„Diamönd Seagulls“ rocken den Schlachthof
: Lahrer Band sorgt für Begeisterung

Die Lahrer Band „Diamönd Seagulls“ hat mit ihrem Glam Rock im Schlachthof erwartungsgemäß für Begeisterung gesorgt. Die große Überraschung des Events am Samstag waren allerdings „John Leon und Escalation“, die erste Band des Abends.
Von
Endrik Baublies
Lahr
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Die „Diamönd Seagulls“ brachten am Samstag Stimmung in den Schlachthof.

Baublies

Das Erstaunliche an der Vorgruppe, die ihrem Namensteil „Escalation“ mehr als gerecht wurde, war nicht die Qualität, sondern das Alter, in dem Musiker schon solche Leistungen zu bringen vermögen. Die Combo vom Bodensee besteht aus John Leon (Klavier, Gesang, Songwriting), Fabian Preuss (Gitarre und Gesang) sowie Henri Nussbaumer (Bass) und Martin Dorn (Drums): Pianist und Gitarrist sind 16 Jahre, die beiden anderen 15 Jahre jung.

Nach einem verspäteten Beginn und verdienten Zugaben gab es viel Lob für diese Performance von Zuschauern wie von Mitgliedern der veranstaltenden Rockwerkstatt. Sebastian Class von der „Dreyspring-Bar“ brachte es auf den Punkt: „Da muss man um die Zukunft des Rocks keine Sorgen haben.“ Vor allem, da mit der Begeisterung der mehr als 100 Gästen zu so früher Stunde niemand gerechnet hatte.

Daher war der Gig der „Angry Rabbits“, die danach auftraten, nicht so ganz einfach. Das Quartett aus der Schweiz, das die Schwestern Melanie Curiger (Gitarre, Gesang) und Fabienne Curiger (Bass, Gesang) gegründet haben, besteht aus der Urversion einer Rockband: Zwei Gitarren, Bass und Drums. Von Vorteil war, dass alle – außer dem Schlagzeuger – sangen. Die Gangart der „Angry Rabbits“, die neben Englisch gelegentlich auch Schwitzerdytsch sangen, war die der härteren Art. Das zeigte sich am Ende, als das Quartett den Hit von Ben E. King „Stand by me“ nach und nach im Tempo steigerte, um die Melodie am Ende zu zerfetzen.

Lahrer Musiker stellen ihr neues Album vor

Die „Diamönd Seagulls“ treten als Chuck Lurres (Gesang), Lance, (Gitarre), Flash Dickson (Bass) und Black Matter (Drums) auf. Das Intro dauerte nahezu fünf Minuten, dann erschien das Quartett stilecht nach ihrer Zeitreise – aus der Ära des Glam Rock und zeitversetzt aus dem Los Angeles des Jahres 1983 in die Gegenwart des Schlachthofs. Dass aufgrund der reichlichen Zugabe von Kunstnebel auf der Bühne nicht viel zu erkennen war? Geschenkt! Die Lahrer Band hat ihre treuen Fans, daher war die Stimmung von den ersten Takten an am Köcheln.

Der Sänger und Fontmann legte nach dem Intro Wert auf die Tatsache, dass „Diamönd Seagulls“ keine Coverband sind, auch wenn sie gelegentlich Songs covern würden. Das taten sie zu Beginn dann auch gekonnt mit „We ’re not gonna take it“ der US-Rock-Band „Twistet Sister“.

Da die Glamrocker aus Lahr aber gerade ein neues Album namens „Oh Wow“ veröffentlicht haben, bekamen die Fans, die den üblichen Graben zwischen Bühne und Zuschauern schnell geschlossen hatten, davon etliche Kostproben.

Glam Rock

Der Stil „Glam Rock“ bezeichent eine Ära in der Geschichte von Rock und Pop, die Anfang der 1970er-Jahre vor allem in Großbritannien sehr populär war. Die Bands überzeugten damals mittels opulenter Auftritte und den passenden Kostümen. Am bekanntesten dürfte David Bowie sein, der mit seinem Alter Ego „Ziggy Stardust“ seinen Ruhm begründete. Ein gewisser Gary Glitter hatte den Trend zuerst gesetzt. Aber im Rock und Pop ist nichts einmalig: Der Erste, der mit dieser Art von Auftritten für Furore sorgte, war der US-Rock ’n’ Roller Little Richard schon in den 1950er-Jahren. Die Glam-Rocker Anfang der 1970-er wollten einen bewussten Gegensatz zum Progressive-Rock von damaligen Bands wie Pink Floyd, Genesis, Yes oder King Crimson setzen. Glam Rock war vor allem im britischen Raum populär.

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