der beiden Organisationen bewusst zu machen. Teils humorvoll, teils bewegt berichtet er von besonderen Vorkommnissen auf den inzwischen zurückgelegten 1008 Kilometern. Auf die Frage aus den Reihen der Frauen, was denn seine Frau zu seiner immerhin rund fünfmonatigen Wanderung sagt, gesteht er ihre Reaktion: „Du bist bekloppt.“ Lachen im Bürgersaal. Eine seiner Zuhörerinnen in der ersten Stuhlreihe stellt fest, dass seine Wanderschuhe schon ziemlich abgelaufen sind. Clemens weiß es. Zehn Stunden wandern am Tag und ein sieben bis acht Kilogramm schwerer Rucksack hinterlassen halt Spuren. Und so sei gut, dass sein Sohn, der in Wyhl wohnt und den Vater nach dem Empfang übers Wochenende dorthin mitnimmt, ein neues Paar Schuhe parat hält. Ja, die Wanderung hat nicht nur Spuren an den Schuhen hinterlassen. Unterwegs musste er auch schon ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Die Knie eines 83-Jährigen mucken bisweilen bei einer solchen Mammutstrecke auf.

Studenten helfen bei der Organisation des Laufs

Interessant seine Schilderung, wie er die ganze Unternehmung organisatorisch stemmt. Zwei Studenten der Hochschule Stralsund organisieren, dokumentieren, analysieren die Wanderung, begleiten sie in den Internet-Plattformen und den herkömmlichen Medien – von der Vorbereitung bis zur Ankunft am Ziel im spanischen Wallfahrtsort. 6000 Follower seien bereits registriert. Auch ein Fernsehteam hat sich bereits für seinen Spendenlauf interessiert.

Beim anschließenden Umtrunk ist Clemens weiterhin wortwörtlich ein gefragter Mann, bis er sich mit seinem Sohn Richtung Wyhl aufmacht – im Auto, einen Tag Wanderpause, ehe es weitergeht bis Bötzingen. Noch vier Stationen in Deutschland, dann geht’s über Frankreich nach Spanien.

Info – Kontakt

Wer die Aktion des Spendenläufers unterstützen möchte, erhält auf seiner Instagram-Seite unter dem Namen „Bodo_spendenlauf“ weitere Informationen. Geld kann unter anderem per Paypal an kontakt@bodo-spendenlauf.de gespendet werden.

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