Ende des Streits in Sicht?: Stadträte sehen Bauprojekt Lahrer Hochstraße auf Zielgeraden

Das Thema wird am Montag im Gemeinderat diskutiert – abgestimmt wird allerdings noch nicht.
KöhlerEin lange schwelender Konflikt könnte nun enden: Wie vergangene Woche berichtet, hat die Offenburger Gemibau für ihr Nachverdichtungsprojekt in der Hochstraße eine neue Planung präsentiert. Diese könnte nach Meinung der 2024 gegründete BI Hochstraße bei „klaren flankierenden Maßnahmen ein zukunftsfähiger Kompromiss“ sein.
Die Baugenossenschaft, die mehrere Wohnbauprojekte in Lahr umgesetzt hat, hatte eigentlich vier Häuser mit 41 Wohneinheiten geplant. Doch die Anwohner, die sich in der BI zusammenschlossen, sorgten sich vor allem vor einer zu hohen Verkehrsbelastung in der schmalen Straße. Der Gemeinderat lehnte daraufhin den Bebauungsplan mit vier Stockwerken ab. Nach einem langen Prozess wurde nun die neue Planung im Technischen Ausschuss präsentiert. Sie beinhaltet nur drei Baukörper und dafür eine vergrößerte Grundfläche pro Gebäude von knapp 20 mal 20 Metern, nur noch 30 Wohneinheiten sowie vier Stockwerke. Das akzeptiert die BI, da eine maximale Traufhöhe von 9,8 Metern nicht überschritten werde und das obere Geschoss deutlich zurückgesetzt sei.
Ilona Rompel: Kritische Begleitung hat sich gelohnt
Insgesamt sei man der Auffassung, so Baubürgermeister Tilman Petters, dass man nun gut in ein weiteres Verfahren eintreten könne. Annerose Deusch (KFWL) erklärte, dass der Investor auf viele Forderungen eingegangen sei. Man solle ihn nicht mehr weiter strapazieren. Sven Haller (AfD) freute sich, dass der Vorschlag von der BI Zuspruch finde. Er lobte zudem den Investor, der immer weiter auf Anforderungen reagiert habe.
Für die CDU-Fraktion erklärte Ilona Rompel, dass man das Projekt von Anfang an kritisch begleitet habe. „Das hat sich gelohnt“, findet sie. Man habe den Investor natürlich nicht verprellen wollen. Aber es handle sich eben um das letzte schöne Villenviertel in Lahr mit einem guten Baumbestand. Das und das Interesse der Anwohner gelte es zu respektieren. Das Angebot sei ein guter Kompromiss.
Laut Roland Hirsch (SPD) gilt es jetzt, den Blick nach vorne zu richten. Dem ganzen Projekt liege ein fairer Kompromiss zugrunde. Beide Seiten hätten sich offensichtlich aufeinander zubewegt – mit einem Ergebnis, mit dem die SPD absolut mitgehen könne. Dorothee Granderath (Grüne) betonte, dass man das Projekt auf der Zielgeraden sehe. Von Anfang an sei es ihrer Fraktion wichtig gewesen, das Villenviertel mindestens teilweise im Charakter zu erhalten. Man bedanke sich für den Einsatz der BI für das hochwertige Gebiet und freue sich zudem, dass viele der grünen Anliegen zumindest teilweise umgesetzt wurden. Auch Joachim Volk signalisierte für die FDP Zustimmung.
Nun braucht es noch eine Entscheidung des Gemeinderats. Dieser hatte im Mai eine Veränderungssperre und neue Planungsziele beschlossen – der Beschluss muss nun rückgängig gemacht werden. Das Thema wird am Montag im Informationsteil des Rats behandelt, abgestimmt wird allerdings noch nicht.
